Manchmal denke ich, Corona hat mir ein paar Monate gestohlen. Diese Zeit verging so anders, einerseits schnell und doch auch ewig. Es fühlt sich ein bisschen an, als hätte ich ein paar Mal auf „Weiter“ gedrückt, so vieles dazwischen habe ich verpasst. Kaum gesehene Babys sitzen jetzt auf einmal schon im Kinderwagen, schwangere Freundinnen stehen kurz vor der Entbindung und meine Tochter kommt so plötzlich in die dritte Klasse. Manche Treffen sind eingeschlafen, andere wieder intensiviert.

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Abstand halten viele zum Glück schon ganz automatisch, Schlangen beim Bäcker oder im Supermarkt sind nie so lange wie sie scheinen. Mundschutz beim Einkaufen gehört mittlerweile „normal“ dazu, inzwischen wird das gute Stück beim Haus verlassen neben Handy, Geldbeutel und Schlüssel als viertes wichtiges Utensil in die Handtasche gesteckt. Denn Vergessen kann ziemlich blöd werden. Auch viele Aktivitäten kennen wir inzwischen mit Mund-Nasen-Schutz: Minigolfen, Kletterpark, essen gehen und auch den ersten Stadtbummel gab es bei uns schon. Und endlich auch den Friseurbesuch. Selbst die Kinder haben hier gut durchgehalten und auch ich konnte trotz zwei Stunden mit Maske die Kopfmassage genießen. Also alles soweit normal? Ich weiß nicht. Ja, an vieles hat man sich gewöhnt und einiges empfinde ich als nicht mehr störend.

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Aber das Virus ist nicht weg und steht oft zwischen uns Menschen. Zwischen den Vorsichtigen und Lockeren, den Jungen und den Alten, den Ängstlichen und den Leugnern. Denn wenn man möglichst nichts riskieren will, der beste Freund des Kindes aber im Risikogebiet war? Wenn man die lange nicht gesehene Freundin selbstverständlich umarmt, die das aber gar nicht wollte? Wenn der eine sich an Empfehlungen hält, der andere nicht – kann man sich da überhaupt in der Mitte treffen? Zur eigenen „Corona-Meinung“ zu stehen ist umso wichtiger, aber je nach Gegenüber gar nicht so einfach.

Unser neues Lieblingsspiel: Pandemic.
Unser neues Lieblingsspiel: Pandemic. | Bild: Nicole Burkhart

Ich mag von manchen für makaber gehalten werden: unser neustes Lieblingsspiel seit dem Urlaub ist „Pandemic“ (erschienen 2008!). Als Spezialeinheit für Seuchenbekämpfung kann das Team um Logistiker, Sanitäter oder Wissenschaftlerin nur gemeinsam gewinnen oder verlieren. Doch immer wieder kommt es zu Ausbrüchen und Epidemien, die es dem Team zunehmend schwerer machen, ihr Ziel zu erreichen. Nur etwas seltsam, wenn man anschließend die Maske anzieht, um zum Sanitärgebäude des Campingplatzes zu laufen.

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P.S: Und weil ja gerade so vieles anders ist als gedacht: Unser Huhn Matilda hat sich doch tatsächlich als Hahn entpuppt!

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