Für Befürworter der Südumfahrung Markdorf ist die Stoßrichtung klar: Es soll viel mehr als bisher für die Notwendigkeit dieses Straßenbauprojekts geworben und dies stärker als bislang ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Deshalb ist am Montagabend im Gasthaus Krone der Verein „Interessengemeinschaft pro Südumfahrung Markdorf e.V.“ aus der Taufe gehoben worden.

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Bevor es an den rechtlich vorgegebenen Verfahrensablauf zur Vereinsgründung ging, wurde in einer Diskussionsrunde gleichsam ein Stimmungsbild gezeichnet. „Der permanente Verkehr auf der B 33 ist nicht auszuhalten. Feinstaubbelastungen und Lärm werden wir weiterhin haben. Für die Menschen, die hier leben, darf das keinesfalls so weitergehen“, sagte Vereinsinitiator Rainer Zanker.

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Zanker ist Chef des gleichnamigen Markdorfer Druckhauses, arbeitet und wohnt direkt an der B 33 und hat eine Unterschriftensammlung mit Übergabe der Liste an Bürgermeister Georg Riedmann sowie eine Kundgebung pro Südumfahrung im September maßgeblich mitorganisiert.

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Nach dem Empfinden der Befürworter sind zuletzt die Südumfahrungsgegner zu stark in der Öffentlichkeit präsent gewesen. Es steht die Befürchtung im Raum, deren Ansichten und Argumente könnten in der Öffentlichkeit allgemein so aufgefasst werden, dass Markdorf nicht mehr klar hinter der Südumfahrung stehe. Dieser möglichen Gefahr soll durch öffentlichkeitswirksame Vereinsaktivitäten entschieden entgegengewirkt werden.

Der Vorstand des Vereins „Interessengemeinschaft pro Südumfahrung Markdorf“ (von links) Vorsitzender Rainer Zanker, stellvertretender Vorsitzender Thomas Zink, Kassierer Manuel Riede sowie die Beisitzer Reiner Bauer, Peter Thum und Rebeca Garcia.
Der Vorstand des Vereins „Interessengemeinschaft pro Südumfahrung Markdorf“ (von links) Vorsitzender Rainer Zanker, stellvertretender Vorsitzender Thomas Zink, Kassierer Manuel Riede sowie die Beisitzer Reiner Bauer, Peter Thum und Rebeca Garcia. | Bild: Ganter, Toni

Obwohl sich der Kreistag jüngst für die Südumfahrung ausgesprochen hat, besteht bei den Befürwortern die weitere Befürchtung, dass dieses Projekt sozusagen auf den letzten Metern auf der Strecke bleiben und kein Baubeschluss gefasst werden könnte.

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Der Markdorfer Thomas Zink formulierte diese Befürchtung so: „Ich glaube nicht, dass es eine gefestigte Mehrheit im Kreistag gibt.“ Zink berichtete, er habe in jener Sitzung Kreisräte gesehen, die ob der Tatsache überrascht gewesen seien, dass es im Gremium Befürworter der Südumfahrung gibt.

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Auch der möglichen Gefahr, dass sich der Kreistag angesichts einer vermeintlichen öffentlichen Gegnermehrheit doch noch anders entscheiden könnte, müsse begegnet werden, so lautete die einhellige Meinung in der Versammlung.

Kritik an Bürgermeister Georg Riedmann

Rainer Zanker sagte: „Ich bin zu 95 Prozent überzeugt, dass die Südumfahrung kommt. Aber ein Restrisiko bleibt. Wir als Befürworter dürfen uns nicht blauäugig zurücklehnen.“ Ein Anwohner der B 33 ergänzte: „Ich hätte mir gewünscht, dass der derzeitige Bürgermeister genauso hinter der Südumfahrung steht, wie sein Vorgänger. Dass der Karren nach so vielen Jahren an die Wand gefahren werden könnte, ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Südumfahrung keine Gefälligkeitsstraße

Ex-Stadtrat Joachim Heilmaier, Anwohner B 33, brachte einen weiteren Gesichtspunkt ins Spiel: „Es muss in der Öffentlichkeit klar dargestellt werden, dass die Südumfahrung keine Gefälligkeitsstraße für Anwohner der B 33 ist, sondern eine Verbesserung für ganz Markdorf bringt.“ Ein Versammlungsteilnehmer ergänzte, man müsse auch die Ortsumfahrung Bermatingen im Auge behalten und dieses Vorhaben unterstützen.

Das Abarbeiten der Formalien zur Vereinsgründung einschließlich Satzung und die Wahlen gingen zügig vonstatten. Die Vorstandsmitglieder wurden bei jeweils eigener Enthaltung einhellig gewählt.