Wäre da nicht dieser Vorfall zu Beginn des Seehasenfestes gewesen und hätte es am Freitag nicht geregnet, wäre es ein perfektes Seehasenfest geworden. Unbekannte hatten in der Nacht einen Verkaufsstand auf dem Krämermarkt angezündet. Aber die Kriminalpolizei geht im Fall der Brandstiftung bereits verschiedenen Spuren nach. Auch wenn die Sportveranstaltungen am Freitag ein bisschen im Regen stecken blieben, legten die Schauer doch immer dann Pausen ein, wenn die Tänze an der Reihe waren. Die Verantwortlichen blanzierten bei der Pressekonferenz am Montag ein, gemessen an Größe und Länge, gelungenes und friedliches Fest.

Der Abbau von Zelten und Anlagen ging am Dienstag im Uferpark schnell vonstatten. Am hinteren Hafen waren bereits am Mittag fast alle Fahrgeschäfte weg.
Der Abbau von Zelten und Anlagen ging am Dienstag im Uferpark schnell vonstatten. Am hinteren Hafen waren bereits am Mittag fast alle Fahrgeschäfte weg. | Bild: Wex, Georg

Besonders die Feuerwache hat sich bewährt

Das Sicherheitskonzept funktioniere, die Feuerwehr hatte die gemeinsame Einsatzleitung mit Rettungsdiensten und Polizei koordiniert. Besonders die Feuerwache habe sich bewährt, das Löschfahrzeug war bei dem Brandanschlag innerhalb von drei Minuten vor Ort. David Bercher, Sprecher der Sanitätsdienste, dokumentierte 181 Versorgungen an den beiden Unfallhilfestellen und 27 Transporte. „Das entspricht etwa den Zahlen aus dem Vorjahr und ist eher unterdurchschnittlich“, sagt er. Mitgerechnet sind dabei die Betrunkenen, die nachts im gesamten Stadtgebiet aufgesammelt wurden. „Ein Sauffest ist das Seehasenfest trotzdem nicht, da gibt es ganz andere Veranstaltungen“, sagt Bercher.

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16-Jähriger mit 2,84 Promille

Seit einigen Jahren ist beim Seehasenfest dennoch ein Jugendschutzteam unterwegs, das den Alkoholkonsum Jugendlicher überwacht. Trotzdem wurde am Samstag kurz nach 21 Uhr ein 16-Jähriger mit 2,84 Promille im Blut erwischt. Die Polizei hatte im Vorfeld 14 Aufenthaltsverbote und während der Festtage weitere 38 Platzverweise ausgesprochen. Wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte müssen sich 14 Personen verantworten. „Auf Papier bleiben 40 Ermittlungsverfahren, das das entspricht etwa dem Vorjahresniveau“, sagt der Leiter des Häfler Polizeireviers, Uwe Janitschek.

Rund 4000 Kinder und Erwachsene, so viele wie noch nie, kamen in drei Tagen auf das Spiel- und Aktionsgelände Paulinengarten.
Rund 4000 Kinder und Erwachsene, so viele wie noch nie, kamen in drei Tagen auf das Spiel- und Aktionsgelände Paulinengarten. | Bild: Stadt Friedrichshafen

Dagegen hat sich die Zahl der Trunkenheitsdelikte im Stadtgebiet mehr als verdoppelt. Es wurden 15 Führerscheine einbehalten, 2018 waren es noch sechs. Elf Jugendliche wurden an ihre Eltern überstellt, ein 14-Jähriger sogar gleich dreimal – und das, obwohl er bereits im Vorfeld Festverbot bekommen hatte. Nur sein jugendliches Alter bewahrte ihn vor Arrest.

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Herzinfarkt mitten im Getümmel

Glück hatte nicht nur der Mann, der im Verkaufsstand schlief, als dieser in Flammen aufging. Glück hatte auch die Person, die Samstagabend im Gewühle am Hafen einen Herzinfarkt mit anschließendem Herzstillstand erlitt. „Sie konnte reanimiert werden“, sagt der leitende Notarzt Reinhold Stadler.

Freiwillige Häfler leisteten bei DRK, Maltesern und Johannitern 1400 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Für die Angestellten des städtischen Bauhofs waren nicht nur Auf- und Abbau ein Kraftakt, sie sorgten auch dafür, dass die Uferanlagen jeden Morgen aufs Neue wieder tip top aussahen.

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