Herr Wagner, seit wann ist das Heimwerken ein Hobby von Ihnen beziehungsweise warum haben Sie damit angefangen?

Das hat als Kind begonnen. Schon als kleiner Junge habe ich gemeinsam mit meiner Mutter nachmittags, wenn Kindergarten oder Schule vorbei waren, immer etwas Schönes gebastelt. Im Grundschulalter habe ich dann bereits aus kleinen, dünnen Sperrholzplatten mit der Laubsäge Dinge ausgesägt. Wir waren keine Familie, die sich in ihrer Freizeit vor den Fernseher gesetzt hat. Wir sind in den Wald gegangen, haben uns Materialien gesucht und daraus etwas Tolles gebaut.

Was macht für Sie den Reiz beim Heimwerken aus?

Ich finde es einfach unglaublich, dass ich mir in meinem Kopf etwas überlegen kann, das ich gerne hätte. Dann gehe ich in den Baumarkt, kaufe meine Materialien und das Projekt entsteht, so wie ich es mir vorgestellt habe. Bei Möbeln beispielsweise kann ich mir die Maße einfach so bauen, wie ich sie brauche. Ich bin nicht festgelegt auf irgendwas, das man kaufen kann. Es ist auch einfach eine sinnvolle Beschäftigung, weil man produktiv etwas erschafft.

Wo holen Sie sich Ideen und Inspiration für neue Projekte?

Ich laufe durch mein Zimmer und überlege, was ich brauchen könnte. Manchmal schaue ich auch auf Instagram und Pinterest, ob ich etwas finde, das mir gefällt. Dann überlege ich, wie das umgesetzt werden könnte.

Was bereitet Ihnen mehr Freude, das Planen oder die Umsetzung?

Die Umsetzung, also das Bauen mit meinen eignen Händen. Aber auch das Planen und Zeichnen am Computer machen mir viel Spaß.

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Was wird Ihr nächstes Projekt?

Ich baue mir gerade einen Schreibtisch. In meinem Zimmer steht immer noch ein kleiner für Kinder. Da muss jetzt etwas Größeres her. Ich habe ehrlich gesagt gar nicht nach einem fertigen Tisch gesucht. Es stand von Anfang an fest, dass ich den selbst plane und baue.

Gab es schon mal ein schwieriges Projekt, dass Sie besonders ins Schwitzen gebracht hat?

Ja, ich wollte mal ein kleines Schleifgerät bauen. Dazu hatte ich auf YouTube ein Tutorial gefunden. Ich hatte mir das deutlich einfacher vorgestellt, als es dann tatsächlich war. Da muss ich in nächster Zeit noch mal ran. Bisher konnte ich es noch nicht zufriedenstellend umsetzen.

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Wie finanzieren Sie sich Ihre Materialien?

Ich trage Zeitungen aus. Das Geld, das ich da verdiene, gebe ich fast ausschließlich für Materialien aus. Außerdem habe ich mir einfach schon immer Geräte und Material gewünscht. Während andere mit 13 oder 14 Jahren vielleicht ein Handy möchten, habe ich einen Akkuschrauber bekommen und mich riesig gefreut. Einmal haben mir meine Eltern auch einen riesigen Werkzeugkasten geschenkt. Ich war damals noch jünger und sehr begeistert von den vielen Schraubenschlüsseln und Aufsätzen. Einen eigenen Computer habe ich immer noch nicht, weil ich das Familiengerät nutzen kann. Ich bräuchte ihn ohnehin nur für Schularbeiten und Berechnungen. Deshalb gebe ich das Geld lieber für eine schöne Kreissäge aus.

Gehen Sie Ihrem Hobby immer alleine nach?

Nein, ich setze auch oft mit meinem großen Bruder Projekte um. Wenn er am See ist oder ich ihn in Stuttgart besuche, wird immer etwas gebaut. Er ist ebenfalls leidenschaftlicher Heimwerker.

Was hat Sie dazu bewogen, Ihr Hobby in Form eines Blogs und eines Instagram-Profils mit anderen Menschen zu teilen?

Das war mein Bruder. Er bloggt schon länger über unser Hobby und hat mich immer motiviert, das auch mal zu versuchen. Weil ich gesehen habe, wie gut seine Beiträge ankommen, habe ich zunächst auf meinem privaten Account geteilt, wie ich mir selbst Musikboxen gebaut habe. Das Feedback war sehr positiv. Also beschloss ich, regelmäßiger über meine Projekte zu bloggen und habe mir dafür ein eigenes Profil angelegt. Ich hoffe, damit auch andere zum Heimwerken zu motivieren.

Haben Sie vor, Ihr Hobby später zum Beruf zu machen?

Nein, eigentlich nicht. Zwar könnte ich mir Schreiner als Beruf gut vorstellen, aber ich möchte auch das theoretische Wissen, das ich in der Schule gelernt habe, anwenden können. Ich habe noch keine feste Vorstellung davon, was ich machen möchte. Es wird aber natürlich im technischen Bereich sein.