Zu Beginn der Corona-Zeit hatte ich noch große Pläne. Jeden Tag Fahrrad fahren, den Speicher ausmisten, die Wand im Wohnzimmer streichen, die Steuer machen, Brettspiele hoch und runter spielen, das Haus mal wieder richtig putzen. Die Energie war da, die Vorhaben gefasst. Jetzt – viele Wochen später – ist nicht mehr viel übrig davon. Nicht, weil es erledigt ist, im Gegenteil. Ich verstehe selbst nicht recht warum, aber ich bekomme mich nicht motiviert.

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Im Gegensatz zu den Kindern, die gefühlt jeden Tag noch mehr Energie auspacken beim Trampolin springen, Ball spielen oder Kettcar fahren. Zum Teil finde ich wahrscheinlich klägliche Ausreden, zum Teil raubt diese Zeit mir mehr Energie als gedacht. Auch wenn es sicherlich einige gibt, die der Meinung sind, dass Lehrer jetzt (und insgesamt) eh nur frei haben – tatsächlich empfinde ich diese Zeit als viel anstrengender und stressiger als die „normalen“ Schulwochen.

Zwischen Theorie und Praxis

Ich habe das Gefühl, nichts und niemand richtig gerecht zu werden. Klar versuche ich mich locker zu machen, meine Ansprüche herunter zu schrauben, aber Theorie und Praxis sind da oft zwei unterschiedliche Dinge.

Die Kinder waren auch mittlerweile das erste Mal in der Notbetreuung. Dieser Tag tat uns allen (abgesehen von meinem anfänglichen schlechten Gewissen und der Unsicherheit) unglaublich gut. Moritz fand sich ganz schnell im Kindergarten wieder ein, obwohl die Betreuung gemischt und in einem anderen Raum stattfand.

Emma war anfangs etwas nervös, erzählte beim Abholen dann aber ohne Punkt und Komma vom Lernen, Spielen, Basteln. Und ich konnte in aller Ruhe in der Schule mit meiner Kollegin die nächsten Lernpläne vorbereiten und Dinge für den Wiedereinstieg absprechen.

Fast ein bisschen wie normaler Alltag

Ein Tag, der sich ein bisschen wieder normal anfühlte. Man schätzt die Dinge meistens erst, wenn man sie nicht mehr hat. Den meisten Kleinkindern fehlen sicherlich ihre Freunde und das Toben und Spielen im Kindergarten. Durch den Tipp einer Freundin bin ich auf eine tolle Seite gestoßen: www.hooraybox.de/kita-to-go

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Hier kann man sich kostenlos anmelden und bekommt täglich Material für die aktuelle Themenwoche. Vom Wochenlied über Geschichten bis zu Bastelideen und Bewegungsangebote ist alles dabei. Natürlich muss man erstmal die Zeit finden, etwas davon umzusetzen, aber ein kreativer Input ist es allemal.

Wobei ich bei meinen Kindern auch gemerkt habe, dass sie gar nicht zu viel Input benötigen, sondern genug eigene Ideen haben. Neulich wurde beispielsweise die Fastnachtsschminke wiederentdeckt. Die Energie, das Bad danach zu putzen hatte ich zum Glück noch.