Die Stadt überarbeitet ihr Veranstaltungskonzept, dem stimmte der Gemeinderat zu. So sollen, nach einer Pause 2019, die Open-Air-Konzerte 2020 mit drei Veranstaltungen fortgeführt werden, die bereits Ende Mai stattfinden sollen. Dadurch will Meersburg die Open-Air-Saison in der Region eröffnen. Vorgesehen ist unter anderem auch eine Neuausrichtung des Mittelaltermarktes, der künftig einen verstärkten pädagogischen und kulturellen Ansatz bekommen soll, wie Tourismuschefin Iris Müller und Bürgermeister Robert Scherer vorschlugen. Des Weiteren, so Müller, plane man eine neue Veranstaltung zwischen Weihnachten und Neujahr in der Altstadt. Für Details sei es noch zu früh.

Der Meersburger Mittelaltermarkt soll neu konzipiert werden. Doch ein Bestandteil bleibt auf jeden Fall: dieTeilnahme der Cavalieri di Santa Fina aus der toskanischen Partnerstadt San Gimignano.
Der Meersburger Mittelaltermarkt soll neu konzipiert werden. Doch ein Bestandteil bleibt auf jeden Fall: dieTeilnahme der Cavalieri di Santa Fina aus der toskanischen Partnerstadt San Gimignano. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Heiß diskutierten die Räte den Standort des Weihnachtsmarktes. Viele forderten, ihn wieder auf dem Marktplatz zu veranstalten. Aus Sicherheitsgründen hatte man ihn vor einigen Jahren vor das Rathaus und in die Vorburggasse verlegt. Der Bürgermeister meinte, man mache sich Gedanken: "Der Mittelaltermarkt entspricht nicht mehr unseren Qualitätsansprüchen. Wir sind eine Kunst- und Kulturstadt und können beim Mittelaltermarkt auch unsere Geschichte vermitteln." Deshalb werde man ihn neu ausschreiben. Eine Neuausrichtung stieß im Rat auf große Zustimmung, etwa bei Heinz Frey (FW). Er befürwortete ein "pädagogisches Konzept und authentische Händler". Georg Dreher (CDU) meinte, der bisherige Mittelaltermarkt "war zu sehr auf Kommerz ausgelegt und austauschbar".

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Der Rat beschloss jetzt zwar grundsätzlich schon einmal drei Open-Air-Konzerte 2020 sowie eine Neuausrichtung des Mittelaltermarktes, beauftragte die Verwaltung aber auch, ihm vorab die "konzeptionellen Entwürfe rechtzeitig zur Beratung vorzulegen". In puncto Open Airs fanden einige Räte, wie Markus Waibel (FW) "die Erhöhung auf drei problematisch", wegen der Belastung für die Anwohner. In den vergangenen Jahren hatte es zwei Konzerte gegeben, 2016 allerdings bereits drei. Boris Mattes (SPD) bezweifelte, ob "allein die terminliche Verlagerung den Effekt bringt", um sich von den anderen Städten abzuheben. Man solle eher wieder eine Veranstaltung auf die Beine stellen, die wirklich ein Alleinstellungsmerkmal für Meersburg sei, so wie einst der Mountain-Bike-Wettbewerb "Ride to the lake". Peter Köstlinger (CDU) sah das ebenso und schlug vor, den Mittelaltermarkt in den Sommer zu verlegen und den Weihnachtsmarkt an den See.

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Iris Müller betonte: "Als Veranstalterin kann man die Qualität beeinflussen, Maßstäbe selber setzen." Allerdings komme man organisatorisch und personell an die Grenzen, ebenso die Altstadt: "Wir können den Schlossplatz nicht jedes Wochenende bespielen." Die Rolle der Stadt als Veranstalterin stellte im Rat niemand infrage. Waibel sagte, was Müller da mache, "sei klassisches Stadtmarketing". Aber dafür sollte die Stadt eine eigene Abteilung aufbauen. Waibel will auch mehr Beteiligung des Rats und "die Bürger mitnehmen." Mattes monierte, noch handle es sich eher um eine Übersicht, als ein neues Konzept. "Über einige Themen muss man noch mehr reden."