Nach Beobachtungen von Joachim Betten vom Verein „Bürgerenergie„ laufen die Arbeiten seit 9 Uhr. Unterhalb des Andelshofener Weihers arbeiten Mitarbeiter des Betonwerks Pfullendorf an der Verfüllung des Druckrohrs. Die „Bürgerenergie„ will es erhalten und das Kraftwerk reaktivieren. Zu diesem Zweck hatten im Dezember Übernahmegespräche stattgefunden, die jedoch ergebnislos endeten.

Video: Hilser, Stefan

Das Stadtwerk am See (SWSee) ist Eigentümer der stillgelegten Wasserkraftanlage. Das Unternehmen will das Rohr nun mit einem stabilisierenden Material füllen. Damit sichere man sich gegen eine Einsturzgefahr ab, die man fürchte, weil dadurch auch Menschen und Immobilien zu Schaden kommen könnten.

Video: Hilser, Stefan

Peter Schweiker ist Mitarbeiter beim Betonwerk Pfullendorf, das das Material in die Rohre pumpt. In Bauabschnitt eins, direkt am Andelshofener Weiher, befülle man einen „Teststollen“, erklärte Schweiker. Es gelte herauszufinden, wie die schwierige Logistik gemeistert werden könne. Als schwierig bezeichnete er es, zum richtigen Zeitpunkt in ausreichend großer Menge Kalksteinmehl zu bekommen.

Im Auftrag des Stadtwerk am See verfüllt eine Firma die 100 Jahre alte Druckleitung, die den Andelshofener Weiher mit dem Turbinenhaus am Mantelhafen verbindet. Hier ein Bild vom obersten Abschnitt, der direkt am „Andele“ liegt, einem künstlich angelegten Stausee, der mittlerweile zum Naturschutzgebiet wurde.
Im Auftrag des Stadtwerk am See verfüllt eine Firma die 100 Jahre alte Druckleitung, die den Andelshofener Weiher mit dem Turbinenhaus am Mantelhafen verbindet. Hier ein Bild vom obersten Abschnitt, der direkt am „Andele“ liegt, einem künstlich angelegten Stausee, der mittlerweile zum Naturschutzgebiet wurde. | Bild: Hilser, Stefan

Das in die Rohre gepumpte Material ist zunächst flüssig, es härtet im Rohr aus und stabilisiert es. Es nennt sich „Dämmer“, erklärte Schweiker, und bestehe lediglich aus den natürlichen Materialien Kalksteinmehl, Wasser, „und ein bisschen Zement“. Nach dem Aushärten entstehe „eine stichfeste Konsistenz“. Schweiker: „Sie können sich das ungefähr wie Kreide vorstellen.“ Es könne bei Bedarf wieder herausgekratzt werden. Das Rohr selbst werde bei der Verfüllung nicht beschädigt. Der „Dämmer“ könne auch mit eine Wasserstrahl gelöst „und herausgeschossen“ werden.

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Im ersten Abschnitt wird das Rohr auf einer Länge von 50 bis 60 Metern verfüllt. Dafür setzt das Betonwerk 33 Kubikmeter des Materials ein.

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Aktion startete um 16 Uhr

Wie es weitergeht, und ob die „Bürgerenergie„, die 1276 Unterschriften einer offenen Petition, sowie das aktuell laufenden Petitionsverfahren des Landtags hinter sich weiß, noch stoppen kann, ist ungewiss. Zur Verdeutlichung ihrer Forderungen organisierte der Verein am Dienstag (21. Januar) um 16 Uhr eine „Baustellenbesichtigung„.

„Keine Demo“

In einer ersten Fassung dieses Berichts wurde der Verein zitiert mit den Worten „Demo“, die ursprünglich auch angekündigt wurde. Anschließend bat der Verein um eine Änderung des Begriffs. Wörtlich teilte die „Bürgerenergie„ mit: „Da dies eine spontane Zusammenkunft ist, die heute Nacht entschieden worden ist, konnten wir die Baustellenbesichtigung nicht beim Ordnungsamt anmelden. Können Sie das im Artikel bitte auch nur Baustellenbesichtigung nennen und nicht Demo?“

Treffpunkt war an der Owinger Straße/Ecke Gottfried-Keller-Weg. Die Aktion sollte am Rathaus enden, um auch gegenüber Oberbürgermeister Jan Zeitler, der im Aufsichtsrat des SWSee sitzt, den Standpunkt darzulegen (was letztlich dann aber doch nicht erfolgte). Bislang hatte Zeitler es abgelehnt, die Unterschriftenlisten entgegen zu nehmen. Nach Angaben der „Bürgerenergie„ verwies Zeitler auf das Stadtwerk, das ja schließlich Eigentümer der Wasserkraftanlage sei.

In der Diskussion um die Druckleitung des Wasserkraftwerks Überlingen: Eine Bürgerinitiative möchte die Verfüllung der Fallleitung stoppen.
In der Diskussion um die Druckleitung des Wasserkraftwerks Überlingen: Eine Bürgerinitiative möchte die Verfüllung der Fallleitung stoppen. | Bild: Hilser, Stefan

Geplanter Weg bei der „Baustellenbesichtigung„

An dieser Stelle stand in einer früheren Fassung dieses Artikels, wo die „Baustellenbesichtigung„ entlang führen soll. Wie Silke Rockenstein vom Verein „Bürgerenergie„ mitteilte, dürfe man das als Veranstalter aber nicht nennen, weshalb sie ihre Freigabe wieder zurückzog und die Redaktion darum bat, diesen Passus aus dem Text zu streichen.