Am 4. Mai geht für einen kleinen Teil der Schüler, vor allem die Abschlussklassen, der Unterricht in der Schule wieder los – wenn auch eingeschränkt. Bereits ab kommenden Montag wird die Notbetreuung in Schulen und Kitas erweitert, obwohl die Kontaktbeschränkungen weiter gültig bleiben. Was Eltern in Friedrichshafen nun beachten müssen.

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Wer kann einen Antrag auf Notbetreuung stellen? „Die Notbetreuung wird zur Entlastung der Eltern mit Präsenzpflicht am Arbeitsplatz erweitert“, teilt die Stadt mit. Damit haben zusätzlich zu den Eltern in systemrelevanten Berufen nun auch Eltern einen Anspruch, die zur Arbeit außerhalb der Wohnung müssen und fur ihren Arbeitgeber unabkommlich sind. Um das nachzuweisen, ist der Kita oder Schule eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorzulegen. Außerdem müssen Eltern bestätigen, dass sie ihr Kind nicht innerhalb der Familie betreuen können. Unter http://www.friedrichshafen.de/notbetreuung kann das angepasste Anmeldeformular für die Notbetreuung auf der Internetseite der Stadt heruntergeladen werden. Ab Montag können auch Schüler der siebten Klasse in die Notbetreuung gehen.

In welchen Schulen und Kitas wird die Notbetreuung eingerichtet? Bisher wurden nach Angaben der Stadt etwa 70 Kinder in wenigen Einrichtungen betreut. Die Stadt rechnet damit, dass der Bedarf ab Montag wächst. Deshalb ist geplant, dass alle 14 Häfler Schulen und alle 45 Kitas ab der nächsten Woche die Notbetreuung anbieten. „Werden an einzelnen Standorten nur vereinzelt Kinder betreut, können Gruppen zusammengelegt werden“, teilt das Rathaus mit.

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Wer entscheidet, ob ein Kind in die Notbetreuung darf? Das entscheiden nach Auskunft der Stadtverwaltung die Leitungen der Schulen und Kitas und deren Träger. Für den Fall, dass es zu Personalengpässen in den Einrichtungen kommt, müssen vor Ort Prioritäten gesetzt werden. Dann haben laut Kultusministerium jene Kinder Vorrang, bei denen ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet und unabkömmlich ist, Kinder, deren Kindeswohl gefährdet ist sowie Kinder, die im Haushalt eines Alleinerziehenden leben.

Ist die Betreuung bei Bedarf auch am Nachmittag sichergestellt? „Wenn der Bedarf da ist, ja“, sagt Steffen Rooschüz. Der Rektor der Merianschule ist auch Vorsitzender des Häfler Betreuungsvereins. Die Betreuung werde zu den üblichen Betriebszeiten an der jeweiligen Schule angeboten, zumeist also bis 17 Uhr.

Wird in den Schulen wieder Mittagessen angeboten? Nach Auskunft von Steffen Rooschüz liefert die ZF ab dem 4. Mai wieder das Mittagessen für die Schulen. Bisher haben das in der Notbetreuung die Lehrer organisiert. In der kommenden Woche sollen Eltern ihren Kindern ein Mittagessen mitgeben.

Gilt die von der Stadt ausgesetzte Gebührenpflicht für Kitas und die Nachmittagsbetreuung an den Schulen weiter? Nach Auskunft der Stadt gelten für Kinder, die ab Montag in die Notbetreuung geschickt werden, die regulären Gebührensätze in den Kitas. Für Schulkinder werden dann die Gebühren fällig, die an den Betreuungsverein zu zahlen sind. Für Kinder, die zuhause bleiben, muss seit Mitte März nicht gezahlt werden.

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Wie kommen die Kinder in die Schule? Stadtverkehr und der Verkehrsbund Bodo wollen ein „bedarfsgerechtes“ Angebot machen. Zu den Schülerbeförderungszeiten sollen die Linien verstärkt werden, um genug Abstand im Bus zu ermöglichen. Älteren Schülern wird empfohlen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule zu kommen

Wie handhabt das die Nachbargemeinde Immenstaad? Auch die Nachbargemeinde Immenstaad rechnet mit deutlich mehr Bedarf an Notbetreuung. Eine Abfrage unter den Eltern laufe noch bis Freitagvormittag. „Danach wissen wir, wie wir uns organisatorisch aufstellen müssen“, sagt Bürgermeister Johannes Henne. Die erweiterte Notbetreuung werde auch in Immenstaad am Montag starten. Nach seinen Angaben nutzten bisher maximal fünf Kinder die Notbetreuung.