Die DLRG-Ortsgruppe Salem hatte diese Woche die Möglichkeit, ein elektrisch betriebenes Jet-Rettungsboard auf dem Schlosssee zu testen. Dabei handelt es sich laut Mitteilung um ein Rettungsbrett, einem SUP ähnlich, auf dem die Retter mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser kommen.

Alle Punkte schnell erreichen

„Nach den beiden tödlichen Badeunfällen im vergangenen Jahr hat sich unsere Ortsgruppe lange Gedanken gemacht, wie die Sicherheit am Schlosssee verbessert werden kann. Ein Wunsch von vielen Wachgängern war die schnelle Erreichbarkeit aller Punkte auf dem See“, teilen die DLRGler mit. Sie unterstützen den Betreiber am Schlosssee an den Wochenenden ehrenamtlich bei der Badeaufsicht.

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Momentan stehen ihnen dafür nur Rettungsbretter ohne Antrieb zur Verfügung. „Auch der beste Schwimmer erreicht die andere Seeseite so nicht unter fünf Minuten. Die Hürden für ein klassisches Rettungsboot sind zu hoch, unter anderem die Ausbildung der Bootsführer und die Finanzierung“, berichten die Rettungsschwimmer.

Bei der Suche nach Alternativen sei man auf das Jet-Board „Lampuga Rescue“ der Firma Lampuga gestoßen, das direkt Rettungsorganisationen wie die DLRG anspreche. Bislang sei aber noch kein Brett an die DLRG verkauft worden. Durch die Spitzengeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern seien alle Punkte auf dem Schlosssee in wenigen Sekunden erreichbar, „im Notfall kann diese Zeitersparnis über Leben und Tod entscheiden“.

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Auch Vertreter aus den DLRG-Ortsgruppen Sipplingen, Überlingen, Meersburg und Bermatingen-Markdorf waren nach Salem gekommen, um das Brett zu testen. Den DLRGlern in Salem wurde nach eigenen Angaben bereits ein Antrag vorläufig genehmigt, nachdem der Strukturfond des DLRG-Landesverbandes Württemberg 40 Prozent der Finanzierung übernimmt, die restlichen circa 7000 Euro müsste die Ortsgruppe selbst finanzieren.

Aber: „Sollte, wie bereits von den höheren Gliederungen angekündigt, auch für dieses Rettungsgerät eine DLRG-Bootsführerausbildung benötigt werden, ist der Einsatz in der Ortsgruppe sehr unrealistisch, da wir nicht 20 Rettungsschwimmer zu Bootsführern ausbilden lassen können. Die Ausbildung ist extrem zeit- und kostenaufwendig“, berichten die DLRGler. Die Hoffnungen ruhen nun darauf, mit dem Verband eine vereinfachte Ausbildung aushandeln zu können.

Aufklärungskampagne für Kinder

Präventiv startet die DLRG Salem an diesem Samstag, 4. Juli, um 15 Uhr eine Aufklärungskampagne für Kinder. Kinder bis etwa elf Jahre sollen über die Gefahren und Baderegeln am Schlosssee informiert werden. Treffpunkt ist an der Wachstation. Belohnt wird die Teilnahme mit einem Eis.