Angefangen hat alles mit einem Lastenfahrrad und einem Warenlager in der Friedrichstraße 11. Weniger Müll, bewusster leben: Diese Idee wurde von den Häflern erstaunlich gut angenommen und der Lieferservice für unverpackte Lebensmittel florierte. „Aber wir haben bald gemerkt, dass wir einen Laden brauchen“, sagt Bernd Köhler, Inhaber von „Tante Emma's Bruder„.

Bernd und Désirée Köhler bauten das Lager vor einem Jahr mit viel Enthusiasmus in einen kleinen Unverpackt-Laden um. So wurde es für mehr Kunden möglich, mit dem Einkauf unverpackter Lebensmittel zur Müllvermeidung beizutragen.

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Es kamen immer mehr Leute, um ihre Gläser – oder auch Pfandgläser – zu füllen und auch der Lieferservice boomte, besonders als Corona kam.

„Womit wir überhaupt nicht gerechnet haben, ist aber, dass sehr viele ältere Menschen zu uns kommen. Sie sind nämlich froh, wenn sie die Lebensmittel auch in ganz kleinen Portionen kaufen können“, sagt Bernd Köhler.

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Doch gerade diese Kunden, genau wie Mütter mit Kinderwagen, haben Probleme mit der Treppe, die in den Laden in der Friedrichstraße führt. Außerdem ist der Laden, der ja nicht als solcher gedacht war, nicht leicht zu finden und macht von außen nicht sonderlich viel her. Vor allen Dingen bieten die Räume aber viel zu wenig Platz für Ideen: „Wir würden einfach gerne unsere Produktpalette erweitern.“

Von kleinen und ganz großen Plänen

Mit Corona hat nicht nur die Nachfrage zugenommen, die Kunden haben auch viele Wünsche, sagt Bernd Köhler: „Ich möchte zum Beispiel Leinsamen und Hirse auch gern geschrotet anbieten. Mehr Reis- und Nudelsorten, mehr Nüsse und Trockenfrüchte, Cracker, Senf und viele andere Produkte. Dafür braucht es neben Platz auch Regale und Behälter und dann sind da noch die ganz großen Pläne: eine Nussmusmaschine und eine kleine Café-Ecke für die Verkostung vom Bio-Kaffee aus Häfler Röstung.

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Und weil das alles viel Geld kostet, wollten die Köhlers eigentlich warten, bis das finanzielle Polster dafür reicht. Aber jetzt hat sich unverhofft die Möglichkeit ergeben, ein Ladenlokal in der Innenstadt zu mieten: mit Parkplätzen, ebenerdig und fußläufig zum Wochenmarkt, mehr wollen sie für den Moment noch nicht verraten.

Für die Verwirklichung des Projekts sei eine Crowdfundig-Kampagne gestartet worden. Das heißt: Kunden helfen ihrem Häfler Unverpackt-Laden mit einer Spende oder dem Kauf eines Warengutscheins.

Désirée und Bernd Köhler beweisen Kreativität

Désirée und Bernd Köhler sind auch bei der Auswahl der Dankeschöns kreativ geworden. So können „Wunderfitzige“ eine Baustellenbesichtigung oder eine Kaffeeverkostung buchen. Man kann einen Baum pflanzen lassen, kann sich aber auch mit ein paar Karmapunkten oder einem Fläschchen „Häfler Luft“ begnügen.

Die Kampagne endet am 10. Oktober, und wenn alles nach Plan läuft, kann der neue Laden Anfang 2021 eröffnen. „Es ist uns sehr wichtig, dass man versteht, was wir vorhaben, deshalb schreiben wir über alles auf unserer Homepage“, sagt Bernd Köhler. Zur Internetseite geht es hier.

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