Endlich wieder ein Klangwelt-Konzert. Das Erste nach Ausbruch der Corona-Krise. Cristiane Riedmann (Blockflöte), Katja Verdi (Blockflöte) und Tina Speckhofer (Cembalo) spielen Kompositionen von Bach, Telemann und anderen deutschen Komponisten aus der Barockzeit. Riedmann, Verdi und Speckhofer spielen in der St.-Nikolaus-Kirche. Weil der gotische Bau genügend Platz bietet, um den das pandemiebedingte Abstandsgebot einzuhalten. „Mehr als 60 Sitzplätze können wir aber auch dort nicht anbieten“, erklärte Armin Bischofberger, der Vorsitzende der Klangwelt Rittersaal. Auch wenn der Eintritt grundsätzlich frei sei, müsse der Verein trotzdem um Spenden bitten. Auch sei eine Anmeldung fürs Konzert per E-Mail nötig: klangwelt-rittersaal@web.de.

Deutsche Musik am Tag der Deutschen Einheit

Das Datum prägt das Programm. Denn am Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit habe es nahe gelegen, „dass wir uns mit deutscher Musik befassen“. Das erklärt Tina Speckhofer beim Pressegespräch der Klangwelt Rittersaal. Und das Motto des Abends am 4. Oktober lautet: „Typisch deutsch!?“ Was typisch deutsch sei an den Kompositionen von Bach, von Telemann, aber von den eher nur den Liebhabern alter Musik vertrauten Namen wie Christoph Graupner, Johan Joachim Quantz, Johan Jakob Froberger oder Adam Gumpelzhaimer, das soll beispielhaft beleuchtet werden.

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Publikum dankbar für Hintergrundinformationen

Tina Speckhofer wird zum Thema hinführen. Das habe sich bei den Sommerkonzerten der Musikschule bewährt, wo die Cembalistin aus Konstanz ebenfalls schon gemeinsam mit Christiane Riedmann und Katja Verdi, denn beiden Blockflöten-Spielerinnen aus Markdorf, zu hören war. Für die Hinweise zum musik-historischen Hintergrund der Kompositionen habe sich das Publikum stets sehr dankbar gezeigt, so Speckhofer.

Laden zum Konzert mit barocker Musik aus Deutschland ein: Christiane Riedmann, Armin Bischofberger, Katja Verdi und Tina Speckhofer (von links).
Laden zum Konzert mit barocker Musik aus Deutschland ein: Christiane Riedmann, Armin Bischofberger, Katja Verdi und Tina Speckhofer (von links). | Bild: Jörg Büsche

„In jedem Fall typisch für die Arbeit der deutschen Barock-Komponisten ist, dass sie Einflüsse aus Frankreich, vor allem aus Italien aufnehmen“, erklärt die Cembalo-Spielerin. Doch je nach Hof, je nach den Geschmacksvorlieben ihrer Arbeit- und Auftraggeber variieren dann die Stilrichtungen, dominiert teils das Französische, teils das Italienische. „Das hat übrigens auch umgekehrt funktioniert“, so Speckhofer: „Antonio Vivaldi zum Beispiel hat durchaus Anleihen bei der deutschen Musik gemacht.“ Mithin war man eher offen, habe weniger in engen Grenzen gedacht. Im 17. und 18. Jahrhundert lag der europäische Adelsgesellschaft der Nationalismus des 19. Jahrhunderts noch fern.

Viel Ausgefallenes und Ansprechendes zu entdecken

Adam Gumpelzhaimer, Christoph Graupner, Johan Joachim Quantz und Johan Jakob Froberger scheinen heute kaum noch bekannt. Dennoch „gibt es viel Ausgefallenes und ebenso viel sehr Ansprechendes in ihren Kompositionen zu entdecken“, verspricht Blockflötistin Katja Verdi. „Wir haben die Begegnung mit ihren Stücken selbst genossen“, erklärt Christiane Riedmann. Und so ansprechend manche dieser alten Kompositionen auch scheinen mögen, so leichtfüßig sie zum Teil daher kommen, so anspruchsvoll und komplex begegnen sie den Spielern. Aber das, so erläutert Tina Speckhofer, sollten die Zuhörer ja gerade nicht merken. Das Publikum soll bloß genießen.

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