Mit neuen Ideen und einem neuen Konzept will sich die Freie Kunstakademie Überlingen zum einen selbst noch breiter aufstellen, zum anderen in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden – mit ihren vielfältigen Kreativangeboten, aber auch als attraktive Location. „Wir wollen noch viel mehr zu einem Kulturtreff in der Stadt werden“, sagt Diana Lukas, die sich als Dozentin schon seit vielen Jahren für die Einrichtung engagiert.

Gemeinsam wollen die beiden Gesellschafter und Geschäftsführer Diana Lukas und Rouven Friess (unten) die Freie Kunstakademie am Mantelhafen mit einem neuen Konzept stärker öffnen und zu einem Kulturtreff für die Stadt machen.
Gemeinsam wollen die beiden Gesellschafter und Geschäftsführer Diana Lukas und Rouven Friess (unten) die Freie Kunstakademie am Mantelhafen mit einem neuen Konzept stärker öffnen und zu einem Kulturtreff für die Stadt machen. | Bild: Hanspeter Walter

„Uns ist an einem vielfältigen Kulturprogramm hier gelegen“

Nun hat Diana Lukas nicht nur die künstlerische Gesamtleitung übernommen, sondern ist neben Geschäftsführer Rouven Friess als weitere Gesellschafterin auch finanziell mit eingestiegen. „Uns ist an einem vielfältigen Kulturprogramm hier gelegen, das ganz verschiedene Menschen anspricht“, sagt Lukas. Das könne durchaus von externen Mitstreitern beziehungsweise Partnern gestaltet werden, die die besondere Atmosphäre der denkmalgeschützten ehemaligen Turnhalle nutzen.

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Kulturverein macht Schluss

So war unter anderem der Kulturverein Überlingen mit seinen Konzerten und Lesungen seit inzwischen zehn Jahren hier präsent. Doch dem verbliebenen Aktiventrio Joachim Büchelmaier, Karin Merkle und Werner Johannes gehen die Mitstreiter aus und sie machen demnächst Schluss. Am 28. Juli haben sie noch einmal den Geiger Michael Grube zu Gast und für den 26. Oktober planen sie mit einer großen Abschieds-Gala den Showdown. Joachim Büchelmaier hofft, dass andere die entstehende Lücke schließen werden.

Die alte Turnhalle am Mantelhafen wurde im Jahr 1876 fertiggestellt und steht unter Denkmalschutz.
Die alte Turnhalle am Mantelhafen wurde im Jahr 1876 fertiggestellt und steht unter Denkmalschutz. | Bild: Hanspeter Walter

Auf der anderen Seite will das Theater Magaal von Carlos Goeschel, das hier schon einige Projekte realisiert hat, die Räume möglicherweise zu einem festen Standort machen. Auch beim Promenadenfest will die Kunstakademie auf sich aufmerksam machen und um Kulturinteressierte werben. Nach der Ausstellung „Bild 19“ am vergangenen Wochenende besteht jetzt auch am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr Gelegenheit, bei einem sogenannten „Werk-Shop“ die Arbeit und die Räume kennenzulernen.

Kubanischer Abend am 3. August

„Gerne bieten wir die Räume interessierten Nutzern an und freuen uns auf eine kulturelle Vielfalt“, sagt Diana Lukas. Demnächst wird die Kunstakademie selbst die ersten Veranstaltungen mit Musik und Tanz anbieten. „Am 3. August wird es einen echten kubanischen Abend geben“, freut sich Rouven Friess schon jetzt auf ein Programm mit Salsa und mehr. Garant für Authentizität sollen drei kubanische Gäste sein – auf der Bühne wie am DJ-Pult.

