Was macht das Startup Netzwerk Bodensee?

Das Startup Netzwerk Bodensee möchte ideale Voraussetzungen für ein florierendes Gründer-Ökosystem rund um den Bodensee schaffen. Dabei verstehen wir uns als klassischer Netzwerk-Knotenpunkt, das heißt, wir bringen Gründer, Gründungsinteressierte und Startups mit den notwendigen Playern und Ressourcen in Kontakt.

Regelmäßig findet die Startup-Lounge, ein Netzwerk-Treffen von Gründern, Ideengebern und Unternehmern, an verschiedenen Orten rund um den See statt, zuletzt in der Zeppelin-Uni in Friedrichshafen.
Regelmäßig findet die Startup-Lounge, ein Netzwerk-Treffen von Gründern, Ideengebern und Unternehmern, an verschiedenen Orten rund um den See statt, zuletzt in der Zeppelin-Uni in Friedrichshafen. | Bild: Startup Netzwerk Bodensee

Und wie genau funktioniert das?

Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir zwei Plattformen entwickelt, die Startup-Lounge Bodensee und eine Online-Plattform. Die Startup-Lounge ist ein klassisches Networking-Event für junge Talente, Gründer, Gründungsinteressierte sowie Unterstützer der Gründerszene. Die Veranstaltung findet einmal im Monat in unterschiedlichen Teilregionen der Vierländerregion Bodensee statt, zum Beispiel in St.Gallen, Liechtenstein, Dornbirn, Friedrichshafen, Ravensburg und Konstanz. Im Anschluss an eine kurze Begrüßung und einen 30-minütigem Impuls eines erfahrenen Gründers oder Mentors folgt das Netzwerken in gemütlicher Atmosphäre. Bei der Startup-Lounge begrüßen wir je nach Raumkapazität zwischen 80 und 130 Teilnehmer. 50 bis 60 Prozent davon sind Gründer, Gründungsinteressierte und Start-ups. 40 bis 50 Prozent sind Unterstützer, Corporates und Mentoren. Über ein Drittel der Besucher nimmt dabei einen Anfahrtsweg von über einer Stunde auf sich, um die Veranstaltung zu besuchen. Die Startup-Lounge wurde im November diesen Jahres volljährig und feierte ihre 18. Ausgabe an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen mit unserer ersten Female Speakerin eines international erfolgreichen Startups mit Sitz in Oslo und Santiago de Chile zum Thema 'mehrwertiges Unternehmertum', 'TechForGood', 'Impact and Social Entrepreneurship'. Die Startup-Lounge findet immer in Kooperation mit lokalen Partnern statt, wie in diesem Fall mit dem Pioneer-Port der Zeppelin-Universität und der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis.

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Und was passiert auf der Online-Plattform?

Mit der Online-Plattform wollen wir Gründern, Gründungsinteressierten und Start-ups eine transparente Übersicht zu den Angeboten und Ressourcen der regionalen Gründerszene ermöglichen. Die Online-Plattform beinhaltet verschiedene Bereiche. In einem Bereich geht es um Start-ups. Unter dieser Rubrik listen wir alle Start-ups der Region, die einen hohen Innovationspotenzial aufweisen. Derzeit sind dort zwischen 50 und 60 Start-ups gelistet. Desweiteren geht es um Partner. Hier listen wir alle Akteure der regionalen Gründerszene, die qualitativ hochwertige Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer anbieten und mit denen wir eng zusammen arbeiten. Und es gibt ein Jobportal: hier listen wir seit letzter Woche Jobangebote von Start-ups, die zum Beispiel Co-Founder, Werkstudenten, Praktikanten oder einfach neue Mitarbeiter suchen, um ihr Team zu erweitern. Das Jobportal richtet sich konkret an junge innovative Talente und kreative Köpfe, die Lust haben in einem Start-up zu arbeiten und eigene Ideen umzusetzen und ins Unternehmen einzubringen. Außerdem gibt es ein Magazin. Hier berichten wir in Form von Artikeln über regionale Angebote und Initiativen, die Gründer auf jeden Fall kennen sollten. Im Bereich Events listen wir alle Veranstaltungen der Region auf, die sich ganz konkret an Gründer richten und liefern somit einen vollumfänglichen Eventkalender.

