Roswitha Fuchsschwanz mag Rheinischen Sauerbraten. Was sie indes nicht essen mag, das ist Fleisch. Weder vom Rind, noch vom Schwein – und schon gar nicht vom Pferd, aus dem der Klassiker aus dem Rheinland ursprünglich zubereitet wurde, bis sich kaum noch Pferdemetzgereien finden ließen. „Richtiger Heißhunger war es wohl nicht“, erinnert sich Anton Bratschko, der Mann von Roswitha Fuchsschwanz, eher so ein bestimmter Appetit, so eine Anwandlung. Wobei hier eingeschoben werden muss, dass die beiden seit einem Vierteljahrhundert in Friedrichshafen eine „Tofurei“ betreiben, wo sie, etwa so, wie aus Kuhmilch Käse gewonnen wird, Tofu produzieren – und zwar aus Sojamilch, den sie dann zum Teil noch weiter verarbeiten.

Abschmecken eine Herausforderung

Doch zurück zum Appetit von Roswitha Fuchsschwanz auf Sauerbraten. „Ein Rezept für Rheinischen Sauerbraten hatte ich von meiner Mutter“, erklärt Bratschko. Auf dessen Grundlage begann er zu experimentieren. Die Herausforderung bestand darin, so lange mit Essig, Zwiebeln und Knoblauch zu spielen, bis Bratschkos rein vegetarischer Rheinischer Sauerbraten mit seinem Vorbild aus Köln, Bonn und Koblenz mithalten konnte. Der Name: „Marino“.

Fleischlose "Landjäger" gibt es auch

„Schmeckt super“, beteuert die Kundin, die beim Einkauf die Geschichte mitbekommt. Sie bestellt außer Tofubällchen gleich noch „Landjäger“. Eine weitere von Bratschkos Annäherungen auf Soja-Basis, ohne tierische Anteile. Wie der Tofurei-Betreiber betont, geht es ihm stets um den Eigengeschmack, der im Falle seiner Marinos nur ans typische süßsauer der Rheinischen Sauerbratens erinnert.