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Workshops am Wochenende

Im Kunstbereich wollen Diana Lukas und Rouven Friess verstärkt auch auf Wochenend-Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten setzen. So wird es nach den Sommerferien im September die Wiederholung eines Siebdruck-Kurses mit Jan Beeskow geben, der bei der Premiere im April erfolgreich war. Im Oktober beginnt auch wieder ein neues Studienjahr für ein Einsteiger. Derzeit absolvieren gut 20 Studentinnen und Studenten diese professionelle Ausbildung durch erfahrene Dozenten. Aus der Not heraus hatte die Kunstakademie im Vorjahr vor dem Hintergrund einer drohenden Kündigung beziehungsweise einer Mieterhöhung ihre Studiengebühren anheben müssen, wie Diana Lukas sagt. Nachdem allerdings ein Arrangement mit den Vermietern getroffen wurde, werden die monatlichen Gebühren auf 200 Euro gesenkt.

Diese Ausstellung der Freien Kunstakademie trug den Titel „Unter Null“ und zeigte 30 mal 30 Zentimeter große Bilder zum Thema.
Diese Ausstellung der Freien Kunstakademie trug den Titel „Unter Null“ und zeigte 30 mal 30 Zentimeter große Bilder zum Thema. | Bild: Sabine Busse

Mehr Arbeit mit Kindern

Noch mehr Kontinuität will die Freie Kunstakademie auch in ihre Arbeit mit Kindern bringen und ab Oktober ebenfalls regelmäßige Kurse anbieten. Schon mal reinschnuppern können Jungen und Mädchen von acht bis 12 Jahren bei zwei Ferienkursen zu Beginn der Sommerferien.

Im kommenden Jahr wird sich die Kunstakademie auch an der Landesgartenschau beteiligen – mit Wochenendangeboten in den eigenen Räumen und im Uferpark. „Das Programm steht schon“, sagt Diana Lukas und freut sich auf die Kooperation. „Wir werden eine Dauerinstallation hier einrichten mit Pflanzen, die wachsen und verwelken.“ Auch im Uferpark sind Kurse für Kinder vorgesehen, in den Menzingergärten für Erwachsene. Bei schlechtem Wetter gebe es ja die Ausweichmöglichkeit in die eigenen Räume. Insgesamt verspricht sich Lukas insbesondere durch die Aktion draußen eine verbesserte Außenwirkung.

Einblicke am Festwochenende

  • Semesterausstellung: Während des Promenadenfests öffnet die Freie Kunstakademie auch dieses Jahr wieder ihre Pforten. Unter dem Titel „Werk-Shop“ veranstaltet sie in ihren Räume in der alten Turnhalle am Mantelhafen eine große Semesterausstellung. Wie der Titel Werk-Shop schon andeutet, können die künstlerischen Werke nicht nur betrachtet, sondern auch gekauft werden. Die Ausstellung ist am Samstag, 20. Juli, und am Sonntag, 21. Juli, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
  • „Sommerfarben für Superhelden“ lautet der Titel des besonderen Angebots für Kinder zu Beginn der Sommerferien. Zielgruppe sind Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und 12 Jahren, die „ihre Kenntnis in Malerei und Zeichnen vertiefen wollen“, heißt es in der Ausschreibung. Die erste Woche von 29. Juli bis 2. August begleitet die Künstlerin Elena Zipser, für die zweite Woche von 5. bis 9. August zeichnet Barbara Baumgart verantwortlich. Die Kurse finden jeweils von 9 bis 14 Uhr statt und kosten 95 Euro. Maximal 12 Kinder können teilnehmen. Anmeldung über E-Mail info@fkue.de oder Tel. 0 75 51/93 66 17. Im Internet: www.fkue.de. Ab Oktober wird es auch regelmäßige Angebote für Kinder geben.
  • Siebdruck lernen: Zum wiederholten Mal bietet der junge Künstler Jan Beeskow am Wochenende 14./15. September einen Kompaktkurs zum Thema Siebdruck an. In diesem Workshop geht es um grundlegenden Arbeits- und Funktionsweisen des Siebdrucks. Im Mittelpunkt stehen dabei die Möglichkeiten der Schablonentechnik, die auch ohne größere Anschaffungen und Belichtungsverfahren ausgeführt werden kann. Alle Teilnehmer sollen im Kurs lernen, mit der Schablonentechnik zu arbeiten, unter Hilfestellung Entwürfe zu fertigen und diese dann auf Papier zu drucken. Kursziel ist der Entwurf und die Fertigung einer Poster-Kleinserie.