Neben ihren Starts bei Einzelwettkämpfen für den JSV gehört Marie Biller dem Kader der Bundesligamannschaft des BC Karlsruhe sowie dem D1-Kader des Landes Baden-Württemberg an. Die 17-Jährige repräsentiert die Stadt Überlingen aber auch international.

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„Mich fasziniert und begeistert an meinem Sport, dass Judo ein Zusammenspiel aus Technik, Taktik, Kraft, Ausdauer und Koordination ist“, sagt die gebürtige Radolfzellerin über ihren Sport, der wörtlich „sanfter/flexibler Weg“ bedeutet. „Judo hat viel mit Regeln, Willen und Konzentration zu tun. Man braucht besonders die verinnerlichten Techniken, Schnellkraft und auch große körperliche Fitness.“ Die Herausforderungen beim Judo sind für sie, allein auf der Matte zu stehen, nicht aufzugeben und auch aus „schwierigen Lagen“ wieder herauszukommen. Oft drehe sich der Kampf innerhalb von wenigen Sekunden. „Meine besondere Stärke sind die Kampftechniken am Boden“, sagt Marie Biller über sich.

Erste Wettkämpfe mit sieben

Seit den ersten Wettkämpfen im Alter von sieben Jahren wird Marie Biller von ihrem Trainer Roland Lutz begleitet und betreut. Schon früh ging er mit individuellem Training auf Maries Fähigkeiten und Begabungen ein. Bei den Sportlerehrungen im Vorjahr durften sich beide über den Talent-Förderpreis der Stadt Überlingen, gestiftet von Michael Stehle, freuen. Der mit 500 Euro dotierte Preis ist gedacht für hochtalentierte Jugendliche im Leistungssport.

Marie Biller (hinten) sagt über sich, dass ihre besondere Stärke die Kampftechniken am Boden seien.
Marie Biller (hinten) sagt über sich, dass ihre besondere Stärke die Kampftechniken am Boden seien. | Bild: Hiolger Kleinstück

Durch ihre frühe erfolgreiche Teilnahme an Judo-Meisterschaften wurde sie vor drei Jahren von den Landestrainern angesprochen, ob sie nicht vom Nellenburg-Gymnasium in Stockach auf das Sportinternat nach Karlsruhe wechseln wolle. Marie Biller sagte zu. Der Wechsel ermöglicht es der jungen Athletin, Schule und Leistungssport zu vereinbaren. Allerdings war der Wechsel für sie und für ihre Familie kein einfacher Schritt, da er gerade zu Beginn mit vielen Höhen und Tiefen verbunden war. Seit Sommer 2017 besucht sie nun im Sportinternat im dazugehörigen Otto-Hahn-Gymnasium „Eliteschule des Sports“ die elfte Klasse.

Bis zu elf Trainingseinheiten in der Woche

Sie trainiert derzeit bis zu elf Trainingseinheiten in der Woche, da bleibt außer Schule und Judotraining nicht mehr allzu viel Zeit für weitere Hobbys wie Schwimmen. Marie Biller hat zwei jüngere Geschwister, welche ebenfalls aktiv Judo beim JSV Überlingen betreiben. In ihrer Freizeit ist Marie sehr kreativ, sie zeichnet und dekoriert gerne, hört gerne Musik und außerdem trifft sie sich, wann immer es ihr möglich ist, mit ihren Freunden hier am See und natürlich auch in Karlsruhe. Dort hat sie sich inzwischen dank der Unterstützung ihrer Trainer, Lehrer und Betreuer sehr gut eingelebt und einen festen Freundeskreis aufgebaut.

Bild: Kleinstück, Holger

Die Prüfung für den schwarzen Gürtel legte Marie Biller im Dezember 2018 mit Erfolg ab. Dabei handelt es sich um den Meister-Grad beziehungsweise Dan-Grad. Zurzeit startet sie in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm, welche international sowie national bei den Frauen eine der bestbesetzten Gewichtsklassen ist. Die 17-Jährige ist momentan die jüngste amtierende baden-württembergische Meisterin der Frauen und amtierende süddeutsche Vizemeisterin der Frauen U18. Sie wurde fünfte bei den deutschen Meisterschaften U18 und erreichte im vorjährigen Herbst beim DJB Bundes- und Ranglistenturnier in Mannheim die Bronzemedaille.

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Außerdem startete Marie Biller im Vorjahr auf großen internationalen European Cups (EC): Im tschechischen Teplice und italienischen Follonica belegte die Abiturientin jeweils den neunten Platz, war damit beste deutsche Teilnehmerinnen ihrer Gewichtsklasse. Überhaupt ist sie in Sachen Judo sehr viel unterwegs. Unter anderem durfte sie bereits an einem Austausch mit der russischen „Leistungssportstadt“ Krasnodar und an mehreren internationalen Lehrgängen und Wettkämpfen in Kroatien, Frankreich, Italien und weiteren Ländern teilnehmen.

Ziel ist die Aufnahme in den Bundeskader

Und ihre anvisierten Ziele? „Weiter Freude am Judo zu haben und das Abitur in ein eineinhalb Jahren gut zu machen“, sagt Marie Biller. Auch wünscht sie sich eine verletzungsfreie Teilnahme an den nationalen und internationalen Turnieren, eine Medaille bei den deutschen Meisterschaften, eine Platzierung beim European Cup unter den ersten sieben und in der nun höheren Altersklasse U21 als jüngster Jahrgang ganz vorne dabei zu sein. „Und die Aufnahme in den Bundeskader.“