Unisono hat sich der Gemeinderat für eine Resolution ausgesprochen, die ausschließlich die Belange der Stettener Bürger im Fokus hat. „Fast das ganze Dorf ist betroffen“, unterstrich Bürgermeister Daniel Heß die Tragweite der B1-Trasse der B 31-neu in öffentlicher Sitzung. Bislang hatte die kleine Seegemeinde sich immer für die Hinterlandtrasse ausgesprochen und bereits im Juli ein entsprechendes Resolutionspapier an das Regierungspräsidium Tübingen versandt.

Daniel Heß, Bürgermeister: „Wir tun weder Markdorf noch Meersburg oder Hagnau weh.“
Daniel Heß, Bürgermeister: „Wir tun weder Markdorf noch Meersburg oder Hagnau weh.“ | Bild: SK

Vorzugsvariante B1 wird mitgetragen

Nach Bekanntwerden der Entscheidung für die Vorzugsvariante B1 will die Gemeinde Stetten diese nun mittragen. Allerdings pochen Bürgermeister Daniel Heß und die Gemeinderäte auf Entgegenkommen von der Planerseite. Der Schutz der Einwohner zwischen „Roggele“und „Untere Braite/Hüllo“, das Bewahren der „sensiblen Bodenseelandschaft, sowie die Entlastung der Stettener Ortsdurchfahrt“ sind wesentliche Forderungen des neuen Resolutionsschreibens.

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Der Bürgermeister betonte, die formulierten Optimierungslösungen beträfen ausschließlich Stettheimer Gemarkung. „Wir tun weder Markdorf noch Meersburg oder Hagnau weh“, sagte er. Die geforderten Optimierungen betreffen unter anderem ein Absenken/Überdeckeln der B 31-neu auf dem Gelände westlich und östlich des Trielbergs, eine lückenlose Tunnelführung/Überdeckelung im Gebiet Stetten Süd sowie den Rückbau der bestehenden B 31 zu einer Kreisstraße mit weiter bestehender Anbindung von Stetten an den ÖPNV. Die B 33 soll nordöstlich der Seegemeinde durch eine „Umgehungsspange“ angebunden werden.

Die B 31-alt im Süden von Stetten führt quer durch die Gemarkung. Laut Planung wird die Vorzugstrasse B1 ebenfalls hier entlanglaufen. Die Räte sprechen sich nun dafür aus, dass „barrierefreie Zugänge für Einheimische und Touristen im Bereich Südwest/Süden und Südost zum Bodensee“ inklusive der Verbindungswege von der Wohnbebauung Stettens hin zum See entstehen.
Die B 31-alt im Süden von Stetten führt quer durch die Gemarkung. Laut Planung wird die Vorzugstrasse B1 ebenfalls hier entlanglaufen. Die Räte sprechen sich nun dafür aus, dass „barrierefreie Zugänge für Einheimische und Touristen im Bereich Südwest/Süden und Südost zum Bodensee“ inklusive der Verbindungswege von der Wohnbebauung Stettens hin zum See entstehen. | Bild: Santini, Jenna

Bergmännischer Tunnelbau durch einen Höhenzug

Ferner setzt sich das Ratsgremium für einen „bergmännischen Tunnelbau für die B 31-neu durch den Höhenzug ‚Hüllo‘“ ein. Außerdem fordern die Räte „barrierefreie Zugänge für Einheimische und Touristen im Bereich Südwest/Süden und Südost zum Bodensee“ inklusive der Verbindungswege von der Wohnbebauung Stettens hin zum See. Weiter sieht der Resolutionsbeschluss vor, Wanderern, Joggern und Waldbesitzern den Zugang zu dem Naherholungsgebiet „Weingartenwald“ auch nach dem B 31-Neubau zu ermöglichen. Über Querungen der B 31-neu sowie eine B 33-Zubringerspange müsste das umsetzbar sein.

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Bevölkerung soll so bald wie möglich genau informiert werden

Martin Frick (CDU) sagte, es sei unabdingbar, dass die Planer der Kommune „jetzt entgegen kommen“. Für Klaus Horn (FWV) enthielt die Resolution alles Relevante für alle Bürger. Sein Fraktionskollege Jürgen Kammerer meinte, die Bevölkerung müsse detailliert informiert werden, sobald es Corona zulasse. Der Bürgermeister unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Gemeinde weiter an Planung und Verfahren beteiligt werde. Die weitere Beteiligung ist ebenfalls Teil der Beschlusserklärung. Ebenso der Wunsch, nach Möglichkeit eine „zweibahnige, vier streifige Lösung ohne Standstreifen“ umzusetzen.

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