Herr Meschenmoser, die Erweiterung und grundlegende Sanierung des Kindergartens in Untersiggingen mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro war die bedeutendste Investition im vergangenen Jahr. Welches waren die Schwerpunkte des Projekts und gab es Probleme für Kinder und Erzieherinnen während der Bauphase?

Es war eines der großen Projekte. Wir sind gut mit der Bautätigkeit gestartet. Der Anbauteil erfolgte während des laufenden Kindergartenbetriebs. Wir haben uns bezüglich der entsprechenden Bautätigkeit stets mit der Kindergartenleitung abgesprochen. Vorgesehen war, dass in den Sommerferien der Bestand entsprechend umgebaut werden sollte – außerhalb des Betriebs.

Für rund eine Million Euro wurde der Kindergarten in Untersiggingen erweitert und saniert. In der noch etwas nüchternen neuen Mensa freuen sich die Kinder und (von links): Haushaltshilfe Gabi Schorer, Erzieherin Bettina Henning (sitzend), Parktikantin Lara Pawlowski und Erzieherin Rabi Ünveren (hinter der Ausgabe) über die neuen Räumlichkeiten.
Für rund eine Million Euro wurde der Kindergarten in Untersiggingen erweitert und saniert. In der noch etwas nüchternen neuen Mensa freuen sich die Kinder und (von links): Haushaltshilfe Gabi Schorer, Erzieherin Bettina Henning (sitzend), Parktikantin Lara Pawlowski und Erzieherin Rabi Ünveren (hinter der Ausgabe) über die neuen Räumlichkeiten. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Leider hat sich das zeitlich etwas in die Länge gezogen, weil die Bauunternehmen heute sehr gut ausgelastet sind. Da war ich sehr froh, dass die Betreuung der Kinder in Räumen der Grundschule und im Kindergarten in Deggenhausen erfolgen konnte. Das hat sehr gut funktioniert. Es war eine gewisse Einschränkung, aber es ging recht gut – vor allem vor dem Hintergrund, dass es anschließend schöne neue und helle Räumlichkeiten gibt. Jetzt werden noch die Außenanlagen fertiggestellt und es gibt teilweise neue Möblierungen.

Die Gemeinde wächst und mit neuen Baugebieten werden Familien mit Kindern ins Tal ziehen. Erfüllt die Gemeinde die Vorgaben bei Krippen- und Kindergartenplätzen?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir durch den Erweiterungsbau in Untersiggingen, auch unter Berücksichtigung der Baugebiete, sicher sind, dass jedes Kind aus dem Tal einen Platz bekommen kann. In den drei gemeindlichen Kindergärten und Krippen haben wir aktuell 168 Kinder. Limpach ist voll. In Deggenhausen gibt es noch zehn freie Plätze und die Möglichkeit eine Kleingruppe in eine Regelgruppe umzuwandeln. Im Kindergarten Untersiggingen gibt es noch zehn freie Plätze und in der dortigen Kleinkindbetreuung sechs freie Plätze.

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Es ist eine mögliche Erweiterung des Kindergartens in Deggenhausen oder gar der Neubau eines Kindergartens angedacht. Wie sieht da ihre persönliche Planung aus – unberücksichtigt der Tatsache, dass letztendlich der Gemeinderat entscheidet?

Das Miteinander wird groß geschrieben im Tal der Liebe: Das zeigt sich auch im Jahresgespräch, das SÜDKURIER-Mitarbeiter Wolf-Dieter Guip (links) mit Bürgermeister Fabian Meschenmoser geführt hat.
Das Miteinander wird groß geschrieben im Tal der Liebe: Das zeigt sich auch im Jahresgespräch, das SÜDKURIER-Mitarbeiter Wolf-Dieter Guip (links) mit Bürgermeister Fabian Meschenmoser geführt hat. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Meine Haltung dazu: Wir haben in Untersiggingen den Erweiterungsbau und die Möglichkeit, hier um eine Gruppe zu erweitern. Und wir können in Deggenhausen eine Kleingruppe in eine Regelgruppe umwandeln. Von daher gehe ich davon aus, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren keinen zusätzlichen Bedarf haben. Ich bin der Meinung, dass unsere drei Standorte ausreichen. Zumal wir in Deggenhausen noch Platz für einen möglichen Anbau hätten. Einen Neubau an anderer Stelle sehe ich daher eher nicht.

Bei den gemeindlichen Baugebieten Haldenweg in Wittenhofen und Mühlenweg in Deggenhausen sind alle Bauplätze so gut wie verkauft. Sieht die Verwaltung die Möglichkeit für die Ausweisung weiterer Baugebiete?

