„Nach den großen Ferien starten wir mit vollem Haus“, blickt Diana Amann, Direktorin des Gymnasiums am Bildungszentrum (BZM), auf die ersten Septemberwochen. Möglich wird das, so schrieb ihre Schulleiterkollegin Veronika Elflein von der Realschule an die Eltern, „weil die Abstandsregeln innerhalb der Klasse nicht mehr gelten“. Mithin werde wieder vor der gesamten Klasse unterrichtet.

Fachräume werden umgebaut und Haupteingang bleibt zu

Rund 1600 Schüler werden sich ab September die drei Etagen des Bildungszentrums teilen. 850 davon sind Gymnasiasten. Die aber werden im kommenden und im halben nächsten Schuljahr mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Denn nun werden auch ihre naturwissenschaftlichen Fachräume umgebaut. Und als wären es damit nicht schon Schwierigkeiten genug – Schulleiterin Amann spricht von einer „unglaublichen Herausforderung“ –, bleibt nach den Ferien der Haupteingang geschlossen.

Im Naturwissenschafts- und Technikbereich hat das Entkernen begonnen, draußen gibt es demnächst dann eine neue Fassade.
Im Naturwissenschafts- und Technikbereich hat das Entkernen begonnen, draußen gibt es demnächst dann eine neue Fassade. | Bild: Jörg Büsche

Zwei Eingänge, um Begegnungen der Schüler zu vermeiden

Mit der Folge, dass die Gymnasiasten die Schule im Norden bei der Bibliothek betreten und die Realschüler im Süden – damit gemäß der Corona-Schutzmaßnahmen Begegnungen vermieden werden. Und die Klassen, so teilte Realschulrektorin Elflein den Eltern mit, dürfen nur in einer der beiden großen Pausen an die frische Luft. In der anderen müssen sie in den Klassenräumen bleiben.

Improvisation und Flexibilität gefragt

Die Naturwissenschafts- und Technikräume (NWT) des Schulverbunds aus Real- und Werkrealschule des BZM im Kellergeschoss wurden bereits umgebaut – von August des vergangenen Jahres bis zum April. Lärm-, Schmutz- und Geruchsbelästigung sind somit für die Schulverbundsschüler und -lehrer bereits Vergangenheit. „Die Kollegen wussten sich schon zu helfen“, blickt Veronika Elflein auf das Unterrichtsgeschehen während der Umbauphase zurück.

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Standen etwa im Physikunterricht Experimente auf dem Programm und hätte der Unterricht aber im Klassenzimmer stattfinden sollen statt im NWT-Bereich des gastgebenden Gymnasiums, so wurde einfach getauscht. Improvisation und Flexibilität waren gefragt. „Auf Dauer ist das aber keine Lösung“, erklärt Rektorin Elflein.

Aula und Mensa werden umgebaut, Kochcontainer aufgestellt

In den anstehenden Sommerferien startet dann noch eine weiteres Bauprojekt: Der Neubau einer Aula, außerdem der Umbau der Mensa auf der Westseite des Gebäudekomplexes.

Schnitzel und Veggie-Burger bekommen die Schüler deshalb nach den Ferien in einem Provisorium: in den Kochcontainern, die das Landratsamt bei einem Ravensburger Catering-Unternehmen geordert hat, übrigens dem neuen Pächter in der BZM-Mensa. Diese „Interimslösung“ gilt bis Dezember 2021, bis der Umbau samt neuem Aulaanbau abgeschlossen ist.

Schule unter Corona-Bedingungen: Jahrgänge sollen unter sich bleiben

Trotz der Neu- und Umbauten finden Nachmittagsunterricht und Ganztagsbetreuung statt. Wie Veronika Elflein mitteilt, werden alle Fächer auf der Stundentafel wieder unterrichtet. Dennoch „sind wir auch im nächsten Schuljahr weit entfernt von einem normalen Regelbetrieb“. Schließlich werde peinlich darauf geachtet, dass es zu „keiner Durchmischung von Jahrgängen“ kommt. Die AGs dürfen nur für jeweils eine Klassenstufe stattfinden, nicht jahrgangsübergreifend.

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Förderangebote für Realschüler

Beide Schulen wollen die Folgen der Corona-Krise aufarbeiten. Die Realschule weitet ihr nachmittägliches Förderkursangebot für die Hauptfächer aus. Die Neunt- und Zehntklässler der Realschüler bekommen eine zusätzliche Mathematikstunde, außerdem freiwillige Förderstunden in Deutsch und Englisch.

Keine Lernbrücken während der Sommerferien

Die Gymnasialschulleitung entschied sich gegen die von Stuttgart vorgeschlagenen Lernbrücken. Die sind die Reaktion auf die möglichen Leistungseinbrüche, die der Ausfall des Präsenzunterrichts während des coronabedingten Lockdowns bei manchen Schülern bewirkt hat. Zu schlagen sind diese Lernbrücken während der anstehenden Sommerferien.

Corona-Rettungsschirm im ersten Schulhalbjahr

Im Markdorfer BZM-Gymnasium hingegen habe man ein eigenes, weitergehendes Modell entwickelt. Der Name des Modells: Corona-Rettungsschirm. Der werde im gesamten ersten Schulhalbjahr aufgespannt. Und dies an je zwei Stunden in der Woche, in denen die Klassenstufen fünf und sechs in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik auf den Stand gebracht werden.

Bis einschließlich Klassenstufe neun ist das Sich-Unterstellen unter den Corona-Rettungsschirm verpflichtend, in Klassenstufe zehn und elf nehmen nur noch die wirklich Bedürftigen teil – und auch das freiwillig.

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