Nach rund dreimonatiger Corona-Zwangspause hat der Sauna- und Wellnessbereich der Meersburg Therme seit Mittwoch wieder für die Besucher geöffnet. Das Thermalbad selber bleibt – wie die Schwimmbecken im Strandbad – vorerst geschlossen. Im nächsten Schritt wird der Thermalbadgarten Mitte des Monats für Publikumsverkehr geöffnet.

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Außengastronomie ohne Eintritt nutzbar

Der Besuch der Außengastronomie kann ohne Eintritt in eines der Bäder erfolgen. Zudem sollen auf der Wiese unterhalb der Terrasse Liegestühle vermietet werden. Dadurch kann über den Verbindungsgang die Nutzung des Strandbads zu einem Spontanbesuch ohne vorherige Onlinebuchung ermöglicht werden, erklärt Geschäftsführer Fabian Dalmer. Einen Termin zur Öffnung der Schwimmbecken in beiden Betriebszweigen könne er nicht nennen. „Wir müssen abwarten und die Gesamtsituation beobachten.“

Wahrung der Hygienevorschriften

Die Regelungen in Deutschland seien nicht einheitlich, keiner wisse, ob eine zweite Corona-Welle kommt. Unter Wahrung der Hygienevorschriften mit Blick auf die Betriebswirtschaftlichkeit werde alles getan, „um Einheimischen und Gästen so schnell wie möglich den Zugang zu den Bädern zu geben“, sagt Betriebsleiter Dalmer.

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Somit ist die Wiedereröffnung der Saunawelt ein weiterer Schritt in Richtung Normalbetrieb. Bis zu 120 Gäste dürfen zeitgleich in die Anlage. „Unser großzügiger Außenbereich gestattet zumindest jetzt im Sommer dieser Gästezahl den Aufenthalt in dem schönen Saunagarten“, erklärt Dalmer. In normalen Zeit biete die Saunaanlage Platz für 190 bis 220 Personen.

Video: Jäckle, Reiner

Bunte Hölzchen als Zähler für die Saunen

Die Belegung in den einzelnen Saunen werde durch bunt angemalte Holzstöcke reguliert. Vor jeder Sauna steht ein Kasten mit andersfarbigen Holzstöcken, ist der Kasten leer, so befindet sich die höchstmögliche Anzahl an Besuchern in der Räumlichkeit und man müsse warten oder eins der anderen Dampf- oder Saunabäder aufsuchen. „Damit muss nicht jedes Mal die Tür geöffnet werden, um zu sehen, wie viele Gäste bereits drinnen sind“, erläutert Dalmer.

Kleiner Wermutstropfen für die Stammbesucherin

Rund 60 Personen nutzten die ersten Stunden des ersten Tages für den Saunagang. Von der Schwäbischen Alb kam Karin Schnitzer als eine der ersten Besucherinnen. „Ich bin so froh, dass die Sauna wieder offen ist“, sagt sie. Damit sich die gut dreistündige Hin- und Herfahrt lohne, habe sie am Morgen spontan ein Sechs-Stunden-Ticket online gelöst und nun genieße sie den Kurzurlaub.

Kaffee trinken im Sonnenschein auf der Terrasse der Gastronomie im Saunabereich. Karin Schnitzer war eine der Ersten, die zur Wiedereröffnung des Sauna- und Wellnessbereichs der Meersburg Therme am Mittwoch kamen.
Kaffee trinken im Sonnenschein auf der Terrasse der Gastronomie im Saunabereich. Karin Schnitzer war eine der Ersten, die zur Wiedereröffnung des Sauna- und Wellnessbereichs der Meersburg Therme am Mittwoch kamen. | Bild: Lorna Komm

„Ich habe das Ambiente nicht jede Woche und die kleinen Hürden wie die Maskenpflicht im Eingangsbereich stören mich nicht, das ist wie beim Einkaufen“, meint Schnitzer. Die Regelungen wie die Stöckchen zur Kontrolle der Besucherzahlen empfinde sie sogar als angenehm: „Coole Sache, weil ich gehe sowieso nicht rein, wenn schon zu viele Menschen drin sind.“ Einzig, dass der Außenpool der Sauna geschlossen ist, sei ein kleiner Wermutstropfen für die Stammbesucherin. „Aber dafür war ich im See, das war auch schön“, sagt Schnitzer.

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Warum sind die Strandbad-Becken nicht offen?

Ähnlich äußert sich die Meersburgerin Anet Knüpfer zu den gesperrten Schwimmbecken im benachbarten Strandbad. „Ich komme seit Jahren mit meinem Nachwuchs ins Strandbad und bin sehr traurig, dass die Becken nicht aufhaben.“ Für die kleinen Kinder sei es schwierig, im See zu baden. Am Steg wird es gleich tief, dort dürfen nur Schwimmer ins Wasser. Unterhalb des Kinderspielplatzes sei es sehr steinig. „Ich verstehe nicht wirklich, warum die Becken nicht offen sind“, meint Knüpfer. Auf Spielplätzen seien die Kinder doch auch nah beisammen und die Obhut liege in der Verantwortung der Eltern. Trotzdem genieße sie ihren Aufenthalt am See. Vorteilhaft sei es, dass man mehr Platz habe. Verbesserungswürdig befand sie die Buchung des Online-Tickets. „Es ist schwierig, weil man nur mit Visakarte oder Paypal zahlen kann, das hat nicht jeder.“

Obwohl sie es schade findet, dass die Schwimmbecken geschlossen sind, kommt die Meesburgerin Anet Knüpfer gerne mit ihrer Familie ins Strandbad.
Obwohl sie es schade findet, dass die Schwimmbecken geschlossen sind, kommt die Meesburgerin Anet Knüpfer gerne mit ihrer Familie ins Strandbad. | Bild: Lorna Komm

Kritik an der Onlinebuchung des Tickets äußerte auch das Urlauberpaar Henes aus der Tübinger Gegend. „Es ist mir nicht verständlich, dass Tickets nur online gekauft werden können“, sagt der Mann. Zumal der Kassenschalter besetzt sei, „da muss man flexibler im Umgang mit Gästen werden“. Durch Öffnung der Sauna war es ihnen aber möglich, Tickets für das Strandbad an der Kasse des Thermalbads zu erwerben. Die Sperrung der Becken habe sie gar nicht interessiert. „Ins Freibad können wir auch zuhause gehen. Im Urlaub wollen wir im See baden“, war das Paar sich einig.

Während die Menschen im See baden, genießen die Enten die Ruhe im Schwimmerbecken.
Während die Menschen im See baden, genießen die Enten die Ruhe im Schwimmerbecken. | Bild: Lorna Komm (lko)