„Wenn wir heute aus der Tür rausgehen, ist die Salemer Realschule Geschichte.“ Die Schulbeste, Samira Viellieber, rückte das Schulaus bei dem von vier Schülerinnen vorbereiteten Rückblick auf die sechsjährige Schulzeit ihrer Klasse in den Mittelpunkt. Denn: 20 Schüler erhielten am Donnerstagabend als letzte Salemer Realschulklasse ihre Reifezeugnisse. Es war ein fröhlich- wehmütiger und zugleich abwechslungsreicher Abend voller Lob für Lehrer und Schüler.

Die dreistündige Feierlichkeit war eingerahmt von jeder Menge Musik der ehemaligen Schulband unter Leitung von Almut Stöckl. In mal sehnsuchtsvoll, mal peppig anmutenden Stücken spiegelten sich Abschieds- und Aufbruchstimmung. In einer Fotoschau sowie Rate -und Schätzspielen mit Lehrern und Schülern zeigte sich der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen, wie zu ihren 14 Pädagogen. Das Kollegium nebst Schulsekretärin, das sie über die Jahre begleitet hatte, bedachten die Absolventen mit Blumen Geschenken und Dankesworten.

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Der ehemalige Elternbeirat Oliver Endrikat überreichte Büchergutscheine an die Lehrerschaft und bedachte sie mit Lobes -und Dankesworten. Es sei eine besondere Schule mit ganz besonderen Lehrern gewesen. Zum Entscheid der Gemeinde, die Realschule auslaufen zu lassen, meinte er: „Es war ein ganz großer Fehler, den die Stadt gemacht hat.“ Bürgermeister Manfred Härle betonte in seiner Ansprache ebenfalls das herausragende Engagement von Rektorin und Kollegium. Härle betonte der Schulschließung sei ein „langer und kontrovers geführter Prozess vorangegangen.“ Alle Beteiligten hätten das Beste gewollt und es habe unterschiedliche Meinungen gegeben. Letztlich habe sich die Gemeinde als Schulträger für die Form der Gemeinschaftsschule entschieden. Er sei dankbar, dass alle Unterrichtenden in umliegenden Schulen eine neue Stelle gefunden hätten. Den scheidenden Zehntklässlern wünschte der Härle in Anlehnung an Albert Einstein, immer „leidenschaftlich neugierig“ zu bleiben. Petra Blust vom Staatlichen Schulamt Markdorf nahm den „Schluss der RS Salem“ als Anlass, sich vor allem bei der Schulleitung zu bedanken: „Sie haben die Schule bis zum Schluss gut, engagiert und mit viel Kompetenz vertreten.“

Dass die vergangenen sechs Schuljahre nicht immer einfach waren, betonte Schulleiterin Carolin Haltebourg. Schüler oder Lehrer einer auslaufenden Schule zu sein, sei zeitweise ganz schön anstrengend gewesen. Den bis zum Schluss unterrichteten Mädchen und Jungen habe mangels weiterer Schulklassen die ganze Aufmerksamkeit gegolten. Kein noch so kleiner Fehltritt sei unentdeckt geblieben. Auch dem geschrumpften Kollegium habe manchmal die Vielfalt des Unterrichtens gefehlt. „Sechs Jahre Realschule sind genug“, so Haltebourgs Fazit. Den Abschlussschülern wünschte sie, sie mögen ihre schlummernden Talente entdecken. Mit Trauerflor und Kranz trugen Maximilian Lotz und Niklas Ziegler schließlich ihre Schule verbal zu Grabe. Sie erinnerten an Highlights wie Adventsbasare und Englandfahrt. Trotz Abschiedswehmut, ließen alle Schüler vor dem Weildorfer Dorfgemeinschaftshaus noch Luftballons steigen.

Tag der geschlossenen Tür

Der Förderverein der Realschule Salem will allen ehemaligen Schülern sowie den Eltern, Lehrern und allen anderen Interessierten und Unterstützern der Schule vor der endgültigen Schließung der Realschule noch einmal die Gelegenheit bieten, sich zu treffen. Er veranstaltet daher am Sonntag, 14. Juli, von 16 Uhr bis 19 Uhr ein Picknick auf dem Schulhof des Bildungszentrums Salem. Laut der Ankündigung soll ein gemeinsamer Austausch über Erinnerungen an die Realschule Salem stattfinden. Die Realschule selbst bleibt während der Veranstaltung geschlossen. Wie die Verantwortlichen betonen, ist kein festes Programm vorgesehen. Es soll keine Ansprachen geben. Stattdessen darf jeder, der es möchte, ein oder mehrere Erinnerungsstücke an die Realschule Salem und seine Zeit dort mitbringen. Wie es in der Ankündigung heißt, kann es sich dabei zum Beispiel um Fotos, Schülerzeitungen oder auch andere Gegenstände handeln. Wer möchte, kann aber auch einfach nur kommen, um ehemalige Mitschüler und Lehrer zu treffen. Der Förderverein der Realschule Salem würde sich freuen, wenn jeder der Teilnehmer etwas zu Essen für ein gemeinsames Buffet mitbringen könnte. Allerdings sollte es sich dabei um nichts handeln, was Teller oder Besteck erfordert.