Ganze Arbeit geleistet hat ein Team der Straßenmeisterei Überlingen am Brennpunkt der Gemeinde Deggenhausertal in Wittenhofen, wo die Landesstraßen 204 und 207 aufeinandertreffen. An nur einem Arbeitstag wurde der komplette Kreisverkehr eingerichtet. Und das ohne Absperrungen oder Signalanlage bei weitgehend ungehindert laufendem Verkehr. Tobias Jäger vom eingespielt arbeitenden Team: "Obwohl der starke Verkehr meistens ungehindert fließen kann, kommen wir mit der Arbeit gut voran und sind zufrieden."

Das Team der Straßenmeisterei Überlingen hat in Wittenhofen am Schnittpunkt der Landesstraßen 207 und 204 einen provisorischen Kreisverkehr eingerichtet; im Hintergrund Tobis Jäger.
Das Team der Straßenmeisterei Überlingen hat in Wittenhofen am Schnittpunkt der Landesstraßen 207 und 204 einen provisorischen Kreisverkehr eingerichtet; im Hintergrund Tobis Jäger. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Anwohner mit großen Hoffnungen

Und was sagen die Anwohner? Alexandra Steuer, Chefin vom Landhotel-Restaurant Adler: "Ich gehe davon aus, dass jetzt der Verkehr besser fließt und die Kreuzung entlastet wird – ich bin da ganz entspannt." Der Verkehr, gerade auf der L 204 aus Richtung Ravensburg nach Salem und umgekehrt, hat nach Eindruck von Steuer in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen.

Die Hotel-Chefin erhofft sich vom Kreisverkehr auch nachts mehr Ruhe für Gäste. Durch die Bremsmanöver und das Beschleunigen, vor allem auch des Schwerlastverkehrs, sei viel Lärm entstanden.

Lob für Bürgermeister

Allerdings macht sie eine Einschränkung: Wenn sich der provisorische Kreisverkehr bewährt und später der Mittelteil gepflastert werden sollte, fürchtet sie, dass durch das Geholper der Lärm wieder zunimmt – aber soweit ist es noch nicht. Und Steuer betont ausdrücklich: "Ich fand es sehr nett, dass sich Bürgermeister Fabian Meschenmoser um den Kreisverkehr gekümmert hat und vor allem, dass er im Vorfeld zu uns gekommen ist und uns um unsere Meinung gefragt hat."

Gegenüber betreibt die Familie Illison die Tal-Apotheke. "Ich bin froh, dass der Kreisverkehr jetzt da ist und der Verkehr flüssiger läuft. Und ich freue mich, dass die Mitte nicht erhöht ist", sagte Stefan Illison. Er hoffe, dass der Kreisverkehr gut angenommen wird, denn heute sei diese Art der Verkehrsregelung ja eine Selbstverständlichkeit. Er hofft, dass die Staus bei hohem Verkehrsaufkommen, die manchmal in Richtung Roggenbeuren bis zum Supermarkt und darüber hinaus reichten, der Vergangenheit angehören.

Nach jahrelangen Anträgen wurde jetzt der gewünschte Kreisverkehr in Wittenhofen beim Gasthaus Adler (rechts) eingerichtet.
Nach jahrelangen Anträgen wurde jetzt der gewünschte Kreisverkehr in Wittenhofen beim Gasthaus Adler (rechts) eingerichtet. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Wunsch nach Kreisel nicht ganz neu

Er erinnerte daran, dass schon vor Jahren ein großer Kreisverkehr angedacht worden war, für den jedoch die Brücke über die Aach hätte erneuert werden müssen. Jetzt habe es bereits im Herbst des vergangenen Jahres grünes Licht von Landratsamt für den provisorischen Kreisverkehr gegeben. Allerdings sei es wetterbedingt bisher nicht möglich gewesen, das Bauwerk einzurichten. Illison hat auch ein Lob für das ausführende Team der Straßenmeisterei parat: "Die Leute machen das wirklich sehr gut und ohne den Verkehrsfluss groß zu behindern."

Der Weg zum Kreisverkehr

Nachdem im Herbst 2017 einmal mehr aus der Mitte des Gemeinderats der Wunsch nach einem Kreisverkehr beim Gasthaus Adler geäußert wurde, hatte Bürgermeister Fabian Meschenmoser in der Novembersitzung bekanntgegeben, dass ein provisorischer Kreisverkehr eingerichtet wird. Nun wurde ein Innenring mit einem Durchmesser von sieben Metern und darum eine Fahrbahn von 4,50 Meter Breite eingerichtet. Nach einer Testphase von zirka einem Dreivierteljahr soll entschieden werden, ob der Verkehr im Kreisel besser fließt, auch eine Anwohnerbefragung soll es geben. Dann soll entschieden werden, ob dauerhaft ein Kreisverkehr eingerichtet wird.