„Es war hell ohne Ende – und ein Knall, dass ich dachte, eine Bombe schlägt direkt neben mir ein.“ Waltraud Döring stand gerade im Badezimmer, als der Blitz bei ihr im Haus einschlug.

Döring wohnt im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Nellenbachstraße. Etwa um 7.30 Uhr am Dienstagmorgen war ein kurzes, aber heftiges Gewitter über Überlingen hinweggezogen. Ein Blitz traf das Haus, entfachte ein Feuer, sodass eine der Dachgeschosswohnungen nun nicht mehr bewohnbar ist.

Video: Hilser, Stefan

Die Polizei schätzt den Schaden auf ungefähr 150.000 Euro. Der Feuerwehr gelang es durch den Einsatz von 50 freiwilligen Helfern, das Feuer im Zaum zu halten, sodass es nicht auf andere Wohnungen übergriff.

Der Blitz traf den Dachstuhl und eine Wohnung neben Waltraud Döring. Sie rannte sofort auf den Flur. „Meine Nachbarin sagte mir, ich soll mal bei ihr reingucken, da oben raucht‘s.“ Sofort hätten sie Feuerwehr und Polizei alarmiert und alle Stockwerke abgeklappert. Waltraud Döring: „Wir haben an alle Türen gedonnert, damit das Haus evakuiert wird.“

Unbewohnbar: Nach einem Blitzeinschlag in in Mehrfamilienhaus in der Nellenbachstraße ist nach Polizeiangaben eine Dachgeschosswohnung ...
Unbewohnbar: Nach einem Blitzeinschlag in in Mehrfamilienhaus in der Nellenbachstraße ist nach Polizeiangaben eine Dachgeschosswohnung nicht mehr nutzbar. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Überlingen

Gabriele Stockburger wohnt ein Stockwerk tiefer. „Ich war noch im Bett, als der Blitz ins Haus einschlug. „Es war wahnsinnig hell.“ Durch die Rollläden hindurch sei das Licht geblitzt. „Und wumm! Es hat einen wahnsinnigen Schlag getan.“

„Da habe ich sofort gewusst: Oh weh!“
Gabriele Stockburger, Bewohnerin

Sie sei raus auf den Balkon, und da habe sie schon die Dachziegel gesehen, die vom Blitz aus dem Dach gesprengt und auf ihren Balkon geschleudert wurden.

Das könnte Sie auch interessieren

Die am meisten betroffene Bewohnerin, deren Wohnung in Flammen aufging, wollte nicht mit Namen in der Zeitung genannt werden, zu sehr stand sie noch unter dem Eindruck des Geschehens. Wie sie gegenüber dem SÜDKURIER jedoch berichtete, habe sie noch geschlafen, als es knallte. Quasi im selben Moment habe sie schon gesehen, wie die Flammen in der Wohnung stehen, und sei sofort auf den Flur gerannt, wo sie ihre Nachbarin, Waltraud Döring, traf.

Die enge Bebauung in dem Wohnquartier machte den Einsatz der Wehrleute kompliziert.
Die enge Bebauung in dem Wohnquartier machte den Einsatz der Wehrleute kompliziert. | Bild: Hilser, Stefan

Die Feuerwehr rückte mit etwa 50 Kräften aus. Den Einsatz leitete Kommandant Ludwig Ehing. Wie er dem SÜDKURIER schilderte, seien die ersten Minuten entscheidend dafür gewesen, ein Übergreifen auf andere Wohnungen zu verhindern. Besonders herausfordernd sei die enge Wohnbebauung gewesen, die es erforderte, dass die insgesamt acht Fahrzeuge aus den verschiedenen Richtungen zum Einsatzort stießen.

Mögliche Schäden durch Löschwasser in den Wohnungen

Um das Feuer gänzlich zu löschen, mussten Teile des Daches freigelegt werden. Mit Hilfe der Wärmebildkamera wurden Glutnester unter der Dachhaut identifiziert und gezielt abgelöscht, heißt es in einem Pressebericht der Feuerwehr. „Inwieweit die weiteren Wohnungen des Mehrfamilienhauses durch das Löschwasser oder die defekte Elektrik in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.“

Insgesamt über 60 freiwillige Helfer von Feuerwehr und DRK waren vor Ort, um Menschen und Eigentum vor einem Raub der Flammen zu schützen.
Insgesamt über 60 freiwillige Helfer von Feuerwehr und DRK waren vor Ort, um Menschen und Eigentum vor einem Raub der Flammen zu schützen. | Bild: Hilser, Stefan

Verletzt wurde bei dem Einsatz glücklicherweise niemand. Die Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes, das mit elf Freiwilligen und zwei Hauptamtlichen ausrückte, lag in der Betreuung der Bewohner, der Absicherung der Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Getränkebereitstellung für Bewohner und Einsatzkräfte, sowie in der Absprache mit der Stadt Überlingen zur vorläufigen Unterbringung der Bewohner des betroffenen Hauses.

Feuerwehreinsatz in der Nellenbachstraße.
Feuerwehreinsatz in der Nellenbachstraße. | Bild: Hilser, Stefan