Tests, Impfungen und Modellregion-Bemühungen hin oder her: Was Veranstaltungen und Feste angeht, wird sich die Corona-Pandemie nach wohl nicht nur im Häfler Rathaus vorherrschender Einschätzung „noch bis weit ins Jahr 2021 hinein auswirken“. Am Dienstagnachmittag teilte die Stadt mit, dass in Absprache mit dem Seehasenfestpräsidium und allen Organisatoren die Reißleinen gezogen wurden: Coronabedingt sind das Interkulturelle Stadtfest, das Seehasenfest und das Kulturufer abgesagt.

Kultur am Ufer statt Kulturufer

Vollkommen ohne Kultur soll der Sommer in Friedrichshafen nach jetziger Planung dennoch nicht bleiben: Anstatt des Kulturufers soll es der Mitteilung aus dem Rathaus zufolge als dezentrale Aktivität im Uferpark „Kultur am Ufer“ geben. Wie schon im Corona-Sommer 2020 werde die Wiese am Graf-Zeppelin-Haus als Open-Air-Spielfläche für ein breites Kulturangebot geplant und das Hygienekonzept flexibel je nach Möglichkeiten der Pandemie angepasst. Möglicherweise sorgt außerdem das Riesenrad erneut für Abwechslung im Bereich des Hinteren Hafens: Dazu läuft die Abstimmung allerdings noch. Fest stehe aber bereits: Es soll auch dieses Jahr für die Erstklässler einen Hasenklee geben.

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Die frühzeitige Entscheidung begründet die Stadt damit, dass alle Beteiligten schon jetzt Planungssicherheit benötigen. „Aus Sicht der Stadt ist das Risiko zu hoch, in diesem Jahr Häfler und Gäste zum Seehasenfest, zum Kulturufer und zum Interkulturellen Stadtfest einzuladen“, heißt es weiter. Angesichts der derzeitigen Situation müsse der Gesundheitsschutz Vorrang haben. „Davon abgesehen leben das Seehasenfest, das Kulturufer und das Interkulturelle Stadtfest von der Geselligkeit und vom Zusammenstehen. Und dies ist aus jetziger Sicht auch im Juli und August nicht möglich.“

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„Situation nach wie vor so, dass die Absagen alternativlos sind“

„Als im vergangenen Jahr unsere Feste abgesagt werden mussten, konnte sich niemand vorstellen, dass wir in diesem Jahr wieder eine solche Entscheidung treffen müssen“, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung. „Wir alle haben uns darauf gefreut, dieses Jahr gemeinsam feiern zu können. Aber die Situation ist nach wie vor so, dass die Absagen alternativlos sind.“ Nach dem Sommer müssten die Voraussetzungen vorliegen, um wieder Präsenzveranstaltungen mit größerem Publikum zu ermöglichen.

Verkaufsoffene Sonntage oder Angebote des Einzelhandels können den Angaben der Stadt zufolge kurzfristig auf den Weg gebracht werden – unter Beachtung der jeweils aktuellen Coronavorgaben.