Die Stadt Überlingen kauft für die Energieversorgung der Verwaltung bei längeren Stromausfällen ein mobiles Notstromaggregat. Das hat der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung mehrheitlich beschlossen. Damit wolle man im Krisenfall den Betrieb im Rathaus sichern, hieß es in der Sitzung.

Zeitler spricht von „zwingend erforderlicher“ Maßnahme

„Wir sind damit optimal aufgestellt und haben im Ausnahmefall eine gewisse Autarkie“, sagte Oberbürgermeister Jan Zeitler in der Sitzung. Das mit Diesel betriebene Aggregat soll etwa 96.000 Euro kosten, eine Leistung von 85 Kilowatt haben und die Stromversorgung im Rathaus sowie den Weiterbetrieb des IT-Systems ermöglichen.

Die Beschaffung des Notstromaggregats sei aus Sicht der Verwaltung „zwingend erforderlich“, so Zeitler. Neben einem bei der Feuerwehr gebe es nämlich kein Gerät dieser Art in Überlingen. Damit wolle man sich im Krisenfall die kritische Infrastruktur sichern und gewährleisten, dass ein Krisenstab einberufen werden könne.

Fachbereichsleiter verweist auf Krisenstab

Dass die Stadt Überlingen für Ausnahmesituationen einen Krisenstab habe – das wollte Fachbereichsleiter Manfred Schlenker in der Sitzung nochmals betonen. In dem sogenannten „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ habe der Oberbürgermeister die politische Verantwortung, der Baubürgermeister sei die Einsatzleitung des Stabs. Außerdem seien die Abteilung Öffentliche Ordnung, IT-Spezialisten, Finanz- und Personalverantwortliche vertreten, hieß es. Der Krisenstab wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen.

Versorgung der Bevölkerung am Rande ein Thema

Noch vor einigen Wochen hatte sich die Stadtverwaltung bei dem Thema Notfallplan bei längeren Stromausfällen auf SÜDKURIER-Nachfrage zugeknöpft gezeigt. Von der Pressestelle hieß es damals, dass man einen Notfallplan vorbereite. Nun stellten die Verantwortlichen die Anschaffung vor. Zuvor hatte man Angebote mehrerer Anbieter eingeholt.

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Während die Verantwortlichen viele Worte zur Notstrom-Versorgung des Rathauses verloren, wurde die Situation für die Bevölkerung eher am Rande thematisiert. Die Bevölkerung sei in diesem Fall auf die Systeme der Grundversorger angewiesen, so Zeitler. „Das sind Dinge, die wir nur bedingt in der Hand haben.“ Er habe dabei aber „vollstes Vertrauen“ in die Netze des Stadtwerks am See.

Stadtwerk verweist auf Stresstests

Das Stadtwerk hatte in einer Pressemitteilung Anfang November mit der Versorgungssicherheit der eigenen Systeme geworben. „Für Angst oder gar Panik besteht also absolut kein Anlass“, hieß es von Mark Kreuscher, Leiter Netze beim Stadtwerk am See. Er verwies auf positive Ergebnisse bei einem Stresstest der Netze im vergangenen Sommer. Gleichzeitig wies man aber auch darauf, dass man von Vorlieferanten abhängig sei. „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“, hieß es abschließend.