Das waren sie also: unsere Pfingstferien 2020. Vor Corona sah die Planung so einiges vor: Zu einer Hochzeit waren wir eingeladen, eine kleine Outdoormesse wollten wir mit ausrichten, dabei zelten und mit einer befreundeten Familie ins Ferienhäuschen fahren. Geblieben ist uns das Ferienhäuschen im Schwarzwald.

Wohltuende Pause vom Homeschooling

Die drei Tage raus von daheim, mit Freunden grillen, chillen, wandern, spielen haben sich dennoch richtig nach Urlaub angefühlt. Nach zwölf Wochen daheim einfach mal was anderes zu sehen, tat so gut. Und zur Freude meiner Tochter – endlich zwei Wochen kein Homeschooling! Und ja, ich gebe es zu – zur noch größeren Freude meinerseits. Dieser Stressfaktor zwischen uns fiel zumindest mal weg.

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Als Saisonkartenbesitzer ging es natürlich in den Ferien auch ins Spieleland. Die Kinder freuten sich über neue Fahrgeschäfte, wobei Emma es durchaus gemein fand, dass sie die Maske tragen musste, die jüngeren Kinder aber nicht. Ja, es war ein schöner Tag. Aber lange nicht so unbeschwert wie früher. Das habe ich wirklich vermisst, die Spontanität und Sorglosigkeit, mit denen wir sonst solche Nachmittage verbracht haben.

Sehnsucht nach Gemeinschaft

Neulich in einem Online-Kindergottesdienst sagte jemand: „Die Sehnsucht verlagert sich.“ Vor Corona sehnte man sich nach weniger Terminstress, mehr Zeit, Ruhe. Während Corona bedeutet Sehnsucht die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach den Freunden, den Großeltern, nach Berührungen.

Besuch bei den Großeltern

Und tatsächlich haben die Kinder in den Ferien erstmals auch andere Freunde getroffen als unsere bisherigen Kontaktfamilien. Und wir waren das erste Mal seit fast drei Monaten wieder einen ganzen Tag bei Oma und Opa. Das Strahlen der Kinder hörte nicht mehr auf, so glücklich waren sie.

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Ich freue mich – und spüre leise in mir dennoch das schlechte Gewissen. Wenn wir Freunde treffen, fühle ich mich schlecht gegenüber meinen Eltern, denen Abstand sehr wichtig ist. Wenn ich im Haushalt rumwerkle oder diese Kolumne schreibe statt mit den Kindern zu spielen. Wenn meine Kinder in die Notbetreuung können, während andere seit drei Monaten noch keinen einzigen Tag im Kindergarten waren. Wenn ich mich bei meinem Schnupfen frage „Was wäre, wenn“ und trotzdem raus gehe. Wenn ich sehe, wie gut es uns geht und ich dennoch so viel jammere.

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Ich sollte es machen wie die Kinder: in allem das Gute sehen. So konnten ihnen auch die Regentage nichts anhaben. Endlich genug Zeit zum drinnen spielen, Heimkino machen, zum Matsch sammeln und Pfützen springen.