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Wie läuft die Vernetzung ab?

Wir vernetzen (neben der Startup-Lounge und der Online-Plattform) vor allem, indem wir mit den Gründern sprechen. Wir suchen stetig das persönliche Gespräch um herauszufinden, was die Unternehmen wirklich brauchen, mit wem wir sie in Kontakt bringen und wie wir sie konkret unterstützen können.

Profitieren auch etablierte Firmen vom Netzwerk?

Absolut! Wir sind immer wieder mit Corporates, vor allem aber mit starken Mittelständlern im Gespräch, die den Kontakt zu innovativen jungen Menschen und Start-ups suchen. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) birgt die lokale Gründerszene ein großes Potenzial. Ganze Branchen befinden sich im Wandel, traditionelle Geschäftsfelder geraten in Gefahr – und das nicht mehr im Laufe von Jahrzehnten, sondern innerhalb weniger Jahre. Dieser rasante Wandel durch die Digitalisierung stellt Mittelständler vor große Herausforderungen. Sie müssen mit den großen Konzernen mithalten können. Um Innovationen im eigenen Unternehmen umsetzen zu können, fehlt es jedoch meist an den notwendigen Ressourcen und Knowhow, um außerhalb bestehender Unternehmensstrukturen um die Ecke zu denken. Attribute wie Schnelligkeit, Risikobereitschaft, Agilität, Kreativität, die hohe Innovationsfähigkeit erfordern, liegen häufig außerhalb der Reichweite eines KMU. Eine innere Wandlung in Kultur und Organisation dauert lange und kostet KMU enorm viel Geld. Und genau da kann die Zusammenarbeit mit Start-ups gewinnbringend sein, denn Start-ups können genau diese Attribute zugänglich machen und KMU bei der Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Unternehmensstrukturen unterstützen. Rolls-Royce Powersystems und Rhomberg Bau haben dieses Potenzial bereits erkannt und mit uns gemeinsam den Kontakt zur Szene gesucht.

Das Startup Netzwerk ist selbst ein Startup. Wie kam es zu der Gründung?

Jens Freiter und Philipp Kessler sind selbst erfahrene Investoren und Gründer. Jens ist Mitgründer von HolidayCheck und war dort CTO. Philipp hat WirKaufens mitgegründet, das Berliner Startup wuchs innerhalb von vier Jahren auf 100 Mitarbeiter mit einem Umsatz von knapp 30 Millionen Euro. Als leidenschaftliche Gründer zog es die beiden zurück an den Bodensee. Hier wollten sie leben und arbeiten, spannende Menschen kennenlernen, Gründer, Ideen und Innovationen voranbringen. Leider war die Gründerszene am Bodensee sehr zerstreut und es war kaum möglich talentierte Menschen mit guten Ideen und Gründungsambitionen zu finden. So entstand 2017 die Idee eines seeumgreifenden Netzwerks, das Gründern die Plattform und Reichweite ermöglicht, um zu wachsen und Kontakte zu knüpfen. Seit August verstärkt Miriam Schuster das Team als neue Marketingleitung in Vollzeit. Gemeinsam mit einer Werkstudentin und einem Praktikanten geben wir nun richtig Gas, um die Gründerszene am Bodensee zu pushen.

Was würden Sie jungen Gründern am Bodensee gern mit auf den Weg geben?

Mit Mut und Begeisterung nach draußen gehen und mit potenziellen Kunden und Partnern über ihre Ideen sprechen. Nur so gelangen Gründer an Unterstützung und Kontakte, um die Idee dann auch in die Tat umsetzen zu können. Mehrere Jahre in einem Keller an einem Prototypen zu tüfteln, um am Ende feststellen zu müssen, dass die eigentliche Zielgruppe keine Verwendung für das Produkt oder die Dienstleistung hat, bringt niemandem etwas. Konstruktive Kritik an der eigenen Entwicklung und Innovation ist immer eine unangenehme Sache, vor der sich die meisten Gründer fürchten. Doch nur durch Gespräche und Anregungen erfahrener Mentoren und kluger Köpfe, wird der eigene Horizont erweitert. Die Idee kann daran wachsen und sich weiterentwickeln – im besten Fall zu einem gefragten Produkt und einem erfolgreichen Unternehmen.