Tief in die Tasche greifen muss die Gemeinde Deggenhausertal bei der Klärschlammverwertung. Die Entsorgungspreise befinden sich derzeit auf sehr hohem Niveau, da aktuell kaum Verbrennungskapazitäten vorhanden sind und kaum Kontingente zugesichert werden können, beziehungsweise nur mit entsprechend hohen Preisen. Das teilte Ortsbaumeisterin Karin Schukat in der Gemeinderatsitzung mit. Die Corona-Krise verursache zusätzliche Unsicherheiten am Markt, da verschiedene Kraftwerke zur Mitverbrennung reduziert betrieben werden und in der Zementindustrie, in der Klärschlamm als Brennstoff verwendet wird, eine große Unsicherheit herrsche. Die Zeiten, in denen Landwirte den Klärschlamm auf die Felder ausbringen durften, sind auch vorbei.

Preisanstieg pro Tonne auf über das Doppelte

Rund 520 Tonnen fallen jährlich an. Bisher kostete die Entsorgung einer Tonne 85,38 Euro, inzwischen 178,50 Euro in den nächsten zwei Jahren, im dritten 196,35 Euro. Der Schlamm gehe zur Verbrennung in die Zementindustrie nach Heidelberg, die ein wenig eine Monopolstellung habe. Der bisherige Vertrag läuft aus und muss erneuert werden.

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Möglichkeit die Trocknung auszuweiten

Der Schlamm wird auf der Kläranlage gesammelt und gepresst, um überschüssiges Wasser zu entziehen. Gemeinderat Wolfgang Rößler (FW) erkundigte sich, ob man die Trocknung noch etwas ausweiten könne, um die Menge zu reduzieren. Bürgermeister Fabian Meschenmoser will dieses Anliegen vermutlich in der nächsten Gemeinderatsitzung zum Thema machen; man habe sich bereits Gedanken gemacht. Berechnungen zufolge würde sich eine entsprechende Investition innerhalb von fünf bis sieben Jahren refinanziert haben.

Vertragslaufzeit von drei Jahren

Auf die europaweite Ausschreibung von elf Kläranlagenbetreibern im Bodenseekreis hatte sich nur die bisher ausführende Firma Schmid aus Amtzell beworben. Der Gemeinderat erteilte ihr einstimmig den Auftrag zum Angebotspreis von 297 209 Euro für eine Vertragslaufzeit von drei Jahren.