Kein Vergleich zu früher: Wo sich einst tagtäglich eine Blechlawine durch den Ort schob, ist es heute deutlich ruhiger geworden. Ein Bus hält an der Haltestelle, auf der Gegenfahrbahn sind ein Kleinlastwagen und ein paar Autos unterwegs. Anders als noch vor der Eröffnung der B 31-neu fädeln sich Fahrzeuge nicht mehr Stoßstange an Stoßstange durch Fischbach, Endlos-Staus auf der Ortsdurchfahrt sind Geschichte.

So sah es früher in Fischbach aus: Eine Blechlawine (wie hier im April 2017) wälzte sich durch den Ort.
So sah es früher in Fischbach aus: Eine Blechlawine (wie hier im April 2017) wälzte sich durch den Ort. | Bild: Gisela Keller (Archivbild)

Auch für Anwohner entlang der Strecke ist so deutlich mehr Ruhe eingekehrt. Kurz nach der Eröffnung der neuen Bundesstraße im Sommer 2021 berichteten sie: So ruhig war es früher nur, wenn ein wichtiges Fußballspiel lief. Deutlich weniger Lastwagen würden durch den Ort donnern, Linksabbiegen sei problemlos möglich und zum Überqueren der Straße brauche es die Unterführung kaum mehr.

Positives Ergebnis nach Freigabe der B 31-neu

Die Stadt bewertete die Entwicklung für die Fischbacher Ortsdurchfahrt nach der Komplettfreigabe der B 31-neu ebenfalls positiv: Der Verkehr habe um rund 66 Prozent abgenommen, fasste die Verwaltung damals das Ergebnis einer Verkehrszählung zusammen. Wo vorher 23.900 Fahrzeuge unterwegs waren, seien es nach der Streckenfreigabe nur noch 7236 gewesen. Der Anteil der Lastwagen habe sich von 3500 auf 574 reduziert, so die Bilanz, die verschiedenen Gremien im April 2022 präsentiert worden war.

Der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt hat mit der Freigabe der B 31-neu deutlich abgenommen.
Der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt hat mit der Freigabe der B 31-neu deutlich abgenommen. | Bild: Fabiane Wieland

Trotz der positiven Tendenzen waren aus Sicht der Stadt zuletzt allerdings noch immer zu viele Lastwagen auf der Fischbacher Strecke in Richtung Lindau unterwegs. Seit Anfang Januar ist die Ortsdurchfahrt daher für Lastwagen ab einem Gewicht von zwölf Tonnen aus Richtung Immenstaad gesperrt. An der Ampel zur B 31-neu wurde ein Verbotsschild angebracht, das das Abbiegen in Richtung Fischbach untersagt. Der Lastwagenverkehr soll so auf der neuen Bundesstraße gehalten werden, lediglich Lieferverkehr ist auf der Ortsdurchfahrt zulässig.

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Vor der Umsetzung dieser Maßnahme wurden nach Angaben von Stadtsprecherin Andrea Kreuzer keine neuen Daten zum Schwerlastverkehr erhoben. „Unsere Kenntnis stützt sich auf Meldungen und Beobachtungen aus der Bürgerschaft und der Verwaltung“, teilt sie auf Anfrage mit. In erster Linie diene die Maßnahme dazu, Fischbach von unnötigem Durchgangs-Schwerlastverkehr zu entlasten und diesen auf die neue B 31 zu leiten.

Warum wird Strecke nach wie vor genutzt?

Woran liegt es, dass offenbar noch zu viele Lastwagenfahrer die Strecke durch Fischbach nutzen? „Ein Grund könnte sein, dass mancher Navigationsdienst die neue Straße vielleicht noch nicht im System aktualisiert hat“, glaubt Andrea Kreuzer. Ein anderer, dass alteingesessene

Lastwagenfahrer, die diese Strecke schon in der Vergangenheit gefahren sind, die neue Umfahrung nicht kennen und aus Gewohnheit die alte Strecke fahren.

Andrea Kreuzer, Stadtsprecherin
Andrea Kreuzer, Stadtsprecherin | Bild: Lena Reiner

Dass das neue Verbotsschild an der B-31-Kreuzung ungünstig positioniert ist und Lastwagenfahrer dieses möglicherweise erst entdecken, wenn sie bereits abgebogen sind, hat man inzwischen auch bei der Stadt erkannt. „In den nächsten Tagen wird das Schild versetzt, sodass es früher erkennbar ist und Verkehrsteilnehmer sich rechtzeitig auf die Verkehrsführung vorbereiten können“, sagt Andrea Kreuzer.

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Ob sich Verkehrsteilnehmer an die neue Regelung halten, kann die Stadtverwaltung eigenen Angaben zufolge nicht kontrollieren. Nur die Polizei könne das überprüfen, so die Stadtsprecherin: „Der Gemeindevollzugsdienst der Stadt darf nur den ruhenden Verkehr kontrollieren. Deshalb können wir auch nichts zur Zahl der Verstöße aussagen.“