Die Zahlen, die Roland Leitner dem Gemeinderat vorstellte, waren zu erwarten. Laut Geschäftsführer der Landesgartenschau (LGS) GmbH weist der Jahresabschluss 2019 einen Fehlbetrag von rund 1,6 Millionen Euro aus. Dank eines Darlehens der Gesellschafter sei man aber weiter liquide. „Es ist grundsätzlich beim Konstrukt Landesgartenschauen in Baden-Württemberg so, dass die Einnahmen erst im Veranstaltungsjahr anfallen und alle Ausgaben bis zu diesem Zeitraum vom Hauptgesellschafter bereitgestellt werden, in diesem Fall von der Stadt Überlingen“, so Leitner.

Land schießt 4 Millionen Euro zu

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Er beschrieb, dass sich der Kartenvorverkauf bis zu den ersten Corona-Maßnahmen besser als erwartet entwickelt hätte. Mit der Absage von Großveranstaltungen wären dann die ersten Dauerkarten zurückgegeben worden und die Umsätze ins Minus gerutscht. Insgesamt rechne man mit einem Defizit von 6 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg habe bereits eine Unterstützung von 4 Millionen Euro zugesagt, den Rest müsse die Stadt tragen. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der Betrag noch reduziert“, meinte der Geschäftsführer.

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Maßnahmen bei laufenden Veranstaltungen werden beobachtet

Auf Nachfrage von Ulf Janicke (LBU/Grüne) gewährte Geschäftsführer Leitner einige Ausblicke. So rechnet er damit, dass 2021 die ursprünglichen Prognosen zu 85 Prozent erfüllt würden. Allerdings werde die Pandemie wahrscheinlich weiter eine Rolle spielen und entsprechende Maßnahmen erfordern. Man habe bereits aufmerksam die Vorgehensweise in Kamp-Lintfort beobachtet, wo die Gartenschau des Landes Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr stattfindet. Auch die Hygiene-Konzepte von Veranstaltern wie dem Europa-Park sehe man sich genau an.

OB Zeitler im Gespräch mit der Bahn

Was die ebenfalls von Stadtrat Janicke angesprochene Kooperation mit der im nächsten Jahr in Lindau stattfindenden bayerischen Landesgartenschau angeht, hatte Leitner interessante Neuigkeiten. Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler würde derzeit Gespräche führen, bei denen es um einen Landesgartenschau-Zug zwischen Lindau und Radolfzell gehe. Er soll die Logos der beiden Veranstalter tragen und auch wochentags die Gartenschauen am Bodensee verbinden.

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In diesem Jahr haben diverse Baustellen die Erreichbarkeit von Überlingen mit der Bahn eingeschränkt, was die Organisatoren vor allem auf Bus- und Schiffskonzepte setzen ließ. Im nächsten Jahr wäre laut Leitner die Situation besser und daher neue Möglichkeiten im Gespräch.

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Zusätzlich freier Eintritt in Lindau und Eppingen im Gespräch

Der aktuellen Planung nach, werden im nächsten Jahr die Inhaber einer Dauerkarte der Überlinger Schau an einem Tag freien Eintritt in Lindau haben und umgekehrt. Eine ähnliche Regelung soll es mit Eppingen gegen. Die Stadt nördlich von Stuttgart richtet im nächsten Jahr eine sogenannte kleine Gartenschau vom Mai bis September aus. Dort wird ein Strandkorb für Überlingen werben. Die Eppinger könnten sich in den Menzinger Gärten präsentieren.

Geschäftsführung und Aufsichtsrat entlastet

Ab Oktober will Leitner den Gemeinderat wieder regelmäßige über den Stand der Dinge informieren. „Dann gehen wir wieder in die heiße Phase“, so der Geschäftsführer. Der Gemeinderat entlastete die Geschäftsführung der LGS GmbH mehrheitlich und den Aufsichtsrat einstimmig.

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