Ja, wir sind bereits in Grundstücksverhandlungen und anfänglichen Planungen für weitere Baugebiete und zwar einmal in Urnau und in Grünwangen. Da werden wir versuchen, mit den Planungen fertig zu werden und noch in diesem Jahr noch mit den Erschießungsarbeiten zu beginnen. Wenn man die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung sieht sind das Mengen, die wir in den nächsten Jahren gar nicht aufnehmen können. Aber wir suchen nach Möglichkeiten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Bauboom: Die Plätze in den Baugebieten, wie hier im Haldenweg in Wittenhofen, sind weitgehend verkauft.
Bauboom: Die Plätze in den Baugebieten, wie hier im Haldenweg in Wittenhofen, sind weitgehend verkauft. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Private Baugebiete mit teilweise zahlreichen Baugrundstücken/Wohneinheiten gibt es in Grünwangen, Wittenhofen und in Untersiggingen. In Untersiggingen entsteht auch der neue Bioladen vom Lehenhof mit Bistro. Wie entwickelt sich die infrastrukturelle Situation?

Grundsätzlich sind wir mit der Infrastruktur für die Größenordnung unserer Gemeinde gut aufgestellt. Wir haben jetzt einen Lebensmittelmarkt in Wittenhofen mit einem noch breiteren Sortiment. Den regionalen Einkaufsmarkt D-Tal-Markt und künftig den Lehenhof-Laden in Untersiggingen, der durch diesen Standort noch mehr in Erscheinung treten und die Bioschiene abbilden wird. Auch wird dort ein Bistro entstehen, was gut ist, weil es keine Wirtschaft mehr in Untersiggingen gibt und so vielleicht ein Treffpunkt entsteht.

Auch die Infrastruktur im Deggenhausertal entspricht der Größe der Gemeinde. In Untersiggingen entsteht ein Gebäudekomplex, in dem der lLehenhof einen Bioland mit Bistro eröffnen wird.
Auch die Infrastruktur im Deggenhausertal entspricht der Größe der Gemeinde. In Untersiggingen entsteht ein Gebäudekomplex, in dem der lLehenhof einen Bioland mit Bistro eröffnen wird. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Im Kindergartenbereich ist die Kapazität für die künftige Entwicklung da. In der Grundschule ebenso – es ist erfreulich, dass die Grundschule durch die wachsende Anzahl der Kinder aufstrebend ist. Darüber hinaus ist erfreulich, dass die Apotheke zukunftsmäßig erweitert hat. Und in Roggenbeuren bekommen wir einen zusätzlichen Allgemeinmediziner.

Die Grundschule in Wittenhofen ist gut belegt. Hier war angedacht, Schulsozialarbeit zu integrieren. Wie sieht der aktuelle Stand aus?

Es ist beschlossen, dass wir eine 50-Prozent-Stelle für Schulsozialarbeit an der Grundschule integrieren. In Kooperation mit den Zieglerschen Anstalten. Die Lehrer sind sehr froh, weil es wichtig ist auch in dem Bereich nach dem Kindergarten in der Schule gewisse Förderungen und Unterstützung bieten zu können.

Digitalisierung ist in aller Munde. Wie ist die Grundschule in diesem Bereich aufgestellt?

Wir haben Rektorin Maike Steininger, die sehr aufgeschlossen ist. Was die Digitalisierung anbelangt, muss jedoch zunächst ein Glasfaseranschluss in die Schule kommen. Im Zuge der Fördermöglichkeiten wird die Rektorin einen Medienentwicklungsplan erstellen, aus dem hervorgeht, welche Dinge benötigt werden. Es muss geprüft werden, was für die Grundschule notwendig ist. Und es muss gewährleistet sein, dass die Lehrer mit diesen Materialien arbeiten. Digitalisierung ist ein wichtiges Thema. Die Kinder wachsen in einer digitalen Welt auf. Aber im Grundschulbereich muss noch nicht alles digitalisiert sein.

Das schnelle Internet auf Glasfaserbasis ist seit Jahren ein Thema. Welche Maßnahmen sind im neuen Jahr geplant?

Wir haben Glasfaser in Lellwangen, Limpach, Azenweiler, Wahlweiler und in Untersiggingen teilweise. Im Gewerbegebiet und Teilen von Mennwangen sowie im GewerbegebietDeggenhausen. In den anderen Bereichen sind wir mit Vectoring gut versorgt. Aufgrund der Weitläufigkeit unserer Gemeinde sind gewisse Abstriche zu machen. 95 Prozent der Menschen im Tal können mit einer akzeptablen Verbindung surfen.

Die Erschließung der Gemeinde Deggenhausertal mit Internet ist weitgehend abgeschlossen. Ein Mitarbeiter der Firma Röhm-Montage verbindet beim Busbahnhof in Wittenhofen Glasfaserleitungen..Bild: Wolf-Dieter Guip
Die Erschließung der Gemeinde Deggenhausertal mit Internet ist weitgehend abgeschlossen. Ein Mitarbeiter der Firma Röhm-Montage verbindet beim Busbahnhof in Wittenhofen Glasfaserleitungen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

In der Altgemeinde Homberg hat sich eine Bürgerinitiative konstituiert mit dem Ziel Glasfaser auch in einem für Betreiber weniger attraktiven Gebiet zu verlegen.

