Unbeschwertes Feiern nach langer Pause, glückliche Gäste, fröhliche Winzer: Das Bodensee-Weinfest war ein voller Erfolg. Auch das Wetter spielte größtenteils mit, ein Gewitterschauer am Freitagabend schaffte es nicht, die Laune der Besucher zu verderben. Bis zum Ausschankende genossen die Menschen die gute Stimmung und tanzten vor den beiden Bühnen auf dem Marktplatz und in der Vorburggasse.

Zwei Mal war das Weinfest in der Corona-Pandemie ausgefallen. Bürgermeister Robert Scherer sagte in seiner Eröffnungsrede am Freitag: „ Drei Jahre und vier Tage oder genau ausgedrückt 1100 Tage ist es her, dass wir das letzte Weinfest eröffnet haben.“ Scherer dankte den zahlreichen Helfern.

Trauben mit „so vielen Sonnenstunden wie noch nie“

Der Direktor des Staatsweinguts, Jürgen Dietrich, begrüßte die Gäste im Namen der Winzer und machte auf ein zurückliegendes „besonderes Weinjahr“ aufmerksam. „So viele Sonnenstunden wie noch nie“ hätten die Trauben gehabt, sodass „wir demnächst Weine von besonderer Qualität haben werden.“

Die Badische Weinkönigin Jessica Himmelsbach lobte den besonderen Charme des Festes vor der Kulisse des Neuen Schlosses. Wie so viele Winzer derzeit sei auch sie am Morgen noch in den Weinbergen gestanden und habe gewimmelt, doch die Festeröffnung wollte sie sich nicht entgehen lassen und bis lange nach Einbruch der Dunkelheit mischte sie sich mit strahlendem Lächeln unters Publikum.

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Die frisch gewählte Bodenseeweinprinzessin Elin-Sophie Arnold stellte sich am Eröffnungsfreitag ebenfalls vor. Sie sei ein echtes Seekind, sagte die Hagnauerin, und habe schon von klein auf den Wunsch gehabt, den Wein zu präsentieren. „Aber auch zu trinken“, wie sie lächelnd zugab. Mit viel Selbstbewusstsein und klarer, lauter Stimme hielt die 18-Jährige ihre Einstandsrede. Ihr Eingangszitat des Hagnauer Pfarrers Heinrich Hansjakob  wurde angesichts des fröhlichen, gepflegten Geplänkels um die Hassliebe von Meersburg und Hagnau mit lustigen Kommentaren aufgenommen wurde. „Sie isch halt ‚ne Hagnauerin“, war wohlwollend aus Meersburger Reihen zu hören.

Kurz nach Beginn des Frühschoppens am Sonntag waren alle Tische besetzt.
Kurz nach Beginn des Frühschoppens am Sonntag waren alle Tische besetzt. | Bild: Lorna Komm (lko)

Die neue Bodenseeweinprinzessin verabschiedete sich mit einem anderen wohlbekannten Zitat: „Ach was tut mir mein Herz so weh, wenn ich im Glas den Boden seh‘“ – und hatte nun die Lacher auf ihrer Seite. „Ich war schon sehr aufgeregt“, sagte die junge Frau im Anschluss auf Nachfrage. „Es war meine erste Rede vor mehr als 3000 Leuten“, erzählte sie. „Jetzt bin ich erleichtert.“ Elin-Sophie Arnold war sich aber auch der weiteren Pflichten bewusst: „Die Vorbereitungen für die nächste Rede laufen“, sagte sie.

Die Meersburger Trachten beim traditionellen Einmarsch zur Eröffnung des Bodenseeweinfestes.
Die Meersburger Trachten beim traditionellen Einmarsch zur Eröffnung des Bodenseeweinfestes. | Bild: Lorna Komm

Am Weinfestsonntag stand Elin-Sophie Arnold dann auch wieder gut gelaunt auf der Bühne und begrüßte die Gäste zum Frühschoppen. „Probieren sie sich durch die Vielfalt der Weine“, gab sie den Besuchern mit. Die Auswahl war groß, zehn Winzer boten rund 150 verschiedene Rebsäfte. Mathias Bernhard vom Daisendorfer Weingut sagte, er sei mit dem Verlauf des Festes zufrieden und freute sich, endlich wieder auf einem Weinfest vertreten zu sein.

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Zufrieden war auch Tourismusleiter Tobias Stoiber, für den es das erste Weinfest in seiner Amtszeit war. Zwar seien am Samstag wohl weniger Gäste als in Vorjahren da gewesen, habe man ihm berichtet, „doch die Stimmung war durchweg gut und es gab keine Zwischenfälle“, sagte Stoiber, verlässliche Zahlen gebe es erst Anfang der Woche.

Hochzeitspaar feiert auf dem Weinfest

Während eins von drei in Meersburg getrauten Hochzeitspaaren am Freitag mit seinen Gästen auf dem Fest feierte, feierten dort am Samstag zahlreiche Junggesellen ihre Abschiede. „Es war eine mega Partystimmung“, sagte der 20-jährige Felix, „viele junge Leute und tolle Musik.“ Gemeinderat Peter Köstlinger hingegen gefiel die gemütliche Atmosphäre am Freitagabend, an dem man viele Bekannte treffe.

Moderator Rainer Jäckle begrüßte den Marathon-Europameister Richard Ringer.
Moderator Rainer Jäckle begrüßte den Marathon-Europameister Richard Ringer. | Bild: Lorna Komm

Am Sonntag führte Moderator Rainer Jäckle durch das Konzertprogramm, das traditionell von der Knabenmusik unter Leitung von Christoph Maaß begonnen wurde. Als Überraschungsgast holte Jäckle Marathon- Europameister Richard Ringer auf die Bühne, der in Meersburg wohnhafte Sportler trug sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt ein.