Vieles fiel aus im vergangenen Jahr, gerettet werden musste trotzdem. Die Schnelleinsatzgruppe vom Roten Kreuz Immenstaad rückte 21 Mal aus, die Helfer vor Ort fast 200 Mal. Neun Mal wurde die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit dem Motorrettungsboot „Kippenhorn“ für technische Einsätze oder Suchen gerufen. Die Rettungsdienste berichteten am Montag dem Gemeinderat von ihrer Arbeit im vergangenen Jahr.

Für den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) führte Bereitschaftsleiterin Christiane Hirt aus, dass 2021 weniger Dienstabende stattfanden: „Wir waren sehr vorsichtig in der Pandemie und haben uns nur getroffen, wenn die Zahlen es zuließen.“ Trotzdem sei es gelungen, Übungen zu Erster Hilfe sowie Vorträge anzubieten. „Wir haben viele hochqualifizierte Mitglieder in unseren Reihen“, sagte Hirt. Zudem nahmen Mitglieder des Ortsvereins an der großen Übung vor der Eröffnung des Waggershauser Tunnels und an einer Einsatzübung mit der Feuerwehr teil.

DRK-Bereitschaftsleiterin Christiane Hirt berichtete im Gemeinderat über die Arbeit des DRK Immenstaad.
DRK-Bereitschaftsleiterin Christiane Hirt berichtete im Gemeinderat über die Arbeit des DRK Immenstaad. | Bild: Corinna Raupach

Hirt betonte, dass die Schnelleinsatzgruppe des Ortsvereins trotz Corona immer einsatzbereit gewesen sei. Diese Einheit besteht aus Mitgliedern, die auf Abruf für Einsätze etwa bei Unfällen, Bränden oder Personensuchen bereit stehen. 14 der 21 Einsätze waren Brände, meist in Gebäuden, aber auch bei Fahrzeugen und auf einem Schiff. „Wir kümmern uns nicht nur um potentielle Verletzte, sondern auch um die Feuerwehrleute“, erklärte sie.

Die Vereine

Noch häufiger gebraucht wurden die Helfer vor Ort. Sie bestehen aus ausgebildeten Ersthelfern im Ort. Sie überbrücken im Notfall die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder des medizinischen Rettungsdienstes und übernehmen solange die Versorgung des Patienten. „Wir sind durchschnittlich 4,44 Minuten nach dem Notruf am Einsatzort und damit durchschnittlich 4 Minuten und 50 Sekunden vor dem Eintreffen des Regelrettungsdienstes. In so einem Moment können fünf Minuten eine sehr lange Zeit sein“, sagte Hirt.

Die sonst im Sommer häufigen Sanitätsdienste waren 2021 selten, dafür stellte sich das DRK einer anderen Herausforderung: Drei Monate lang waren die Ehrenamtlichen im kommunalen Testzentrum in der Linzgauhalle aktiv. Zusammen mit DLRG und Feuerwehr übernahmen sie Testung, Auswertung und Information. „Die ständigen Veränderungen der Nachfrage und der Öffnungszeiten haben es sehr spannend gemacht, es war eine große Herausforderung“, so Hirt. Die Rot-Kreuz-Mitglieder nahmen fast 4000 Tests ab und leisteten 402 Arbeitsstunden.

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Auch für die DLRG war das Testzentrum eins der großen Arbeitsfelder im vergangenen Jahr. „Wir waren dort mit neun Leuten insgesamt 100 Stunden lang aktiv“, berichtete Matthias Schadow, Vorsitzender der Ortsgruppe. Die DLRG-Freiwilligen halfen vor allem bei der Organisation und Testauswertung. „Das war eine tolle gemeinsame Aktion der Vereine und der Gemeinde“, kommentierte Schadow.

Wegen der Pandemie habe die DLRG wenige Schwimmkurse anbieten können. Vier Stunden wöchentlich unterrichten die Ehrenamtlichen Kinder und Jugendliche, die mindestens das Seepferdchen vorweisen. Allerdings mussten die Kurse wegen Corona oft wochenlang ausfallen. „Die Nachfrage ist größer als das Angebot, manche warten ein Jahr lang auf einen Kurs“, sagte Schadow. Auch die Ausbildung der Mitglieder sei zu kurz gekommen. Stolz sei er darauf, dass die Arbeit der Jugend-Einsatz-Teams fortgesetzt wurde. Hier werden Kinder und Jugendliche in Erster Hilfe, Funken und Knoten geschult und für Einsatzübungen ausgebildet.

Den Jahresbericht der DLRG übernahm Matthais Schadow, Vorsitzender der Ortsgruppe.
Den Jahresbericht der DLRG übernahm Matthais Schadow, Vorsitzender der Ortsgruppe. | Bild: Corinna Raupach

Schadow betonte, dass die DLRG ihr Engagement ehrenamtlich erbringt: „Ich beobachte bei allen Mitgliedern eine hohe intrinsische Motivation.“ Limitierende Faktoren seien nie die mangelnde Bereitschaft sondern das durch Beruf, Familie und andere Hobbies eingeschränkte Zeitbudget der Aktiven. Auch sei der bürokratische Aufwand für Vereine gewachsen – als Beispiel nannte er die Vorschriften zum Datenschutz.

Die Mitgliederzahlen der Vereine haben sich unterschiedlich entwickelt. „Ich hatte vor der Pandemie gehofft, dass wir die 400 erreichen, aber wir haben jetzt weniger Mitglieder. Das liegt vor allem daran, dass weniger Kinder an Schwimmkursen teilnehmen konnten“, sagte Schadow. Christiane Hirt dagegen berichtete, dass das DRK schon in diesem Jahr zwei weitere Mitglieder gewonnen hat: „Ich habe den Eindruck, dass der Wunsch groß ist, etwas zu tun und anderen Menschen zu helfen.“

Bürgermeister Johannes Henne dankte den Rettungsdiensten für ihr Engagement. Er hob vor allem die Zusammenarbeit im Testzentrum hervor und kündigte an, das versprochene Helferfest so bald wie möglich nachzuholen.