Laufend bleiben Passanten am Bürgersteig, der die Schlossseeallee säumt, stehen und schauen minutenlang dem umtriebigen Baugeschehen auf dem sechs Hektar großen Gelände zu, auf dem Salems Neue Mitte mit einer Bündelung von Dienstleistung, Nahversorgung, Kleingewerbe, Wohnen und Freizeitanlagen entsteht. Circa 300 Menschen sind hier tagtäglich am Werk.

Erstes Grün zwischen Rathaus und Seearkaden

Nachdem seit einiger Zeit der Rohbau des Rathauses fertiggestellt ist, ist augenblicklich der Bau der Seearkaden zum Schauobjekt Nummer eins geworden. In diesem Gebäudeensemble, das von der Firma Activ-Group aus Schemmerhofen errichtet wird, werden unter anderem ein Edeka-Markt, ein Drogeriemarkt, eine Gastronomie, ein Gesundheitszentrum und der Polizeiposten Salem untergebracht. Zwischen Rathaus und den Seearkaden sprießt seit einigen Wochen sogar schon das erste Grün, der Rasen der Erholungs- und Freizeitanlage.

Bürgermeister: „Es läuft sehr gut und nach Plan“

Bürgermeister Manfred Härle schaut fast täglich einmal auf Salems Jahrhundertbaustelle vorbei. „Es läuft sehr gut und nach Plan“, fasst er die Baufortschritte zusammen. Das gilt vor allem auch für das Rathaus. Von außen gesehen steht es fertig da, mit rund 750 000 Klinkersteinen verkleidet. Auch die Rohinstallationen der technischen Gewerke wie Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Aufzug sind bereits abgeschlossen.

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Demnächst wird mit den Malerarbeiten im Inneren begonnen. „Wir sind bisher sehr zufrieden mit den Handwerksbetrieben“, sagt Bürgermeister Härle. Er rechnet damit, dass der Umzug ins neue Rathaus Ende März/Anfang April nächsten Jahres erfolgen kann. Zufrieden schaut Härle aber auch auf die Kosten. Aktuell seien 97 Prozent der Bauleistungen vergeben. Dabei liege man lediglich 57 000 Euro über der Kostenberechnung aus dem Jahr 2017. „Damit war angesichts der Kostenexplosion im Baugewerbe nicht zu rechnen“, betont Härle.

Am neuen Rathaus, das mit 750 000 Klinkersteinen verkleidet ist, sind die Innenarbeiten im Gange. Es soll Ende März/Anfang April nächsten Jahres für den Bezug fertig sein.
Am neuen Rathaus, das mit 750 000 Klinkersteinen verkleidet ist, sind die Innenarbeiten im Gange. Es soll Ende März/Anfang April nächsten Jahres für den Bezug fertig sein. | Bild: Peter Schober

Noch ehe das neue Rathaus bezogen wird, werden aber die ersten Bewohner in die Neue Mitte einziehen. Ende dieses Jahres werden sowohl die sechs Doppelhaushälften, die die Firma BPD Immobilienentwicklung errichtet, bezugsfertig sein als auch die vier Stadtvillen, die die Firma Brutschin aus Waiblingen in einem ersten Bauabschnitt baut. Die vier Stadtvillen beinhalten 38 Wohnungen und zehn Gewerbeeinheiten in den Erdgeschossen. „Die Nachfrage nach den Eigentumswohnungen ist groß“, erklärt Sven Andrä von der Firma Brutschin. Nur eine der 38 Wohnungen sei noch zu haben, sagt Andrä. Für Bürgermeister Härle ist dies nicht verwunderlich.

Bald Beginn zweiter Bauabschnitt Stadtvillen

„Wir haben hier ja nicht nur eine exzellente Lage, sondern auch eine umfassende Infrastruktur in direkter Umgebung“, betont er. Bei den Gewerbeeinheiten in den Brutschin-Stadtvillen, die entweder zu kaufen oder zu mieten sind, ist nach Aussagen des Unternehmens noch etwas mehr Luft. In etwa vier Wochen möchte die Firma Brutschin den zweiten Bauabschnitt in Angriff nehmen. Dieser umfasst 36 Wohnungen, zehn Gewerbeeinheiten und sechs Doppelhaushälften. Deren Fertigstellung ist für Mitte 2021 anvisiert.

