Der Sportverein Deggenhausertal (SVD) ist der einzige Verein, der im Südbadischen Fußballverband, Bezirk Bodensee, drei Damenmannschaften hat. Doch der November-Teil-Lockdown hatte für den Trainings- und auch für den Ligabetrieb den Abbruch zur Folge. Im Amateurfußball ist derzeit ein Spielbetrieb rechtlich nicht mehr zulässig.

Corina Knisel, 1. Damenmannschaft: „Ich spiele sehr gerne beim SVD, weil wir in der Verbandsliga auf hohem Niveau spielen und das natürlich eine ganz besondere Herausforderung ist.“
Corina Knisel, 1. Damenmannschaft: „Ich spiele sehr gerne beim SVD, weil wir in der Verbandsliga auf hohem Niveau spielen und das natürlich eine ganz besondere Herausforderung ist.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Markus Mecking, Trainer der ersten Mannschaft sagt zur Situation: „Es ist sehr, sehr bitter, dass die Serie jetzt unterbrochen wurde. Es ist frustrierend, zumal wir seit August jede Woche zwei mal fleißig trainiert haben und die Mannschaften gut dastehen und dann kommt abrupt das Ende. Aber man muss die Pandemie natürlich in den Griff bekommen und auch die Gesundheit der Spielerinnen ist uns sehr wichtig. Nun hoffen wir, dass es Anfang kommenden Jahres wieder los gehen kann.“

Spaß am Trainings- und Spielbetrieb

Für die Fußballspielerinnen ist die Zwangspause frustrierend, weil viel trainiert wurde und nun keine Spiele mehr stattfinden können. Anna Drittenpreis, Spielerin und Aktivenvertreterin der Damen des SVD: „Überrascht bin ich über die Spielaussetzung nicht. Durch die steigenden Zahlen der vergangenen Wochen, habe ich schon damit gerechnet. Für uns ist es natürlich sehr schade, da wir momentan mit der ersten und zweiten Mannschaft Tabellenführer sind. Ich hoffe sehr, dass wir die Saison sportlich zu Ende bringen können und dann immer noch ganz oben stehen.“ Eine weitere Spielerin, Saskia Fischer, ergänzt: „Natürlich ist man enttäuscht, dass man seinem Hobby, dem Fußball spielen nicht mehr nachgehen kann und somit auch seine Freunde nicht mehr sehen kann. Allerdings ist es bezüglich der steigenden Zahlen und der unbekannten Situation wohl momentan nicht anders möglich. Ich hoffe, dass wir trotz allem die Saison zu Ende spielen können, auch wenn es erst im nächsten Jahr weiter geht.“

Anna Karbstein, 2. Damenmannschaft: „Es macht mir einfach große Freude Fußball zu spielen und viele meiner Freundinnen spielen Fußball und so habe ich sehr schnell Anschluss im Deggenhausertal gefunden.“
Anna Karbstein, 2. Damenmannschaft: „Es macht mir einfach große Freude Fußball zu spielen und viele meiner Freundinnen spielen Fußball und so habe ich sehr schnell Anschluss im Deggenhausertal gefunden.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Und Janina Friese, Spielerin der ersten Mannschaft schließt sich ihren Mitspielerinnen an: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass die Runde unterbrochen wurde. Wir stehen derzeit auf dem ersten Tabellenplatz und es hat die letzten Wochen echt Spaß gemacht zusammen auf dem Platz zu stehen. Das hat die hohe Trainingsbeteiligung auch widergespiegelt. Wir waren die letzte Zeit auf und neben dem Platz eine super Mannschaft. Man verbringt viel Zeit mit der Mannschaft und das wird die nächsten Wochen auch fehlen. Wir sind gespannt ob und wann es weitergeht.“

Ellen Weissenrieder, 3. Damenmannschaft: „Bei uns in der 3. Mannschaft steht der Spaß im Vordergrund, es gibt keinen Druck und alle Spielrinnen werden sehr nett und freundlich aufgenommen, das ist echt toll.“
Ellen Weissenrieder, 3. Damenmannschaft: „Bei uns in der 3. Mannschaft steht der Spaß im Vordergrund, es gibt keinen Druck und alle Spielrinnen werden sehr nett und freundlich aufgenommen, das ist echt toll.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Aufstieg in die Regionalliga das Ziel

