Die vor knapp 30 Jahren errichtete Kläranlage in Buggensegel arbeitet eigentlich noch sehr gut. Dennoch stehen hier größere Investitionen an. Denn zum einen ist sie mittlerweile an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt, zum anderen erlischt zum Ende dieses Jahres die wasserrechtliche Erlaubnis. Deshalb hat die Gemeinde vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um Möglichkeiten für eine Ertüchtigung zu eruieren.

Im Laufe dieses Prozesses hat sich auch die Frage aufgetan, ob es sinnvoll sein könnte, die kleineren Kläranlagen im Bereich des Flusssystems Deggenhauser, Salemer und Seefelder Aach in einer großen Anlage zusammenzufassen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurden die verschiedenen Möglichkeiten vorgestellt.

Gute Reinigungsergebnisse

Wie Bauamtsleiter Torsten Schillinger erklärte, sollte eine Machbarstudie für die Kläranlage in Buggensegel auch Aufschluss über die Einrichtung einer vierten Reinigungsstufe zur Eliminierung von Spurenstoffen geben. Im selben Zug wurde auch ein gewässerökologisches Gutachten erstellt.

Wie Schillinger zusammenfassend festhielt, wurden in der Salemer beziehungsweise der Seefelder Aach durch die Ableitungen aus der Kläranlage keine maßgeblichen Beeinflussungen festgestellt. Klaus Ruff, der Leiter des Amtes für Wasser und Bodenschutz im Landratsamt, bestätigte, dass die Kläranlage gut arbeite und hervorragende Reinigungsergebnisse erziele.

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Kapazitätsgrenze ist erreicht

In der vom Stuttgarter Ingenieurbüro Sweco erstellten Machbarkeitsstudie stellte sich aber heraus, dass in den zurückliegenden zehn Jahren sowohl die Zulaufbelastung, also die Wassermenge, die in der Kläranlage ankommt, als auch die Menge der Schmutzfrachten erheblich zugenommen hat und die Anlage an ihre Kapazitätsgrenze gekommen ist.

Kosten in Millionenhöhe

Die Kläranlage ist auf 15 000 Einwohnerwerte (Zahl der Einwohner plus Gleichwerte von einleitendem Gewerbe) ausgelegt. Der zukünftigen Auslegungsgröße sollten der Studie gemäß aber 23 000 Einwohnerwerte zugrunde gelegt werden, um die Kläranlage fit zu machen für die zu erwartenden Belastungen. Die Kosten für diese Aufrüstung beziffert das Ingenieurbüro auf rund 2 Millionen Euro. Für die Erweiterung der Kläranlage auf anaerobe Stabilisierung und Nachklärbecken ermittelte das Büro Kosten in Höhe von etwa 5,2 Millionen Euro.

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Zusammenschluss mehrerer Kläranlagen denkbar

Mittlerweile aber hat sich auch die Frage aufgetan, ob es aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll sein könnte, wenn sich mehrere Kläranlagen aus dem Flusssystem Deggenhauser, Salemer und Seefelder Aach zu einer großen Anlage zusammenschließen.

Gespräche mit Deggenhausertal, Bermatingen, Frickingen und Heiligenberg

Der Anstoß kam, wie Bürgermeister Manfred Härle berichtete, von der Gemeinde Deggenhausertal. Diese habe bei ihm angefragt, ob nicht ein Zusammenschluss der beiden Kläranlagen möglich wäre. Dies habe ihn dazu veranlasst, mit dem Amt für Wasser und Bodenschutz Gespräche über ein großräumiges Strukturgutachten zu führen, in dem die Sinnhaftigkeit eines Zusammenschlusses der Gemeinden Salem, Bermatingen, und Frickingen/Heiligenberg überprüft werden soll. Dessen Leiter, Klaus Ruff, begrüßte es ausdrücklich, ein solches Strukturgutachten in die Wege zu leiten.

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Regierungspräsidium stellt hohe Förderung in Aussicht

Am 27. Juli treffen sich die Vertreter der einzelnen Gemeinden im Landratsamt zu einem gemeinsamen Gespräch. Auch vonseiten des Regierungspräsidiums Tübingen wird die Erstellung eines solchen Strukturgutachtens gutgeheißen. „Für Zusammenschlüsse von Kläranlagen geben wir die höchste Förderung“, erklärte der Vertreter des Regierungspräsidiums. Für Salem, so überschlug er, könnte diese Förderung 1,3 Millionen Euro betragen.

Verwaltung plädiert dafür, Ergebnisse der Strukturanalyse abzuwarten

Die Verwaltung empfahl dem Gemeinderat, die Ergebnisse dieser Strukturanalyse abzuwarten, ehe weitere Entscheidungen über Maßnahmen an der Kläranlage in Buggensegel getroffen werden. Klaus Ruff erklärte, dass unter diesen Umständen die wasserrechtliche Erlaubnis der jetzigen Kläranlage auch verlängert werden könne.