Ist es ein Junge oder ein Mädchen? Genaues weiß man noch nicht. Nur soviel: der erste gebürtige Überlinger Waldrapp ist aus dem Ei geschlüpft und hat das Licht der Welt erblickt. Am 5. Juni wurden Bernardo und Sky Eltern, pünktlich nach 28 Tagen Brutzeit. Bei Zoppo und Bonsi darf eine Woche später mit dem ersten Nachwuchs gerechnet werden und eine weitere Woche später sollte es bei Urmel und Eduardo soweit sein.

Zwei bis drei Jungtiere pro Familie werden erwartet

Ziehmutter Anne-Gabriela Schmalstieg rechnet bei allen drei Familien mit zwei bis drei Jungen. Ganz zuverlässig kann sie es noch nicht sagen, da auch sie den Tieren in dieser sensiblen Phase nicht zu dicht auf die Pelle rücken will. Nur kurz bekam sie den ersten Nachwuchs mit dem Fernglas zu Gesicht. „Alle sind noch unerfahrene Brüter“, sagt Schmalstieg: „Denkbar ist es daher, dass auch ein unbefruchtetes Ei darunter ist.“

Am 30. Mai war die Voliere vor der Brutwand abgebaut worden und seitdem sind die Waldrappe wieder Selbstversorger.
Am 30. Mai war die Voliere vor der Brutwand abgebaut worden und seitdem sind die Waldrappe wieder Selbstversorger. | Bild: Waldrappteam

Voliere an der Brutwand wurde geöffnet und Tiere versorgen sich selbst

Eine Woche zuvor hatte sie mit Helfern das Netz der Voliere an der Brutwand wieder entfernt und die Tiere in die Selbstversorgung entlassen. Die drei Brutpaare sind dort weitgehend standorttreu und wechseln sich bei der Nahrungssuche ab, die übrigen Tiere sind wieder in die Region ausgeschwärmt. Inzwischen sind insgesamt 20 Rückkehrer am Bodensee eingetroffen, mehr als die Hälfte sind allerdings noch nicht geschlechtsreif. Sie halten sich wie schon im Vorjahr in einer größeren Gruppe häufig im Salemer Tal auf.

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Jungtiere nach 40 bis 45 Tagen flügge

Zwischen 40 und 45 Tage wird es dauern, bis die geschlüpften Jungtiere flügge sind. Zuvor wird Anne-Gabriela Schmalstieg den Nachwuchs beringen und ihm Nummer und Namen verpassen. „Da die drei Paare stark zeitversetzt gebrütet haben, verzichten wir in diesem Jahr noch auf einen Transfer der Nester in die Felswand“, sagt die ehemalige Ziehmutter. „Zu diesem Zeitpunkt dürfen sie nicht zu jung und nicht zu alt sein.“ Aufgrund des stark abweichenden Brutbeginns der drei Paare lässt sich dies in diesem Jahr nicht gewährleisten. „Wenn sie im nächsten Jahr wiederkommen, werden sie und weitere Paare sicher synchroner brüten“, weiß Schmalstieg aus den bisherigen Erfahrungen. „Dann lässt sich der Transfer besser umsetzen.“

Im Frühherbst wird der Nachwuchs mit der ganzen Truppe in die Toskana aufbrechen

Bis zum September oder Oktober wird der neue Nachwuchs mit den Eltern hier am Bodensee und am Standort bleiben, ehe er im Frühherbst mit dem ganzen Truppe wieder in die warme Toskana aufbricht.

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