Er ist ein echter Spartaner: Marcel Wunn aus Hepbach. Spartaner nennen sich die Extremhindernisläufer, die durch Matsch rennen, riesige Holzhindernisse überwinden und dann auch noch lange Strecken zurücklegen. Der 33-Jährige hat es geschafft, sich für die Spartan-Europameisterschaft der Obstacle Course Racing (OCR), wie der Extremhindernislauf heißt, zu qualifizieren. Und diese fand im schweizerischen Verbier statt.

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„Es war ein unglaublich cooles Wochenende“, resümiert Marcel Wunn. „Vor allem die Eröffnung mit der Nationenparade war schon beeindruckend.“ Danach fanden drei Rennen an zwei Tagen statt. Die Europameisterschaft ging am Samstag über die Halbmarathon-Distanz. Am Sonntag folgten dann noch ein Zehn-Kilometer- sowie ein Fünf-Kilometer-Rennen. Und der Hepbacher war bei allen drei Wettkämpfen am Start.

Dabei erlebte er ein wahres Wechselbad der Gefühle – sowohl in den Rennen als auch wettertechnisch. Am Samstag brannte die Sonne vom Himmel und Marcel Wunn bekam sogar trotz Sonnenschutz Sonnenbrand. Nur 24 Stunden später kämpfte sich der 33-Jährige durch Schneefall.

Bergauf an der Spitze, bergab war es nicht einfach

Bei der Spartan-Europameisterschaft waren zahlreiche gute Athleten am Start. „Neben der großen Konkurrenz war die Luft auch sehr dünn“, sagt Marcel Wunn. „Anfangs ging es etwa zehn Kilometer bergauf, was mir richtig gut gelegen hat.“ Als der Bergsee erreicht war, folgte eine etwa elf Kilometer lange, teils steile Bergab-Passage durch schmale Trails zurück bis nach Verbier. Und genau in diesem Streckenteil kam Marcel Wunn nicht ganz so gut zurecht. „Ich habe bergauf gut mithalten können“, sagt er. „Als es dann aber in engen Trails bergab ging, verlor ich zahlreiche Plätze.“

Marcel Wunn am Hindernis „Monkey Bars“. Der Hepbacher Extremsportler nahm an der Spartan-Europameisterschaft im schweizerischen Verbier teil.
Marcel Wunn am Hindernis „Monkey Bars“. Der Hepbacher Extremsportler nahm an der Spartan-Europameisterschaft im schweizerischen Verbier teil. | Bild: sportograf

Das Zehn-Kilometer-Rennen am Sonntag musste wegen des Schneefalls sogar gekürzt werden. Auch hier hatte der Hepbacher vor allem bergab seine Probleme. Ansonsten lief alles nach Plan. „Ich habe noch nie einen so heftigen Zehner absolviert“, erzählt Marcel Wunn. „Die Strecke gepaart mit dem Schnee war einfach unglaublich heftig.“ Den abschließenden Sprint haben viele genutzt, um auch ein Gemeinschaftsrennen zu absolvieren. „Hier hat man sich viel geholfen und gegenseitig angefeuert“, so der 33-Jährige. „Da war eine super Stimmung und es hat Riesenspaß gemacht.“

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Mit drei Medaillen zurück nach Hepbach

Letztlich kehrte Marcel Wunn mit drei Finisher-Medaillen zurück nach Hepbach. „Alles in allem war die Spartan-Europameisterschaft in Verbier eines meiner genialsten OCR-Erlebnisse, das ich jemals hatte“, sagt er. „Ich freue mich, schon bald mal wieder in Verbier zu sein und vor allem alle Extremhindernisläufer wieder zu sehen.“ Eigentlich hätte sich Marcel Wunn auch für die Weltmeisterschaft Ende September in den USA qualifiziert, aber die meisten Europäer werden nicht dabei sein, weil sie kein Einreisevisum bekommen.