Ein Vierteljahrhundert: Gewiss keine alltägliche Zeitspanne. Das meint auch Frank Eisele. "Eine solch lange Zeit eine Verkaufsstelle zu leiten, ist schon etwas Besonderes", sagt der Geschäftsführer der Totto-Lotto-Regionaldirektion Süd, als er Rolf Breu, dem Inhaber des Markdorfer Bahnhofkiosk, die Ehrenurkunde des Unternehmens für 25-jährige Treue überreicht.

Seltener Anlass

408 Annahmestellen betreut Eisele für den Bereich seiner Direktion. "Und dieses Jahr habe ich drei solcher Ehrungen", unterstreicht Eisele die Seltenheit des Anlasses. Ein Mal erst überhaupt habe er einen Verkaufsstellenleiter für 50-jährige Treue ehren dürfen, zwei immerhin für 40 Jahre. Breu gehört somit in einen durchaus exklusiven Kreis. Ehrensache also, dass Eisele es sich nicht nehmen lässt, mit Urkunde und Geschenk von Stockach nach Markdorf zu kommen. Vorteilhaft ist die Zusammenarbeit dabei für beide Seiten, betonen Eisele und Breu unisono. Der Kiosk-Inhaber trägt mit seinen Lotto-Umsätzen zu den Einnahmen der staatlichen Lotto Baden-Württemberg bei, die diese wiederum im Auftrag des Landes den Fördertöpfen der Landesregierung für Sport und Kultur zukommen lässt.

Frank Eisele (rechts), Geschäftsführer der Totto-Lotto-Regionaldirektion Süd, überreicht Rolf Breu die Urkunde für 25-jährige Zusammenarbeit.
Frank Eisele (rechts), Geschäftsführer der Totto-Lotto-Regionaldirektion Süd, überreicht Rolf Breu die Urkunde für 25-jährige Zusammenarbeit. | Bild: Helmar Grupp

Ohne Lotto keine Chance

Auch heute noch werde der allergrößte Umsatzanteil im stationären Handel erwirtschaftet, nicht im Internet, sagt Eisele. 92 Prozent der Einnahmen aus den Tipp-Scheinen kommen aus den stationären Verkaufsstellen. Insofern ist Eisele, vor allem in Zeiten hoher Fluktuation bei den Kioskbetrieben im Land, froh um solch treue Partner wie Breu. Breu wiederum bekennt freimütig: "Ohne die Lotto-Einnahmen hätten wir keine Chance mehr." Alleine mit dem Umsatz von Tabakwaren, Zeitschriften und Getränken würde er sein Geschäft nicht halten können, auch wegen der nicht unerheblichen Pacht, die er für das Grundstück an die Bahn entrichtet. Das Kioskgebäude hingegen ist in seinem Besitz.

Sorge um Kundenparkplätze

Aktuell treibt ihn allerdings noch eine andere Sorge um. Nachdem die Stadt die angrenzende Fläche bis zum Bahnübergang von der Bahn gepachtet hat, um dort öffentliche Parkplätze anzulegen, fürchtet Breu um den Verlust seiner Kundenparkplätze. Die braucht er aber für seine eilige Laufkundschaft. Fünf bis sechs für Kurzparker reservierte Stellplätze würde er sich wünschen.