Mit fünf Gegenstimmen und bei einer Enthaltung hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, die Häuser Nummer 2 und 4 in der Daisendorfer Straße abzubrechen. Vorerst sollen dort weitere Parkplätze den bereits vorhandenen Parkplatz ergänzen, bis über eine weitere Nutzung des Geländes entschieden wird.

Die Gebäude, die im städtischen Eigentum stehen, sind in der Bevölkerung bekannt als altes Post- und altes Polizeigebäude. Beide stehen bis auf einen Blumenladen leer, diesem wurde bereits die Kündigung ausgesprochen. Bürgermeister Robert Scherer sprach im Rahmen des Sanierungsgebiets Altstadt von einer „Riesenchance, den städtebaulichen Missstand zu beseitigen“.

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Verschiedene Varianten für Rückbau

Bernd Engesser vom Bauamt erläuterte, dass es für den Rückbau verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten gebe, da hinter dem ehemaligen Postgebäude eine Stützmauer im Hang stehe. Für die möglichen Varianten, die unter Mitwirkung des Ingenieurbüros IGU Tragwerksplanung erarbeitet wurden, gebe es Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe, erklärte Engesser weiter. Zur Ermittlung der Machbarkeit und der Kosten stimmte der Rat für die Erstellung eines Baugrundgutachtens.

Nicht in Betracht gezogen wurde die Variante, die Stützmauer zu belassen und zusätzlich anzukeilen. Diese würde Flächenverluste und eine geringere Bezuschussung bei einem nachträglichen Abbruch mit sich bringen, zeigten sich die Räte überzeugt. Zusammen mit Rudolf Zwisler vom Ingenieurbüro HPC aus Ravensburg beantworte Engesser die bautechnischen Fragen der Räte zu den verschiedenen Möglichkeiten.

„Es fällt mir schwer, Gebäude abzureißen, ohne konkrete Pläne zu haben, was später da gemacht werden soll.“
Boris Mattes, SPD

Boris Mattes stellte Berechnungen an, wie viele Jahre hinweg die Parkplätze vermietet werden müssten, bis sie sich amortisierten. Scherer antwortete, dass man gar keine Einnahmen hätte, wenn man die Situation so belassen würde.

„Wenn die Gebäude leer stehen, können wir sie auch abreißen. Dann haben wir für die nächste Zeit wenigstens altstadtnahe Parkplätze.“
Markus Waibel, FWV

Auch Georg Dreher (CDU) ist es zu früh, beide Gebäude abzureißen: Das alte Postgebäude sei von der Substanz her noch stabil, „da können wir noch was Sinnvolles drin unterbringen“. Zudem habe man die Folgekosten für die Dinge, die in Zukunft passieren können, nicht im Blick. Markus Waibel (FWV) sah es pragmatisch: „Wenn die Gebäude leer stehen, können wir sie auch abreißen. Dann haben wir für die nächste Zeit wenigstens altstadtnahe Parkplätze.“

Parkplatz soll keine Markierungen erhalten

Monika Biemann (Umweltgruppe) plädierte für eine „ansprechende Gestaltung der entstehenden Stellplätze“, schließlich handele es sich bei dem Gebiet um die „Eingangstür von Meersburg“. Sie schlug Begrünung und Bepflanzung mit Bäumen vor. Wie Bernd Engesser eingangs erklärt hatte, soll der vorübergehende Parkplatz nur mit einer wassergebundenen Fläche – ähnlich dem Kiesbelag auf dem Sommertalparkplatz – ohne Markierungen gestaltet werden.