Owingen – Nicht mehr lange kann Kämmerer Klaus Knecht den Haushalt von Owingen nach der alten kameralen Systematik vorlegen. Die Umstellungsfrist auf das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) endet im Jahr 2020, der erste kommunale Gesamtabschluss muss 2022 vorgelegt werden. So aber konnte Knecht gemeinsam mit Bürgermeister Henrik Wengert und den Amtsleitern Regina Holzhofer und Bernhard Widenhorn der Ratsrunde binnen 90 Minuten die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben darstellen und die Hintergründe dazu erläutern.

Keine neuen Kredite eingeplant

In dem einstimmig beschlossenen Entwurf schließt der Verwaltungshaushalt mit 11,2 Millionen Euro und einem Überschuss von gut 400 000 Euro ab, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Da dieser zudem mit knapp 1,6 Millionen Euro um rund 1 Million geringer ausfällt als im Vorjahr, reichen Owingen gut 130 000 Euro Entnahmen aus den Rücklagen aus, um ohne neue Kreditaufnahmen über die Runden zu kommen. Auch die Steuern muss die Kommune nicht erhöhen.

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Feuerwehrhaus kostet insgesamt 4,3 Millionen Euro

Zwar sind im aktuellen Haushalt erst 400 000 Euro als erste Teilrate für den Neubau des Feuerwehrhauses eingeplant. Doch werden mit den Verpflichtungsermächtigungen von mehr als 4 Millionen Euro zugunsten dieser Investition schon die Pflöcke für die nächsten beiden Jahre eingeschlagen. Insgesamt ist das Vorhaben auf 4,3 Millionen Euro kalkuliert, rund 300 000 Euro sind mittelfristig auch für die Fertigstellung der Außenanlagen vorgesehen.

 

Im Etat ausgewiesen sind schon 280 000 Euro für eine Teilfinanzierung des geplanten Gemeinschaftsraums in der Wohnanlage „Jung und Alt“ auf dem Storck-Areal, 117 000 Euro werden für Straßenbaumaßnahmen ausgegeben und mit 150 000 Euro schlägt die Neuanlage der Parkplätze bei der Sporthalle zu Buche.

Einnahmen 2018 steigen nach 2017 erneut

Schon 2017 lag das Gewerbesteueraufkommen mit 1,76 Millionen Euro über dem Ansatz von 1,23 Millionen. Noch liegt das Ergebnis für 2018 nicht vor, doch veranschlagte Kämmerer Klaus Knecht für 2019 mit 1,7 Millionen Euro rund 15 Prozent mehr als 2018. Um rund zehn Prozent höher ist auch der Anteil an Einkommensteuer angesetzt, der bei 2,72 Millionen Euro liegt. Allerdings sinken nach der zuletzt hohen Steuerkraftsumme der Gemeinde die Schlüsselzuweisungen in diesem Jahr um gut 100 000 Euro, erläuterte der Kämmerer, während Finanzausgleich und Kreisumlage die Gemeinde gleichzeitig stärker belasten. Doch dank der erwarteten Zuschüsse für die Investitionsvorhaben könne Owingen gelassen in das weitere Jahr gehen.

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Mit 45 000 Euro setzt die Gemeinde ein Zeichen für die Auentalschule, wo sich in diesem Jahr die letzten Werkrealschüler verabschieden werden. Allein 30 000 Euro entfallen auf die Reparatur der Sportanlagen, die dann von den Grundschülern genutzt wird. Die Umsetzung des neuen Wegekonzepts auf dem Friedhof lässt sich Owingen im ersten Bauabschnitt 70 000 Euro kosten.

Auch Wünsche der Teilorte berücksichtigt

Auch Wünsche aus den Teilorten habe er berücksichtigt, sagte Klaus Knecht. So werde in Hohenbodman der Spiel- und Aussichtsplatz in der Dorfmitte verbessert (20 000 Euro) und der Weg zum Turm gepflastert (14 000 Euro). In Taisersdorf bekommt die Ringerhalle neue Tische (17 000 Euro) und ein neuer Themen- und Kunstwanderweg wird ausgeschildert (10 000 Euro), was zugleich als Beitrag zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur gedacht sei.