Dass der Sportverein Deggenhausertal der einzige Verein ist, der im Südbadischen Fußballverband, Bezirk Bodensee, drei Damenmannschaften hat, darauf ist der ehemalige langjährige SVD-Vorsitzende, Wolfgang Rößler stolz. Und er setzt noch eins drauf: „Unsere erste Damenmannschaft spielt in der Verbandsliga und wird nur von den Damen des FV Hegau übertrumpft, die in der Oberliga spielen.“ Vor Abbruch hat die erste Damenmannschaft in der Verbandsliga Südbaden mit zwölf Punkten inne die Tabellenführung. „Wenn wir den Aufstieg in die Regionalliga schaffen würden“, so Trainer Markus Mecking, „wäre das für die Spielerinnen eine tolle Herausforderung und eine gute Chance wichtige Erfahrungen mitzunehmen.“

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Damenmannschaften sind eine Erfolgsgeschichte

Und wie kommt es, dass der SVD im Damenfußball so erfolgreich ist? Hier erinnert Rößler daran, dass beim SVD bereits im Jahr 2005 in der Jugend auch Mädchen mitgespielt hatten und so eine Basis für spielerische Qualität geschaffen wurde. 2009 wurde die 1. Damenmannschaft etabliert, 2015 die 2. und in diesem Jahr die 3. Damenmannschaft aufgebaut. „Unsere Damenmannschaften sind eine Erfolgsgeschichte; es war richtig und wichtig, diese zu gründen, denn sie beleben das Vereinsleben insgesamt und bringen sich in den Verein ein“, betont Rößler.

Kathrin Mutter, 1. Damenmannschaft: „Ich spiele von klein auf Fußball durch meine Familie, weil ich schon von früher Kindheit an immer mit auf den Fußballplatz gegangen bin und es mir immer Spaß gemacht hat.“
Kathrin Mutter, 1. Damenmannschaft: „Ich spiele von klein auf Fußball durch meine Familie, weil ich schon von früher Kindheit an immer mit auf den Fußballplatz gegangen bin und es mir immer Spaß gemacht hat.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis? Die Trainerin der 2. Mannschaft, Stefanie Rölle, betont: „Die super gute Kameradschaft der Spielerinnen aller drei Mannschaften ist schon besonders und deshalb haben die Damen auch einen guten Ruf und der Verein unterstützt die Damenmannschaften auch sehr.“ Wichtig sei auch, dass es keinen Druck gebe, man spiele zum Spaß und wenn man die Chance zum Aufstieg hätte, sei das toll und fördere auch die Motivation.

Spielerinnen kommen auch aus den Nachbarorten

Clara Rößler, 2. Damenmannschaft: „Für mich war es gar keine Frage Fußball zu spielen, bei meinem Vater Wolfgang Rößler blieb mir – im positiven Sinne – gar nichts anderes übrig und ich bin sehr froh darüber.“
Clara Rößler, 2. Damenmannschaft: „Für mich war es gar keine Frage Fußball zu spielen, bei meinem Vater Wolfgang Rößler blieb mir – im positiven Sinne – gar nichts anderes übrig und ich bin sehr froh darüber.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Gerade auch für die Jungen sei es Motivation weiter zu machen. Da gibt es eine Spielgemeinschaft mit Salem für B-Jugend-Mädchen (14 bis 16 Jahre), die momentan Tabellenführer in der Kreisstaffel sind; die sehen natürliche gute Möglichkeiten, beim SVD sportlich weiter zu kommen. Die Vereinsführung betont, dass keine Spielerinnen aus Nachbarvereinen abgeworben werden, „die Spielerinnen kommen freiwillig ins Tal – auch aus Vereinen, die keine Damenmannschaften haben.“ In den drei Mannschaften sind aktuell 52 Spielerinnen aktiv. Diese kommen nicht nur aus Deggenhausertal, sondern auch aus vielen Nachbarorten, wie den Gemeinden Horgenzell und Bermatingen und der Stadt Markdorf. Aber in die Freude über die Entwicklung des Damenfußballs beim SV Dreggenhausertal kam die Verschärfung der Corona-Regeln, die den Trainings- und Spielbetrieb nun für lange Zeit zum Erliegen bringen wird.

Alina Reochle, 3. Damenmannschaft: „Ich bin von Anfang an dabei, als die 3. Mannschaft aufgebaut wurde und bin ganz begeistert, das immer wieder junge Damen dazukommen, die wir gerne integrieren.“
Alina Reochle, 3. Damenmannschaft: „Ich bin von Anfang an dabei, als die 3. Mannschaft aufgebaut wurde und bin ganz begeistert, das immer wieder junge Damen dazukommen, die wir gerne integrieren.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip