1. Die Motivierende Sarah Schön erklärt: Aber ja, ihrer großen Verantwortung sei sie sich bewusst. Sie ist erst 16 – und Jugend-Übungsleiterin in einer Kindergruppe des Markdorfer Turnvereins. „Wir müssen schon gut aufpassen auf die Kinder“, erklärt die Teenagerin. Aufpassen, dass sich die Kinder bei den Übungen nicht wehtun. Gleichfalls gelte es Obacht zu geben, dass es den Kindern gut geht, beim Turnen. Dass sie sich ebenso angenommen und aufgehoben fühlen, wie Sarah Schön sich aufgehoben und angenommen gefühlt hat im Kinderturnen. Die 16-Jährige ist schon lange dabei, dies auch mit großem Elan.
    Sarah Schön mag es, Grundschulkinder Kinder beim Turnen zu unterstützen und ihre Erfolge zu sehen.
    Sarah Schön mag es, Grundschulkinder Kinder beim Turnen zu unterstützen und ihre Erfolge zu sehen. | Bild: Jörg Büsche

    Und sie hat sofort zugesagt, als sie von ihrer Übungsleiterin, die gleichzeitig auch ihre Sportlehrerin ist, gefragt wurde, ob sie eine Gruppe übernehmen möchte. Darin sei sie keineswegs auf sich alleine gestellt. Jene neun, zehn Grundschulkinder, die zwei Mal in der Woche zum Turnen in der Jakob-Gretser-Schule kommen, betreut Sarah Schön gemeinsam mit einer Freundin. Mitunter seien auch mehrere Jugendliche da, die sich um die Buben und Mädchen kümmern. „Es macht mir Spaß, wenn ich mein Wissen weitergeben kann“, erklärt Sarah Schön. Sie finde es toll, wenn anfängliche Unbeholfenheit zum Handstand, zur korrekt ausgeführten Felgrolle führen. Zu Leistungen, auf die die Kinder am Ende richtig stolz sind. Und die Jugend-Übungsleiterin ebnet ihren Kindern auch den Weg zum Wettkampfturnen. Hier sei schon eine gewisse Systematik gefordert – Systematik, Kontinuität und Struktur, erklärt die 16-Jährige. Systematik, Kontinuität und Struktur sei indes auch von ihr gefordert durch dieses Ehrenamt, das ihr großen Spaß macht.
  2. Der Besorgte: Alexander Ritzer wohnt in Ittendorf. Den endgültigen Anstoß für sein Engagement habe ihm die B 31 gegeben – beziehungsweise die Diskussion um deren Planung. Und da könnte, je nach Streckenverlauf der projektierten Bundesstraße Ittendorf besonders betroffen sein. „Für Kommunalpolitik habe ich mich eigentlich schon immer interessiert“, erklärt der 50 Jahre alte Gymnasiallehrer. Doch weil dem Markdorfer Teilort mit einer Planungsvariante eine vierspurige Trasse in nächster Nachbarschaft droht, war Alexander Ritzer klar, dass er sich im Ittendorfer Ortschaftsrat engagieren möchte. Kandidiert habe er bereits für die vorangegangene Wahlperiode. Auf den Sitz im Ortschaftsrat habe er es aber erst in diesem Frühjahr geschafft.
    Alexander Ritzer engagiert sich als Ortschaftsrat, aber auch in einem Verein, der Menschen in Südamerika unterstützt.
    Alexander Ritzer engagiert sich als Ortschaftsrat, aber auch in einem Verein, der Menschen in Südamerika unterstützt. | Bild: Jörg Büsche

