Aufatmen bei der Stadt und grünes Licht für die Landesgartenschau, die den Floristen im nächsten Jahr mit der ehemaligen Kapuzinerkirche eine attraktive Location mit historischem Flair bieten will. Mit der statischen Ertüchtigung des alten Dachstuhls aus dem 17. Jahrhundert sei die erste und wichtigste Etappe der vorläufigen Sanierung abgeschlossen, teilte die Stadt jetzt in einer Presseinformation mit. Bei einer Baustellenbesichtigung habe sich Baubürgermeister Matthias Längin in Anwesenheit von Hans-Jürgen Klose von der Werkstatt für Baudenkmalpflege ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten gemacht.

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Fachmann Hans-Jügen Klose von der Werkstatt für Baudenkmalpflege in Rot an der Rot bei einer Besichtigung des maroden und einsturzgefähredeten Dachstuhls.
Fachmann Hans-Jügen Klose von der Werkstatt für Baudenkmalpflege in Rot an der Rot bei einer Besichtigung des maroden und einsturzgefähredeten Dachstuhls. | Bild: Hanspeter Walter

Schon 2017 Untersuchung des maroden Gebälks

Der Fachmann aus Rot an der Rot hatte schon 2017 eine Untersuchung des maroden Gebälks vorgenommen, ein Gutachten erstellt und im Vorjahr ein Konzept zur Instandsetzung vorgelegt, das er im April dem Gemeinderat vorstellte. Der hatte zuvor zum einen die mangelnde Transparenz, zum anderen die Verzögerungen bei den Sanierungsmaßnahmen beklagt. So war die Ausschreibung der notwendigen Arbeiten erst Ende März vorgenommen worden, nachdem das Gremium Druck auf das Bauamt gemacht hatte.

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Denn schon im Dezember 2017 hatte die Verwaltung aufgrund des kritischen Bauzustandes für den Kapuziner eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Im Januar 2018 machte sich der Bauausschuss ein Bild von den massiven Schäden am Dachstuhl. Bei den Kulturveranstaltungen musste seitdem improvisiert werden. Erst im Januar 2019 fasste der Gemeinderat den Projektbeschluss zur Sanierung des Kapuziners in zwei Bauabschnitten.

Die Wiese vor der Kapuzinerkircher.
Die Wiese vor der Kapuzinerkircher. | Bild: Deck, Martin

„Dringend erforderliche Schönheitsreparaturen“

Der erste Abschnitt beinhaltet sowohl Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes, damit es für die Blumenschau während der Landesgartenschau 2020 genutzt werden kann, aber auch vorbereitende Maßnahmen für die umfängliche Sanierung sowie „dringend erforderliche Schönheitsreparaturen“, wie es heißt. Neben den Sicherungsmaßnahmen am Tragwerk des Holzdaches müssen noch die Beleuchtung und die gesamte Elektrotechnik ertüchtigt werden. Auch zusätzliche brandschutztechnische Maßnahmen wie der Einbau eines Rauch-Wärme-Abzugs müssen bis zum Jahresende noch erfolgen.

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Für die bis zur Landesgartenschau erforderlichen Arbeiten hatte das Technische Facility Management im April die Kosten mit rund 250 000 Euro beziffert. Im zweiten Bauabschnitt, so die Beschlusslage vom April 2019, soll dann die Sanierung des gesamten Gebäudes erfolgen. Grundlage dafür solle ein „noch zu erstellendes detailliertes und wirtschaftlich nachhaltiges Nutzungskonzept für die Zeit nach der Landesgartenschau“ sein, heißt es in der Presseinformation.