Eine Baumfällaktion am Hedelbach erregt weiterhin Aufmerksamkeit. Zunächst hatten sich Markus Waibel (FW) und Monika Biemann (Umweltgruppe) in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik nach den Gründen erkundigt. Kurze Zeit später erklärte Stadtbaumeister Martin Bleicher, dass die Rodung auf einem Privatgrundstück stattgefunden habe. Pilzbefallene Eschen am Rand des dortigen Biotops hätten entfernt werden müssen, sagte Bleicher.

Die Naturschützer sprechen von über 30 Bäumen, "nicht nur kranken Eschen".
Die Naturschützer sprechen von über 30 Bäumen, "nicht nur kranken Eschen". | Bild: Hildegard Steiger

Nun meldet sich auch der BUND Meersburg zu Wort und signalisiert, dass die Aufklärung der Rodung noch gar nicht abgeschlossen ist. "Wie das zuständige Umweltamt dem BUND mitteilt, ist auch nach mehr als sechs Wochen nicht ganz geklärt, wer den erschreckend massiven Eingriff in das gesetzlich geschützte Groß-Biotop Am Hedelbach beauftragt hat", berichtet Vorsitzender Wilfried Steiger. Weder das Umweltamt noch die Stadt Meersburg seien über Art und Umfang der Fällaktion informiert worden. Steiger schreibt in seiner Mitteilung über 35 großgewachsene Bäume – "nicht nur kranke Eschen". Laut der Mitteilung stellt der BUND einen zunehmenden Mangel an Beachtung und Pflege der mehr als 80 Biotope auf Meersburger Gebiet fest. "Dies obwohl auch im aktuellen Landschaftsplan die gesetzlich geschützten Biotope als ein besonderer Wert für die Natur und die Umwelt bezeichnet werden", teilt BUND-Vorsitzender Wilfried Steiger mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Bereits vor 1993 seien die Biotope auf öffentlichem und privatem Grund im Einvernehmen mit allen Beteiligten als schützenswert erfasst und detailliert kartiert worden. Seitdem gelte auch das Beeinträchtigungsverbot dieser Biotope gemäß Bundesnaturschutzgesetz, erläutert Steiger. Einem Gutachten mit dem Namen “Biotopvernetzung Meersburg” zufolge sollen wertvolle Lebensräume auf Gemarkung Meersburg funktional und räumlich miteinander verbunden werden, "um damit zur Erhaltung einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft am Bodensee beizutragen". Erstellt wurde dieses Gutachten Anfang der 90er-Jahre. Der örtliche BUND hegt Zweifel, ob aktuell noch an der Umsetzung dieses Maßnahmenpakets festgehalten wird.

Stadt: "Immer wieder absichtliche Beschädigungen"

Und auch die Stadt Meersburg schreibt in einer Mitteilung: "Leider kam es in letzter Zeit immer wieder zu absichtlichen Beschädigungen und Verstümmelungen an Bäumen auf der Gemarkung Meersburg." In ganz extremen Fällen seien Bäume sogar einfach in einer Nacht- und Nebelaktion gefällt worden. Die Verwaltung erklärt, dass die Täter "mit empfindlich hohen Geldstrafen rechnen müssen".