Die Wartezeit entschuldigte der Geschäftsführer der Landesgartenschau 2020 GmbH mit der Komplexität der Thematik und vor allem mit den hohen Sicherheitsauflagen, die Veranstalter seit dem Loveparade-Unglück in Duisburg erfüllen müssten. „Das Konzept ist das Ergebnis eines eineinhalb Jahre dauernden Prozesses, den wir unter anderem zusammen mit der Stadt, der Polizei und der Feuerwehr erarbeitet haben“, sagte Leitner.

Bei seiner Vorstellung des Verkehrskonzepts zur Landesgartenschau berichtete Geschäftsführer Roland Leitner auch von den geplanten neuen Fahrrad- und Motorradstellplätzen.
Bei seiner Vorstellung des Verkehrskonzepts zur Landesgartenschau berichtete Geschäftsführer Roland Leitner auch von den geplanten neuen Fahrrad- und Motorradstellplätzen. | Bild: Sabine Busse

Bahnhofstraße wird zur Einbahnstraße

Dieses Ergebnis sieht eine Einbahnstraßen-Regelung in der Bahnhofstraße vor. Die Besucher können von Westen kommend in die Stadt fahren und zu den Parkhäusern Therme und West gelangen, aber nicht auf gleichem Weg zurück. Raus geht es nur über den Landungsplatz und die Marktstraße Richtung Aufkircher Tor oder über die Hafenstraße Richtung Osten.

Wie die Stadtverwaltung am 18. Dezember korrigierte, legte sie in Bezug auf die Einbahnstraßenregelung am Friedhofkreisel eine falsche Grafik auf. Richtig ist, dass dort wie bisher in beide Richtungen gefahren werden darf.
Wie die Stadtverwaltung am 18. Dezember korrigierte, legte sie in Bezug auf die Einbahnstraßenregelung am Friedhofkreisel eine falsche Grafik auf. Richtig ist, dass dort wie bisher in beide Richtungen gefahren werden darf. | Bild: Kerstan, Stefanie

Die Bahnhofstraße wird in farbig markierte Fahrstreifen mit unterschiedlichen Funktionen unterteilt. So soll eine Spur dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie Rettungsfahrzeugen vorbehalten sein. „Das ist wichtig, damit in einem Notfall die Helfer schnell auf dem Gelände sind“, betonte Leitner.

Wiestorstraße bleibt in beide Richtungen befahrbar

Zum Parkhaus Mitte und der Zimmerwiese kommt man vom Krankenhaus über die Aufkircher Straße, wo der kleine Kreisverkehr vor dem Tor nur noch als Linksabbiegemöglichkeit fungiert. Der Weg geradeaus zum See ist gesperrt. Die Wiestorstraße ist wie gehabt in beide Richtungen befahrbar.

Was speziell für Anwohner gilt

Besondere Regelungen für Anwohner und den Lieferverkehr in der Innenstadt gibt es in der Marktstraße, wo die Berechtigten links in die Christophstraße abbiegen dürfen. Dazu wird die Einbahnregelung in der Krummebergstraße umgekehrt, um eine Durchfahrt von der Wiestorstraße über die Olberbrücke zur Lindenstraße und Gradebergstraße zu ermöglichen. Die Anwohner würden frühzeitig informiert und könnten Genehmigungen beantragen, sagte Leitner.

Bild: Müller, Cornelia

Ab dem Kramer-Areal verkehren Shuttlebusse

Mit einer „intensiven Beschilderung“, wie der LGS-Geschäftsführer es nannte, sollen Autofahrer über die B 31 zur neuen Ausfahrt an der Rengoldshauser Straße und schließlich zum Kramer-Areal mit knapp 1000 Parkplätzen geleitet werden. Hier können sie in Shuttlebusse umsteigen und über den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und die Kapuzinerkirche weiter bis zum Uferpark fahren. Dazu stünden laut Leitner bei Diehl Ausweichplätze zur Verfügung.

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Parkgebühr beinhaltet Fahrten mit dem Shuttle

Die Parkgebühr wird 5 Euro betragen. Darin enthalten ist die Fahrt mit dem Shuttle, wofür ein Elektrobus und zwei Hybrid-Gelenkbusse vorgesehen sind. Bei Bedarf könnten kurzfristig noch weitere Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die alle Inhaber einer Eintrittskarte nutzen können.

Neue Stellplätze für Zweiräder

Gute Nachrichten hatte Roland Leitner für Zweiradfahrer: „Es werden 831 neue Stellplätze für Fahrräder und 122 für Motorräder geschaffen.“ Dabei seien auch Plätze mit Ladestationen. Auf dem Kramer-Gelände halte man für Motorradfahrer Schließfächer für Helme und Kleidung vor.

Schiffe legen mehrmals am Tag an

„Auch der Bodensee wird zum Verkehrsweg“, erklärte Leitner weiter. Dank einer Kooperation mit den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) und der anstehenden Ertüchtigung der Mole neben dem Strandbad West würden mehrmals am Tag dort große Schiffe anlegen. Die Strecke vom Landungsplatz dorthin wird der LGS-Dampfer zurücklegen und auch ab Nußdorf können Besucher per Schiff anreisen.

„Wir können nicht jeden Ignoranten abfangen“

Nach dem Vortrag meldeten sich Bürger mit Fragen zu Wort. Sie wollten unter anderem wissen, wie man sicherstelle, dass ungewollte Verkehrsteilnehmer der Stadt fern bleiben. „Wir können nicht jeden Ignoranten abfangen“, lautete Leitners Antwort. Sie würden in kurzen Rhythmen nachrüsten, wenn nötig.

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Ordnungsamt will Personal aufstocken

Raphael Wiedemer-Steidinger, Leiter des Ordnungsamts, ergänzte, dass die Mitarbeiterzahl im Vollzugsdienst erhöht werde. Man habe von der „SWR Pfännle“-Veranstaltung im September gelernt und werde Absperrgitter vorhalten, um Zufahrten kurzfristig zu sperren.

Anwohner müssen mit Belastung durch Emissionen rechnen

Eine Anwohnerin der Zimmerwiese wollte wissen, welche Lärm- und Luftbelastungen auf sie zukämen. Roland Leitner antwortete: „Die LGS wird Emissionen verursachen, das lässt sich nicht vermeiden.“

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