Samstagmorgen vor dem Feuerwehrhaus: Bürgermeister Volker Frede, Kommandant Paul Böttcher, einige Gemeinderäte und Feuerwehrleute haben sich versammelt, um eine Haustüraktion für die Hagnauer Feuerwehr in Angriff zu nehmen.

Mit 23 Aktiven eine kritische Situation

Denn wie so viele Feuerwehren in der Region hat auch Hagnau ein Personalproblem. „Wir haben 23 Aktive und damit eine sehr kritische Situation“, erklärt Frede und ergänzt: „Wir haben nur das Glück, dass viele vor Ort und deshalb schnell einsatzbereit sind. Ansonsten wären wir bereits unter dem Limit.“

Folgen wären dramatisch

Die Gründe dafür sieht er vor allem in der Abschaffung der Wehrpflicht. Die Möglichkeit, durch den Dienst in der Feuerwehr diese zu umschiffen, habe den Feuerwehren in der Vergangenheit viele Freiwillige beschert. Auch das G8, das den Schülern mehr Stress bereitet, und das generelle Umdenken in der Gesellschaft hin zum Individuellen seien Faktoren.

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Da alle bisher erfolgten Versuche, wie breit angekündigte Proben, das Infomobil der Kreisfeuerwehr und Aufrufe in den Medien, kaum Wirkung zeigten, will man es jetzt mit direkter Ansprache versuchen. Im Mittelpunkt steht dabei ein roter „Löscheimer“, der drastisch vor Augen führen soll, wie man ohne die Feuerwehr da stünde.

Zu Beginn der Aktion teilen Vizekommandant Edgar Bader, Bürgermeister Volker Frede und Kommandant Paul Böttcher (von links) den Teams ihre Straßen zu, in denen sie für die Feuerwehr werben sollen.
Zu Beginn der Aktion teilen Vizekommandant Edgar Bader, Bürgermeister Volker Frede und Kommandant Paul Böttcher (von links) den Teams ihre Straßen zu, in denen sie für die Feuerwehr werben sollen. | Bild: Uwe Petersen

Mehrere Zweierteams mit je einem Gemeinderatsmitglied und einem Feuerwehrmann machen sich auf den Weg, um den Bürgern die Wichtigkeit der Feuerwehr vor Augen zu führen und für eine Teilnahme zu werben. „Wir haben uns die Haushalte herausgesucht, in denen Menschen von zwölf bis 45 Jahre wohnen.

Zeitlicher Aufwand halte sich in Grenzen

Damit wollen wir sowohl die Jugendlichen als auch mögliche Aktive ansprechen, bei uns mitzumachen“, hofft Böttcher auf Resonanz. Ob Mann oder Frau spielt dabei keine Rolle. Der zeitliche Aufwand halte sich im Rahmen. Einmal im Monat gebe es eine Übung; im ersten Jahr müsse man zudem einen Lehrgang absolvieren.

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Der direkte Erfolg an diesem Samstag ist gering: Fast niemand ist zu Hause. Viele sind wohl beim Einkaufen oder genießen die warme Oktobersonne auswärts. Doch Frede ist optimistisch, während er die Infobroschüre oder den Löscheimer als Erinnerung da lässt: „Wenn nur zwei oder drei Interessierte zur Probe kommen, hat sich die Aktion gelohnt.“