Das sanierungsbedürftige Parkhaus Poststraße wird am heutigen Freitag nochmals auf Schäden untersucht. Deshalb sind erneut Sperrungen von 7 bis 18 Uhr erforderlich. Die Stadtverwaltung hat das Ingenieurbüro Gieler-Breßmer & Fahrenkamp sowie das Unternehmen BBQ Bautechnik mit einer Bestandsaufnahme beauftragt.

Kartierung der Schadstellen auf allen vier Parkdecks

Bauingenieurin Alica Lohasz, Gieler-Breßmer, erläutert vereinfacht die Vorgehensweise: "Der erste Schritt ist die visuelle Schadensaufnahme. Es wird gezielt nach Schadstellen im Beton und den Armierungen gesucht." Beispielsweise, ob es Risse, abgeplatzen Beton oder Korrosionsstellen gibt. Zusammen mit Technikerin Sabine Kraus kartiert Lohasz mittels Tabletcomputern punktgenau alle vier Decks des Parkhauses Poststraße.

Unabhängig von der nun bevorstehenden Renovierung des Parkhauses Poststraße hat es für eine geplante Sanierung des Gebäudes eine Bestandsaufnahme gegeben. Hierfür hat Tobias Röder, BBQ Bautechnik, im August Löcher für Probenentnahmen in den Beton gebohrt. Es wird ermittelt, wie viel Tausalz über die Jahre hinweg in den Beton eingedrungen ist.
Unabhängig von der nun bevorstehenden Renovierung des Parkhauses Poststraße hat es für eine geplante Sanierung des Gebäudes eine Bestandsaufnahme gegeben. Hierfür hat Tobias Röder, BBQ Bautechnik, im August Löcher für Probenentnahmen in den Beton gebohrt. Es wird ermittelt, wie viel Tausalz über die Jahre hinweg in den Beton eingedrungen ist. | Bild: Toni Ganter

In einem zweiten Schritt folgt die betontechnologische Untersuchung. Mittels der sogenannten Potentiafeldmessung wird untersucht, wo durch Chloride (Streu-/Tausalze) möglicherweise Korrosionsstellen im Stahlbeton entstanden sind.

Probebohrungen für anschließende Tests

Derweil nimmt Tobias Röder, BBQ Bautechnik, mit seinem Team zahlreiche Proben. Beispielsweise werden Löcher in den Beton gebohrt und das Bohrmehl gleich in Döschen aufgefangen. Später wird mittels chemischen Spezialuntersuchungen ermittelt, wie tief Tausalze über die zahlreichen Wintermonate hinweg in den Beton eingedrungen sind.

Dieses Kartierungsbeispiel zeigt, wo durch Chloride (Streu-/Tausalze) Schadstellen im Parkhaus Poststraße sein können. Je dunkler das Rot, umso höher die Wahrscheinlichkeit.
Dieses Kartierungsbeispiel zeigt, wo durch Chloride (Streu-/Tausalze) Schadstellen im Parkhaus Poststraße sein können. Je dunkler das Rot, umso höher die Wahrscheinlichkeit. | Bild: Toni Ganter

Auf Bestandsaufnahme folgt Gutachten

Die Auswertung der Proben und das anschließende Erstellen eines Gutachtens mit Sanierungs-, Instandsetzungs- und Wartungskonzept kann laut Experten erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern. Laut Markdorfs Stadtbauamtsleiter Michael Schlegel soll das Gutachten Anfang 2019 dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt werden. "Ziel Stand heute ist ein Sanierungs- und Wartungskonzept, um das Gebäude für die nächsten zehn Jahre standsicher nutzen zu können."

Eine Korrosionsstelle im Parkhaus Poststraße.
Eine Korrosionsstelle im Parkhaus Poststraße. | Bild: Toni Ganter

Stadtrat kritisierte Zustände im Parkhaus

Die Situation im Parkhaus ist zuletzt im Mai in öffentlicher Gemeinderatssitzung von Stadtrat Roland Hepting (UWG) moniert worden. Es fielen Worte wie "versifft, Urinflecken, Zumutung". Bürgermeister Georg Riedmann entgegnete, es werde regelmäßig sauber gemacht. Das Parkhaus werde noch vor einer grundlegenden Sanierung alsbald durch Farbanstrich und durch weitere oder andere Beleuchtung auch der Treppenaufgang heller gestaltet.