Trotz zunächst passenden Wetters am Fronleichnamsmorgen hat die Prozession zum „Fest des Leibes und Blutes des Herrn“ nicht im Freien stattgefunden. Stattdessen schritt Pfarrer Ulrich Hund, begleitet von den Ministranten, zu den vier Nebenaltären in der St.-Nikolaus-Kirche. Hierbei die das Allerheiligste, eine geweiht Hostie, bergende Monstranz vor sich tragend.

Pfarrer Hund hat die Monstranz mit dem Allerheiligsten darin zum St.-Sebastian-Altar gebracht.
Pfarrer Hund hat die Monstranz mit dem Allerheiligsten darin zum St.-Sebastian-Altar gebracht. | Bild: Jörg Büsche

Wie der Hauptaltar im Chorraum waren auch die Seitenaltäre reich geschmückt. Auf den Stufen davor, im unmittelbaren Umfeld, waren Blüten-Teppiche ausgelegt. Ganz so wie dies eigentlich auch für die vier Prozessions-Stationen in der Stadt vorgesehen war. „Wegen des vorausgesagten schlechten Wetters haben wir uns gestern Abend gegen die Eucharistie-Prozession durch die Stadt entschieden“, erklärte Pfarrer Hund.

Pfarrer Hund leitete den Fronleichnams-Gottesdienst.
Pfarrer Hund leitete den Fronleichnams-Gottesdienst. | Bild: Jörg Büsche

Die mobilen Parkverbotsschilder bei der Stadthalle wiesen zwar darauf hin, dass dort gestern eine Veranstaltung stattfinden sollte. Doch Anwohner wissen, dass da am Fronleichnamsfeiertag bei gutem Wetter schon ganz früh morgens eine Handvoll Menschen emsig Blüten, Blätter, Grasschnitt sowie Sägemehl streut und kunstvolle Motive gestaltet. Beginn ist für gewöhnlich um 6 Uhr. Bis 9 Uhr – eine halbe Stunde bevor der Prozessionszug eintrifft – sollten dann Eimer, Besen und Leitern wieder verschwunden sein.

Haben erst die Kirche mitgeschmückt und sich dann für den Gottesdienst ihre Tracht angezogen (von links): Helga Rothweiler, Richard Gratwohl, Gabriele Alber, Helga Wagner, Bernd Gutemann und Jürgen Wagner.
Haben erst die Kirche mitgeschmückt und sich dann für den Gottesdienst ihre Tracht angezogen (von links): Helga Rothweiler, Richard Gratwohl, Gabriele Alber, Helga Wagner, Bernd Gutemann und Jürgen Wagner. | Bild: Jörg Büsche

„Wenn‘s sehr windig ist“, so erklärte Klaus Klappenberger, seit gut anderthalb Jahrzehnten Mitglied der Altar- und Blumenteppich-Aufbau-Gruppe an der Stadthalle, „dann parken wir unsere Autos so, dass sie Schutz bieten.“ Bei Regen jedoch, da falle die Prozession buchstäblich ins Wasser. Ob es regnet, das wisse man immer erst ganz kurz vorher. Dann hat die Gruppe aber schon ihr Motiv entworfen.

Klaus Klappenberger mit seinem geplanten Entwurf für den Blumenteppich bei der Stadthalle.
Klaus Klappenberger mit seinem geplanten Entwurf für den Blumenteppich bei der Stadthalle. | Bild: Jörg Büsche

Zum diesjährigen Motto – „Seid lebendige Steine im Hause Gottes“ – wurde ein Bild mit der St.-Nikolaus-Kirche und der neu sanierten „Mittleren Kaplanei“ (Gemeindehaus) gestaltet. Teils besteht das Motiv aus fertigen Elementen, teils hätte es mit Blüten und Blättern vervollständigt werden müssen. Mit Material, das die Gruppe schon Tag vor dem Fest pflücken und sammeln muss.

Sehr viel Arbeit mit ihrem Kirchenmotiv für den Blumenteppich machen sich hier Kurt Bauder und Klaus Klappenberger von der Stadthallen-Altar-Gruppe – wegen des Wetters vergebens.
Sehr viel Arbeit mit ihrem Kirchenmotiv für den Blumenteppich machen sich hier Kurt Bauder und Klaus Klappenberger von der Stadthallen-Altar-Gruppe – wegen des Wetters vergebens. | Bild: Jörg Büsche

Eine mühselige Arbeit, „weil man heute kaum noch Blumenwiesen findet“, berichtete Inge Steffelin, eine der Blumenteppich-Mitstreiterinnen, bei einem der Arbeitstreffen vor Fronleichnam.

Brigitte Bauder (von links), Inge Steffelin und Silvia Pfriender beim Betrachten von Blumenteppich-Bildern der vergangenen Jahre.
Brigitte Bauder (von links), Inge Steffelin und Silvia Pfriender beim Betrachten von Blumenteppich-Bildern der vergangenen Jahre. | Bild: Jörg Büsche

Die Kirche sei im Umbruch, erklärte Pfarrer Hund während seiner Predigt. Immer weniger Menschen besuchten die Gottesdienste – einerseits. Andererseits werde viel Wert auf traditionelle Feste wie Fronleichnam gelegt. Wie die Entwicklung weiter verlaufe, sei offen.