Alljährlich feiern in San Gimigignano die „Cavalieri di Santa Fina„ ihre „Ferie delle messi“, ein mittelalterliches Spektakel, in dem die vier Stadtteile um das goldene Schwert kämpfen. San Gimignano ist seit 17 Jahren Partnerstadt von Meersburg und so ist der Fanfarenzug der Burgenstadt regelmäßig zu Gast bei den Cavalieri.

Cavalieri-Präsident Thomas Trosine (Mitte) schenkt den beiden Bürgermeistern Robert Scherer und Andrea Marrucci einen Freundschaftsteller der Cavalieri.
Cavalieri-Präsident Thomas Trosine (Mitte) schenkt den beiden Bürgermeistern Robert Scherer und Andrea Marrucci einen Freundschaftsteller der Cavalieri. | Bild: Uwe Petersen

Doch diesmal war der Besuch in der toskanischen Partnerstadt noch etwas offizieller: Am 26. Mai war Andrea Marrucci mit 70,29 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von San Gimignano gewählt worden. Das war Anlass für Meersburgs Bürgermeister Robert Scherer, ebenfalls in die Toskana zu fahren und dem neuen Kollegen mit Vertretern des Partnerschaftskomitees und des Fanfarenzuges einen Antrittsbesuch abzustatten. Dabei zeigte sich, dass die Wahl Marruccis für Meersburg und die Partnerschaft ein Glücksfall ist.

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Der jetzt 41-jährige Jurist, der zudem Umweltmanagement studierte, war bereits vor zehn Jahren als Mitglied der Cavalieri zum ersten Mal in Meersburg und steht seitdem fest zu der Partnerschaft. Mit dem im Februar neu gewählten Präsidenten der Cavalieri Thomas Trosino ist er gut befreundet. Er ist Neffe des früheren Bürgermeisters Marco Lisi, der in seiner Amtszeit die Partnerschaft mitbegründet hatte, und Enkel von Guido Lisi, der als früherer Partisan ein erklärter Gegner des nationalistischen Kurses der aktuellen italienischen Regierung ist.

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Über den Besuch aus Meersburg freute er sich offensichtlich und nahm die Einladung zu einem Gegenbesuch im Oktober spontan und dankend an. Er werde mit seiner Frau Elisa, Architektin, und dem vierjährigen Sohn Cesare gerne kommen und seine Liebe zu Meersburg auffrischen, versprach er. Dann wird auch Carolina Taddei dabei sein. Die hatte er wieder als Assessorin eingesetzt und ihr unter anderem erneut die Partnerschaften anvertraut. Taddei war in den letzten fünf Jahren die Ansprechpartnerin des Meersburger Komitees und hatte erst im Mai ihre Stadt beim Markt der Vielfalt im Augustinum vertreten.

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Von der Herzlichkeit Marruccis waren alle Meersburger Gäste beeindruckt und die italienischen Partner zeigten neuen Elan. So gab Taddei der Hoffnung Ausdruck, dass man einige neue Projekte anstoßen und die Partnerschaft weiter festigen könne. Mit neuem Bürgermeister, einem neuen „Presidente del Cavalieri“ und mit den bewährten Kräften von Carolina und Fulvia (Tourismusverein „Pro Loco“) stehen die Vorzeichen gut. Schon beim Besuch Oktober könnten neue Ideen entwickelt werden. Gedacht ist nicht nur an Neuauflagen von Bürgerfahrten, sondern auch an Aktionen und Austausch im Bereich Kultur, Wein, Essen und Sport.