Ich freue mich sehr, dass wir so engagierte Bürger haben, die mit viel Eigeninitiative und Eigenleistung dort Glasfaser auf den Weg bringen möchten. Und damit im Prinzip den Weg in die Digitale Zukunft auch in Gebieten ermöglicht, von denen man nie gedacht hatte, dass sie so schnell an das schnelle Internet angeschlossen werden. Von Vorteil ist, dass wir im Zuge der Wasserleitungssanierung von Limpach Glasfaser schon bis dorthin verlegt haben. Ich bin stolz auf diese engagierten Bürger.

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Die Erweiterung des Gewerbegebiets in Deggenhausen wurde entschieden. Wann beginnen die Erschließungsarbeiten und sind bereits alle Flächen vergeben?

Es ist vorgesehen, in diesem Jahr die Erweiterung in Angriff zu nehmen. Wir haben die erste Anhörung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt und im Januar oder Februar werden wir die Abwägung vornehmen. Wir hoffen die Erschließungsarbeiten bis Ende 2019 fertigstellen zu können. Mit mehreren Interessenten sind wir wegen der Flächen in Gespräch, aber es wurden noch keine Verträge geschlossen.

Gibt es im Tal noch die Möglichkeit Gewerbegebiete zu erweitern oder neue auszuweisen?

Das wird sehr schwer. Es wird immer schwieriger Baugebiete oder Gewerbegebiete auszuweisen. Eine Erweiterung im Untersiggingen ist nicht möglich. In Deggenhausen sind wir mit der Erweiterung am Ende. Mennwangen war noch in der Überlegung. Es gibt aber noch keine Planungen. Da müssten erst Änderungen im Flächennutzungsplan (FNP) erfolgen. Wobei wir immer schauen, dem ansässigen Gewerbe die Möglichkeit zu geben, sich zu erweitern. Grundsatz ist: Das bestehende Gewerbe zu halten.

Auf dieser knapp vier Hektar großen Fläche, vom Bach an der Baumreihe rechts bis zu den Gebäuden im Hintergrund, soll das Gewerbegebiet in Deggenhausen erweitert werden. Die Erschließung soll in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Auf dieser knapp vier Hektar großen Fläche, vom Bach an der Baumreihe rechts bis zu den Gebäuden im Hintergrund, soll das Gewerbegebiet in Deggenhausen erweitert werden. Die Erschließung soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Welche weiteren wichtigen Projekte wurden in 2018 im Gemeindegebiet abgeschlossen?

Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit: Die Wohnumfeldmaßnahmen in Wittenhofen sind sehr gut gelungen, gerade wenn man die Einfahrt über die neue Brücke zur Pflegegemeinschaft St. Sebastian sieht. Wir haben den St. Georgsweg in Limpach saniert. Der neue Kreisverkehr in Wittenhofen wurde gut angenommen und hat sich bewährt.

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Wir wünschen uns, dass er so übernommen wird, ohne große bauliche Veränderungen. Wir haben ein neues Salzsilo für den Bauhof angeschafft und der Dorfplatz in Lellwangen wurde eingeweiht. Die Feuerwehr erhielt einen neuen Mannschafttransportwagen mit Führungsausstattung. Der Öffentliche Personennahverkehr wurde verbessert und wir waren in unserer Partnerstadt in Ungarn.

Welche wesentlichen Investitionen sind für 2019 geplant?

Wir werden das GewerbegebietDeggenhausen erweitern und weitere Baugebiete erschließen. Die Straßenbeleuchtung wird auf LED-Lampen umgestellt und in der Alfons-Schmidtmeister-Halle wird die Beleuchtung erneuert. Für die Feuerwehr werden wir neue Ausgehuniformen anschaffen. Ein großes Thema wird die Erneuerung der Brücke über die Landesstraße 204 in Untersiggingen sein, die wohl im März beginnen soll und vielleicht sechs bis acht Monate dauern kann. Hier sind noch Abstimmungen mit dem Regierungspräsidium in Tübingen notwendig.

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Auch der Radweg zwischen Urnau und Hefigkofen soll in Angriff genommen werden. Ein ganz anderes Thema ist, dass wir die Auftaktveranstaltung für die Apfelwochen der Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee gestalten werden. Da beginnen im Januar die Planungen. Die Tourismusgemeinschaft, die Gemeinde und der Förderverein Deggenhausertal werden für ein ansprechendes Programm am 22. September sorgen. Nicht zu vergessen ist auch die Kommunalwahl am 26. Mai.

Wie gestaltet sich die Flüchtlingssituation in Deggenhausertal und wie wird die Entwicklung in 2019 sein?

Wir haben die Flüchtlingsunterkünfte in Untersiggingen konzentriert. Die Zunahme an Flüchtlingen ist stark zurückgegangen, aber es gibt Familiennachzüge. Die konnten wir bisher meistern, aber wir sind sehr dankbar, wenn von privater Seite Möglichkeiten zur Unterbringung geschaffen beziehungsweise angeboten werden.