Keine Konzerte, keine Festivals: Das Coronavirus hat die Veranstaltungsbranche lahmgelegt – auch in Markdorf. „Das Markdorf Open Air wird auf den 13.-16.05.2021 verschoben“ steht noch blau-lila hinterlegt auf der Internetseite markdorfopenair.de

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Das hieße, schon in zehn Wochen würden auf dem Marktplatz Gitarren und hunderte begeisterter Zuschauer kreischen. Das ist natürlich nicht möglich und das weiß auch Jens Neumann vom „Kultur Team Markdorf UG“, der mit seinem Konstanzer Mitgeschäftsführer und Konzertveranstalter Dieter Bös das Markdorf Open Air ins Leben gerufen hat und managt.

Francis Rossi, Frontman der britischen Rockband Status Quo, beim Konzert am 7. Juli 2019. Der Auftritt der legendären Rocker war das bislang letzte Open-Air-Konzert in Markdorf.
Francis Rossi, Frontman der britischen Rockband Status Quo, beim Konzert am 7. Juli 2019. Der Auftritt der legendären Rocker war das bislang letzte Open-Air-Konzert in Markdorf. | Bild: Ganter, Toni

Zwei Mal musste das geplante viertägige Festival bereits verschoben werden: vom Mai vergangenen Jahres auf den September und wieder auf den Mai. Nun folgt die dritte Verschiebung. Nur steht noch nicht fest, auf welchen neuen Termin man ausweichen möchte.

Gespanntes Blicken auf den 22. März

Dafür wollen die Veranstalter nun erst einmal den 22. März abwarten, wenn die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel über die nächsten Öffnungsschritte entscheiden will. Stand jetzt, so hatten es Regierungschefs und Kanzlerin am Mittwoch vereinbart, sollen dann Entscheidungen über Gastronomie, Kultur, Reisen und eben Veranstaltungen getroffen werden.

Jens Neumann, Kultur Team Markdorf: „Das kommende Jahr wird für die ganze Branche sehr schwierig werden.“
Jens Neumann, Kultur Team Markdorf: „Das kommende Jahr wird für die ganze Branche sehr schwierig werden.“ | Bild: SK

Zuvor planen und einen Termin ins Auge fassen, mache keinen Sinn, sagt Neumann: „Dieses Ministertreffen wollen wir noch abwarten.“ Schon jetzt sei es überaus fraglich, ob ein Ausweichtermin im Spätsommer oder Herbst überhaupt möglich sei, selbst wenn Öffnungen im Sommer starten würden.

Neumann: Branche braucht Planungssicherheit

Denn die Branche braucht Planungssicherheit, sagt Neumann. Die bisherige Strategie in Berlin, immer nur für die nächsten drei oder vier Wochen zu entscheiden, helfe niemandem. Denn Künstler müssten lange im voraus kontaktiert, die Organisation geplant und alle Abläufe in Gang gesetzt werden. Das dauere Monate bis zum eigentlichen Veranstaltungstermin.

Jens Neumann und Dieter Bös (rechts) besprechen mit Technikchef Florian Hank (Mitte) vor dem Namika-Konzert im Juli 2019 noch letzte Details.
Jens Neumann und Dieter Bös (rechts) besprechen mit Technikchef Florian Hank (Mitte) vor dem Namika-Konzert im Juli 2019 noch letzte Details. | Bild: Ganter, Toni

Sollte man ins Jahr 2022 ausweichen müssen, rechnet Neumann mit einem „sehr schwierigen Jahr“. Denn dann werden sich die verlegten Veranstaltungen ballen. Konzerte von 2020 und 2021 müssen nachgeholt werden, neue Konzerte sollen stattfinden. „Das Thema treibt gerade jeden um“, sagt Neumann. Er selbst und Bös seien in ständigem Kontakt mit ihren Künstlern, die für 2020 gebucht waren: Gentleman, Spider Murphy Gang, Beatrice Egli und Shooting-Star Nico Santos. Die auch auf einen Ausweichtermin buchen zu können, dafür sei er zuversichtlich.

Viel Rückhalt gibt es von den Fans

Für die Fans gilt dann: Bereits gekaufte Karten würden auch bei einem Ausweichtermin in 2022 ihre Gültigkeit behalten. Von denen bekämen er und Bös „viele nette Rückmeldungen“, sagt Neumann: „Dass sie sich freuen, wenn es wieder losgeht und dass sie uns bis dahin die Daumen drücken.“

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