Doro Mittelmeier ist Gründungsmitglied der Freunde der Landesgartenschau Überlingen und damit eine der ersten, die sich für das besondere Ereignis ehrenamtlich engagiert. „Die Idee hat mich von Anfang an fasziniert“, sagt sie. Zusammen mit ihren Mitstreitern hat sie vom Bürgerentscheid über die Planungsphasen bis zu den Protesten gegen die Baumfällungen alle bisherigen Höhen und Tiefen begleitet. Und ist nicht müde geworden, für ihr Herzensprojekt zu werben. „Ich glaube einfach daran, das wird ganz toll!“, betont sie. „Es sind nur 160 Tage oder 17 Wochen, das geht viel zu schnell vorbei.“

Damit will sie vor allem diejenigen ansprechen, die sich eine ehrenamtliche Unterstützung der Landesgartenschau (LGS) vorstellen können. Die Umsetzung eines Projekts dieser Größenordnung über einen ganzen Sommer hinweg ist mit hauptamtlichen Mitarbeitern allein nicht zu schaffen. In Lahr haben 350 Ehrenamtliche geholfen, die Gäste in Empfang zu nehmen, sie über das Gelände zu führen, bei Veranstaltungen zu assistieren und sich um die Pflanzen zu kümmern. Eine ähnliche Zahl wird auch in Überlingen nötig sein. „Bis jetzt haben schon 95 Bürgerinnen und Bürger ein Interesse an einem Ehrenamt bekundet“, sagt Petra Pintscher, Marketingleiterin der Landesgartenschau GmbH.

Informationsveranstaltung im Kursaal

Bei einer Veranstaltung am kommenden Montag im Kursaal will das Team der Landesgartenschau GmbH über die Möglichkeiten zur Mitwirkung informieren. „Da ist für jeden etwas dabei“, erläutert Petra Pintscher. Wer sich gut mit Blumen auskenne und Spaß an der Pflege von Pflanzen habe, könne zum Beispiel die Gärtner auf dem Gelände unterstützen oder bei den alle zwei Wochen wechselnden Blumenschauen in der Kapuzinerkirche mit anpacken. Für kommunikative Typen seien die Frührungen oder die Begrüßung der Gäste eine tolle Aufgabe.

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Doro Mittelmeier wird auf jeden Fall am Empfang zu finden sein. „Ich sehe das als Ausgleich zum Job. Man kann in schöner Umgebung nette Leute treffen und als Gastgeberin die Besucher in der bestens geschmückten und vorbereiteten Umgebung begrüßen.“ Das wäre ein Mehrwert für alle Altersklassen, so Mittelmeier weiter, aber vor allem eine tolle Aufgabe für Leute mit Zeit. „Wir haben in Überlingen viele Senioren, die hier wohnen und sich wohlfühlen. Ich hoffe, dass aus diesem Kreis viele mitmachen.“

75-Jährige will aus Emmendingen anreisen

Bestes Beispiel, wie ehrenamtliches Engagement im Idealfall funktioniert, ist Christa Nietzel. Sie lebt in Emmendingen und hat den ganzen Sommer über bei der Landesgartenschau im 43 Kilometer entfernten Lahr geholfen. „Das war der schönste Sommer in meinem vierten Lebensabschnitt“, sagt Christa Nietzel. „Diese Zeit will ich wirklich nicht missen, das hat mir unheimlich viel gegeben.“ Dabei war sie anfangs skeptisch, als sie auf der Straße einen Flyer in die Hand gedrückt bekam, mit dem man ein Jahr bevor es losging nach Helfern suchte. „Ich bin 75 Jahre alt, ich will nicht mehr arbeiten“, lautete ihre erste Reaktion. Es wurden dann 62 Einsätze und von Arbeit könne nicht die Rede sein. „Das war jedes Mal wie ein Urlaubstag und es wurde sehr viel gelacht.“ Bei ihrem Job am Empfang habe sie viele neue Leute kennengelernt, mit denen sie zum Teil jetzt noch in Kontakt stehe. Manche Besucher seien nachmittags noch einmal gekommen, um wieder von ihr begrüßt zu werden. Für Christa Nietzel ist nach der LGS vor der LGS. Sie hat sich schon angemeldet und will 2020 eine Woche in Überlingen Urlaub machen und jeden Tag am Empfang helfen.

Christa Nietzel aus Emmendingen war bereits auf der Landesgartenschau in Lahr im Dauereinsatz. Auch bei der LGS in Überlingen will sie ehrenamtlich helfen. Bild: Stefan Hilser
Christa Nietzel aus Emmendingen war bereits auf der Landesgartenschau in Lahr im Dauereinsatz. Auch bei der LGS in Überlingen will sie ehrenamtlich helfen. | Bild: Hilser, Stefan