Unter dem Motto "Gemeinsam und nur gemeinsam werden wir es schaffen" wird in Deggenhausertal voraussichtlich Mitte März 2019 mit der Verlegung von Glasfaser direkt ins Haus für einen Teil der Altgemeinde Homberg begonnen. Konkret geht es um zwei Stränge und zwar von Oberhomberg und Unterhomberg bis Wippertsweiler sowie Oberhomberg, Möggenweiler, Höge, Burg und Benistobel bis Weißenbach. "Durch eine Bürgerinitiative mit viel Eigenleistung sind die entstehenden Kosten für jeden Anschluss akzeptabel, ansonsten wären die Kosten für jeden Einzelnen nicht tragbar", erklärte Manfred Ströhle für die Bürgerinitiative.

Glasfaser auch für Homberg

Wie alles begann, erläuterte Bürgermeister Fabian Meschenmoser: "In Zusammenhang mit der Erneuerung der Wasserleitung und der Verlegung von Gas in Limpach wurde auch Glasfaser nach Limpach gebracht." Damit war die Infrastruktur für das schnelle Internet im Jahre 2017 auf dem Berg. Aktuell werden in Azenweiler und Wahlweiler Glasfaseranschlüsse bis ins Haus verlegt. Ende 2017 kamen Albert Scherer und Alban Stolz mit einer Unterschriftenliste auf die Gemeinde zu, mit dem Wunsch, auch Ober- und Unterhomberg ans schnelle Netz zu bringen. Daraufhin führte die Gemeinde Deggenhausertal mit dem Stadtwerk am See und der Teledata entsprechende Gespräche, um Glasfaser auch in weitere Ortsteile der Altgemeinde Homberg zu bringen.

Pressegespräch zum Thema Breitband im Rathaus von Deggenhausertal (von links): Oliver Schreibmüller, Teledata, mit Manfred Ströhle und Albert Scherer von der Bürgerinitiative sowie Bürgermeister Fabian Meschenmoser mit einem Glasfaserkabel.
Pressegespräch zum Thema Breitband im Rathaus von Deggenhausertal (von links): Oliver Schreibmüller, Teledata, mit Manfred Ströhle und Albert Scherer von der Bürgerinitiative sowie Bürgermeister Fabian Meschenmoser mit einem Glasfaserkabel. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Gut besuchte Bürgerversammlung

Im Mai 2018 wurde eine entsprechende Planung den betroffenen Anwohnern im Rahmen einer Bürgerversammlung präsentiert. Das Interesse war groß, jedoch die geschätzten Kosten pro Anschluss waren ebenso groß. Deshalb gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, die Anschlusskosten zu reduzieren und das Projekt zu beschleunigen. Aus jedem Ortsteil der Altgemeinde waren Vertreter in der Initiative und der geplante Trassenverlauf wurde dergestalt geändert, dass die Trassen aus dem öffentlichen in den privaten Bereich verlegt wurden. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass verschiedene Tiefbauarbeiten von Mitgliedern der Bürgerinitiative übernommen werden können.

Die geplanten Trassen und das weitere Vorgehen zur Installation der Infrastruktur für Glasfaser in Teilen der Altgemeinde Homberg wurden bei einer Bürgerversammlung am 17. Dezember vorgestellt, am Podium von links: Jürgen Schäfler nud Mark Kreuscher (Stadtwerk am See), Manfred Ströhle (Bürgerinitiative), Vito Petrizzo (Teledata) und Stefan Trick (Stadtwerk am See).
Die geplanten Trassen und das weitere Vorgehen zur Installation der Infrastruktur für Glasfaser in Teilen der Altgemeinde Homberg wurden bei einer Bürgerversammlung am 17. Dezember vorgestellt, am Podium von links: Jürgen Schäfler nud Mark Kreuscher (Stadtwerk am See), Manfred Ströhle (Bürgerinitiative), Vito Petrizzo (Teledata) und Stefan Trick (Stadtwerk am See). | Bild: Gemeinde Deggenhausertal

Nachbarn helfen sich gegenseitig

Hierbei geht es um die außerörtlichen Strecken: Bei verschiedenen Einzelhöfen übernehmen die Anschlussinhaber die Anschlussarbeiten. Und alle Anschlussnehmer haben zugesagt, sich jeweils mindestens für fünf Stunden an den Arbeiten zu beteiligen. "Die Verlegung auf privatem Gelände und Äckern war nur so schnell und problemlos möglich, weil das unter uns guten Nachbarn viel einfacher ist, als wenn ein Unternehmen mit vielen Eigentümern verhandeln muss", sagte Ströhle und unterstrich, dass dieser Erfolg ohne die Beteiligten Stadtwerk am See sowie Teledata und das Engagement der Gemeindeverwaltung gar nicht möglich gewesen wäre. Immerhin werden Glasfaserkabel über eine Gesamtstrecke von rund elf Kilometern verlegt und davon außerorts mit Eigenleistung der Bürgerinitiative rund 8,5 Kilometer.

Manfred Ströhle (links) und Albert Scherer haben die Fragen zur Glasfasterstruktur in Teilen der Altgemeinde Hommberg für die Bürgerinitiative beantwortet.
Manfred Ströhle (links) und Albert Scherer haben die Fragen zur Glasfasterstruktur in Teilen der Altgemeinde Hommberg für die Bürgerinitiative beantwortet. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Abschluss Ende 2019

Mitte Dezember wurde das konkretisierte Konzept in einer weiteren Bürgerversammlung vorgestellt und besprochen und es ist davon auszugehen, dass mindestens 60 Anschlussnehmer gewonnen werden können. Eine solche Initiative in Verbindung mit den betroffenen Unternehmen und der Gemeinde ist wohl einzigartig in unserer Region – wobei es im Tal weitere Einzelinitiativen gibt. Ende 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.