Teilweise wird auch samstags gearbeitet

Um diesen Zeitpunkt herum werden auch die Seearkaden fertiggestellt sein. Mit deren Bau wurde Anfang dieses Jahres begonnen. Das Ausmaß dieses aus zwei Gebäuden bestehenden Projekts lässt sich jetzt schon erahnen, nachdem die Decke der 165 Stellplätze umfassenden Tiefgarage, die mit der öffentlichen Tiefgarage unter dem Rathaus verbunden ist, betoniert ist.

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Neben dem Edeka-Markt, dem Drogeriemarkt, dem Gesundheitszentrum, der Gastronomie und dem Polizeiposten werden in dem Gebäudeensemble auch 44 Wohnungen geschaffen. Sie wurden als Ersatz für den im Rahmenplan für die Neue Mitte vorgesehenen Hotelleriebetrieb genehmigt, nachdem sich kein Hotelbetreiber hatte finden lassen. „Wir liegen mit unserem Projekt im Zeitplan“, erklärt Elmar Nothelfer von der Actic-Group. Um den Bauzeitenplan einzuhalten, werde teilweise auch samstags gearbeitet.

Bürgermeister Härle schätzt, dass bis 2020 etwa 80 bis 90 Prozent der in der Neuen Mitte geplanten Vorhaben umgesetzt sind.

Etwa 97 Prozent der Bauleistungen sind vergeben

  • Eckdaten zur Neuen Mitte: Das Baugebiet an der Schlossseeallee umfasst sechs Hektar. Neben dem Rathaus mit Touristinformation und Gemeindebücherei entstehen hier 208 Wohneinheiten und rund 6000 Quadratmeter an Gewerbeflächen. Dazu kommt eine Freizeit- und Erholungsanlage mit Bachlauf und Brunnenelement. Die einzelnen Segmente der Neuen Mitte wurden in einem Investorenwettbewerb an vier Investoren vergeben. Diese sind die Activ-Group, die Brutschin-Bau, die BPD Immobilienentwicklung und die Rhomberg Bau GmbH.
  • In der Ratssitzung stand die Vergabe von Fliesen- und Plattenarbeiten, Baureinigung, Bodenbelagarbeiten sowie Trennwandanlagen für das neue Rathaus auf der Tagesordnung. „Quer durch alle Gewerke war erkennbar, dass teilweise eine lediglich verhaltene Teilnahme an den Ausschreibungen stattfand“, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Die Arbeiten wurden mehrheitlich bei fünf Stimmenenthaltungen vergeben: die Fliesen- und Plattenarbeiten für 46 843,40 Euro an die Firma Fliesen Nurkic aus Metzingen und die Bodenbelagarbeiten für 179 242,56 Euro an die Firma Bode Böden aus Freiberg am Neckar. Die Baureinigung (30 988,79 Euro an die Firma Jakumis Gebäudereinigung aus Sigmaringen) sowie die Trennwandanlagen (23 128,39 Euro an die Firma Schäfer Trennwandsysteme aus Horhausen) lagen aufgrund der Vergabesumme im Zuständigkeitsbereich von Bürgermeister Manfred Härle. Von den Bauleistungen seien mit diesem Vergabepaket circa 97 Prozent beauftragt, hieß es weiter. Ein Vergleich dieser Bauleistungen mit den erwarteten Kosten ergebe derzeit eine Kostenüberschreitung von etwa 1 Prozent. Stephanie Straßer (FWV) äußerte in der Aussprache Interesse daran, zu erfahren, welche Bodenbeläge verlegt werden. Bürgermeister Härle erklärte, dass bei einem separaten Termin schon mal Muster mitgebracht worden seien. Im Erdgeschoss werden Steinplatten verlegt. In den anderen Geschossen finden sich Linoleumböden. (er/san)