Angekommen: Nach 100 Tagen im Amt als Bürgermeister von Uhldingen-Mühlhofen fühlt sich Dominik Männle „bestens aufgenommen“. Dass das Amt so vielfältig ist, war dann für ihn aber doch überraschend. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER zieht er eine erste Bilanz, spricht über den Start in der Corona-Pandemie und über künftige Projekte.

„Die 100 Tage gingen schneller rum als ich dachte.“
„Die 100 Tage gingen schneller rum als ich dachte.“ | Bild: Kleinstück, Holger

„Die 100 Tage gingen schneller rum als ich dachte“, sagt der 38-Jährige. „Viele neue Themen, viele neue Kolleginnen und Kollegen, und natürlich auch viele neue Einrichtungen, bei denen ich noch nicht mit allen durch bin“. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit habe er Gespräche mit den Mitarbeitern des Rathauses geführt, damit er wisse, „wer was macht und wo vielleicht der Schuh ein bisschen drückt“.

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Viel Zeit habe ihn das Thema Corona gekostet. Er erwähnt dabei unter anderem die Kontrolle des Naturstrandes in Unteruhldingen durch den Gemeindevollzugsdienst, durch zusätzliche Security-Kräften und mittels entsprechender Beschilderung. „Ich bin der Meinung, dass es die richtige Maßnahme war, den Strandabschnitt nicht zu schließen, denn das hätte eine Verlagerung auf andere Abschnitte bedeutet.“ Er hofft jetzt darauf, dass sich die Menschen auch weiterhin an Abstandsregelungen und Maskenpflicht halten, „solange sie vorgeschrieben sind“. Auf seine Bürgerinnen und Bürger sei er diesbezüglich stolz, es habe im Ort nur ganz wenige Beschwerden gegeben. Sein Appell: Sich an die Vorschriften zu halten, schon, um andere zu schützen.

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Als großes Thema bezeichnet Männle den Neubau des Kinderhauses Sonnenschein in Mühlhofen, dessen Baubeginn er im Frühjahr 2021, die Fertigstellung im ersten Halbjahr 2022 erwartet. Er freue sich auf fünf, statt wie bisher drei Gruppen, eine ganz andere Ausstattung sowie auf bessere Räumlichkeiten. Als weiteres Thema spricht er den nächsten Bauabschnitt der Uferneugestaltung an, der eigentlich schon hätte umgesetzt werden sollen: Kinderspielpatz und Fahrradabstellplatz. „Aber hier hat sich gelohnt, dass wir die Notbremse gezogen haben“, sagt der Rathauschef. Dies habe zu neuen Erkenntnissen in Bezug auf den dortigen Fahrradverkehr beigetragen. „Wir werden nicht alles mit festen Fahrradabstellplätzen versehen, sondern teilweise auch mit mobilen. Der Spielplatz bleibt so groß wie der bisherige“, sagt Männle.

„Es ist wichtig, dass jeder, der sich mit dem Ort identifiziert, auch hier bleiben kann.“
„Es ist wichtig, dass jeder, der sich mit dem Ort identifiziert, auch hier bleiben kann.“ | Bild: Kleinstück, Holger

Eine kleine Bremse hat man laut dem Verwaltungschef beim Thema Bauen eingelegt. Man wolle sich jetzt erst mal über baulandpolitische Grundsätze unterhalten, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Wert legt der 38-Jährige darauf, dass den Bürgern bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. „Es ist wichtig, dass jeder, der sich mit dem Ort völlig identifiziert, auch hierbleiben kann und die Chance hat, hier etwas zu bekommen, was einigermaßen bezahlbar ist und nicht ins Hinterland abwandern muss“, betont Männle.

Verkehrsschau ist verschoben

Mit Ordnungsverwaltungsthemen wie Parksituation, Lärmbelästigung oder zu schnelles Fahren habe er ebenso viel zu tun gehabt, was er als Kämmerer nicht gewohnt gewesen sei. Eine diesbezügliche Verkehrsschau sei Anfang August kurzfristig abgesagt worden, ein neuer Termin noch nicht festgelegt. Männle hofft, dass die Maßnahmen, „die aus der Schau gegebenenfalls resultieren werden“, vor der nächsten Saison rechtzeitig umgesetzt werden können. „Insbesondere Unteruhldingen ist hier ein großes Thema. Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit dem Landratsamt und der Verkehrspolizei pragmatische Lösungen hinbekommen.“

Gespräche mit interessierten Investoren

In Bezug auf das Grundstück Kirchstraße 2 in Mühlhofen sagt er, die Planung in Bezug auf einen Ortsplatz ohne Bebauung wolle man gemeinsam mit Bürgern und Gemeinderat in den kommenden Monaten abstimmen, um eine gute Lösung für einen Veranstaltungsplatz zu erzielen. In die Angelegenheit Mühlhofen Mitte komme jetzt Bewegung, ein Wertgutachten für das Grundstück liege vor. Er habe inzwischen mehrere Gespräche mit interessierten Investoren geführt. Die geplante Zwangsversteigerung solle jetzt starten. Männle: „Wir haben aber die Hoffnung, dass jemand ein Angebot abgibt, damit es nicht zur Zwangsversteigerung kommt, sondern vorab eine Einigung erzielt wird.“ Er wünscht sich für Anfang kommenden Jahres einen Bebauungsplan, um sobald wie möglich mit der Bebauung zu starten. „Ich bin da recht zuversichtlich.“ Noch nicht weit gekommen sei man in Bezug auf das Grundstück Schulstraße in Unteruhldingen. Männle hofft, dass man Ende des Jahres für das alte Rat- und Schulhaus ein entsprechendes Konzept im Gemeinderat vorlegen kann. „Wir wollen das aber nicht über das Knie brechen.“

„Eigentlich hätte ich viel schneller durchstarten wollen.“
„Eigentlich hätte ich viel schneller durchstarten wollen.“ | Bild: Kleinstück, Holger

Männle gibt zu, dass er eigentlich schneller habe durchstarten wollen. Aber es sei notwendig gewesen, sich erst in entsprechende Themen einzuarbeiten. Er erwähnt in dem Zusammenhang das Baurecht, dass auf Gemeindeebene ein ganz anderes sei, als was er im Landratsamt kennengelernt habe. Auch Themen, mit denen sich das Ordnungsamt zu beschäftigen habe, seien für ihn ganz neu gewesen. „Aber ansonsten macht mir die Arbeit wahnsinnig viel Spaß“, betont Männle. „Ich merke, dass die Gestaltungsmöglichkeiten, die ich jetzt hier habe, und der Kontakt zu den Menschen das ist, was ich mir vorgestellt habe und dass ich da voll drin aufgehe. Ich habe noch keinen Tag auch nur im Ansatz bereut.“

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