    Ehrenamtliches Engagement zeigt Ritzer schon viel länger. Offiziell ist er Kassenprüfer bei den „Freunden Boliviens“. Einem Verein, der sich für Bildungsarbeit in dem südamerikanischen Land einsetzt. „Wir sehen darin einen Weg, Menschen in Bolivien aus dem Teufelskreis der Armut herauszukommen“, erklärt Ritzer, der sich über seine Kassenprüfer-Funktion in vielerlei Weise bei der Arbeit der „Freunde Boliviens“ einbringt. „Es nimmt einen schon mit, mit ansehen zu müssen, wie sich das Land derzeit selbst pulverisiert“, spielt Alexander Ritzer auf die jüngsten Ereignisse in Bolivien an. Andererseits sei da aber der enge Kontakt mit den Ansprechpartner vor Ort. Da seien Freundschaften gewachsen, sodass das „Ehrenamt“ nicht als Amt, sondern als Selbstverständlichkeit empfunden werde. Hinzu komme die Verbundenheit der Gleichgesinnten im Verein.
  3. Der Freudenbringer Armin Bischofberger gefällt „Spaß“ so gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man ihn als Begriff verwendet. Der Jurist und schon von daher alle Worte sorgsam wägend, „will lieber von Freude sprechen“. Freude bereite ihm sein Ehrenamt. Der 55-Jährige ist Vorsitzender der „Klangwelt Rittersaal“. So nennt sich der Verein, der die Markdorfer Kulturlandschaft seit nun vier Jahren mit kammermusikalischen Musikaufführungen bereichert. „Sicher“, räumt Armin Bischofberger ein, „Klavierkonzerte, Auftritte kleiner Ensembles hat es auch schon vorher gegeben – auch im Rittersaal.“ Doch die Klangwelt habe das institutionalisiert. „Damit junge Künstler, vor allem Musiker aus der Region eine Plattform finden“, erklärt der Klangwelt-Vorsitzende. Für die Künstler sei das eminent wichtig. Noch wichtiger indessen sei, „dass wir das Publikum bedienen können“, betont Bischofberger. Die vollen Säle, anfangs im Bischofsschloss, inzwischen, nach dem Umzug in der Mittleren Kaplanei würden zeigen, dass es in Markdorf hinreichend viele Zuhörer gibt, Menschen, die sich für Kammermusik interessieren.
    Armin Bischofberger liebt Musik. Sie bereitet ihm Freude. Und Freude möchte er auch anderen bereiten – natürlich ebenfalls durch Musik.
    Armin Bischofberger liebt Musik. Sie bereitet ihm Freude. Und Freude möchte er auch anderen bereiten – natürlich ebenfalls durch Musik. | Bild: Jörg Büsche

    So wie Armin Bischofberger. „Ohne Musik geht bei mir gar nichts.“ Musik gewährleiste sein Wohlbefinden, Musik verschaffe Ausgleich. Ja Musik sei wichtige Gemeinschaftserlebnis. Denn über seinen Vorsitz in der Klangwelt hinaus, sei er noch aktives Mitglied im Kirchen- und im Kammerchor. Beim Förderverein Kirchenmusik bekleide er den Vize-Vorsitz. So viel Mitverantwortung müsse sein. Allemal, wenn einem das Singen, die Musik, so viel Freude mache, die Armin Bischofberger gerne mit anderen teilt.
  4. Die Kümmererin: Marianne Lenz-Hein wurde am vergangenen Sonntag zur Kirchengemeinderätin gewählt. Sie ist eine von 15. Denn das Leitungsgremium der Evangelischen Gemeinde, dem sämtliche Entscheidungen in und um die Kirche, ums Gemeindehaus, aber auch alle anderen kircheneigenen Gebäude obliegt, setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. „Was auf mich zukommt, weiß ich schon – jedenfalls in groben Zügen“, erklärt die 63-jährige Erzieherin. Schließlich habe ihr Vater sich ebenfalls im Kirchengemeinderat engagiert. Und ganz neu sei auch ihr Engagement nicht innerhalb der Gemeinde. „Ich habe beim Besuchsdienst mitgemacht, Senioren an deren Geburtstagen gratuliert.“
    Marianne Lenz-Hein fühlt sich wohl in der evangelischen Kirchengemeinde. Darum möchte sie sich darin als Kirchengemeinderätin engagieren.
    Marianne Lenz-Hein fühlt sich wohl in der evangelischen Kirchengemeinde. Darum möchte sie sich darin als Kirchengemeinderätin engagieren. | Bild: Jörg Büsche

    Marianne Lenz-Hein brachte sich ebenso beim „Café International“ ein, dem gemeinsamen Gesprächskreis der beiden Markdorfer Kirchen und des „Freundeskreises Flucht und Asyl“, der sich um die Integration von Geflüchteten aber auch anderen Migranten in die Stadtgesellschaft kümmert. „Ein ganz großes Anliegen von mir ist der Weltgebetstag der Frauen“, erklärt die frisch gewählte Kirchengemeinderätin. Im nächsten Jahr seien es die Frauen von Simbabwe, die am 6. März im Mittelpunkt stehen. Ihre Situation werde beleuchtet. Und am Weltgebetstag werde für sie gebetet – in weltweiter Andacht und Solidarität. In jedem Falle freue sie sich schon auf ihre zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeit im Kirchengemeinderat. Solle eine Gemeinschaft funktionieren, brauche es Menschen, die auch dafür sorgten. Im Grunde sei das ganz einfach, findet Marianne Lenz-Hein.